Nintendo Switch mit OLED: 5 Verbesserungen für Fans

Endlich hat Nintendo ein neues Switch-Modell angekündigt. 5 Verbesserungen bringt sie mit sich. Es bleibt dennoch Luft nach oben.

Nintendo Switch mit OLED: 5 Verbesserungen für Fans

Viereinhalb Jahre hat die Switch mittlerweile auf dem Buckel und setzte sich seitdem an der Spitze der Verkaufscharts fest. Nach einer etwas effizienteren Version anno 2019 und der auf mobiles Gaming konzentrierten Switch Lite ist die Nintendo Switch mit OLED-Display die dritte Revision. Eine Überarbeitung, von der sich Fans einiges erhofften.

Hoffnungsträger eines Millionensellers: Die Nintendo Switch mit OLED-Panel. (Foto: Nintendo)

Die Switch in der Kritik

Fans kritisierten in jüngster Vergangenheit die nur noch unzureichende Grafikleistung (vor allem gegenüber den Konkurrenzkonsolen), den geringen internen Speicher, die abnehmbaren Joy-Con-Controller mit ihren fehlerhaften Eingaben und WLAN-Verbindungsschwierigkeiten.

Die Familie ist komplett. Links das Original, rechts die Lite-Version. Und in der Mitte die neue Switch mit OLED-Bildschirm. (Foto: Nintendo)

Probleme, die der Hersteller gerüchteweise mit einer Nintendo Switch Pro oder Super Switch beseitigen wollte. Und die der Lite-Version und dem Standardmodell als Highend-Alternative zur Seite stehen sollte.

5 Dinge, die die OLED-Switch besser macht,…

Am grundlegenden, erfolgreichen Konzept änderte sich nichts. Die Switch ist eine Hybridkonsole, mit der ihr am heimischen Fernseher wie auch unterwegs zockt. Die nun vorgestellte Modellüberarbeitung fällt durch 5 wesentliche Verbesserungen gegenüber den anderen Modellen auf.

Erstens verdoppelte Nintendo den internen Speicher von 32 GB auf 64 GB. Zeitgemäß ist die magere Bestückung mit schnellem internen Speicher nicht, aber ihr könnt microSD-Karten mit bis zu 2 TB Kapazität nachrüsten.

Zweitens verfügt die neue Switch über einen breiteren, ausklappbaren Standfuß mit variablem Winkel. Das erinnert an Microsofts Surface oder das Lenovo IdeaPad Duet Chromebook. So aufgestellt, steht die Konsole stabil und droht nicht wegzukippen, wie das noch beim 2017er-Original und der 2019er-Revision der Fall war.

Drittens hat Nintendo das Switch-Dock überarbeitet. Neben HDMI-Ausgang und 2 USB-A-Buchsen ist der LAN-Anschluss neu. Ihr könnt die Konsole per Kabel mit dem Internet-Router verbinden und seid so nicht auf den Good Will der vergleichsweise schwachen WLAN-Antenne angewiesen.

Viertens sollen die Stereo-Lautsprecher dem Hersteller zufolge einen besseren Klang haben. Sie sind minimal nach unten gewandert und fallen größer aus als zuvor.

Liegen etwas weiter unten und sind größer: die neuen Stereo-Lautsprecher. (Foto: Nintendo)

… ein OLED-Panel, das begeistert…

Das herausragende Ausstattungsmerkmal – und die fünfte Verbesserung – der neuen Nintendo Switch ist das OLED-Panel. Im Original verbaute Nintendo noch ein LC-Display mit 6,2 Zoll Diagonale und bestückte die kompaktere Lite-Variante mit einem 5,5-Zoll-Bildschirm.

Im Vergleich dazu ist das OLED riesig. 7 Zoll misst es in der Diagonale und passt somit gerade noch ins kompakte Gehäuse, dessen Maße minimal über den bisherigen Hybridmodellen liegen. Geschrumpft ist der fette Rahmen ums Display.

Links seht ihr die Switch von 201´7 und ’19, rechts das OLED-Modell. Die Maße blieben nahezu gleich, durch den dünnen Rahmen wirkt das Gerät aber edler. (Fotos: Nintendo)

Die Vorteile eines OLED gegenüber LCD sind aus Smartphones, Tablets und Notebooks bekannt. Sattere, strahlendere Farben, höhere Kontraste und eine schnellere Reaktionszeit werten das dargestellte Bild auf. Switch-Spiele dürften davon ebenfalls profitieren – denkt nur an die sattgrünen Wiesen in Zelda: Breath of the Wild, die Regenbogenstrecke in Mario Kart 8 Deluxe oder die Farbexplosionen im knalligen Shooter Splatoon 2.

Die Diagonale wächst, die Anzahl der Pixel bleibt gleich. 1.280 mal 720 Bildpunkte stellt der Bildschirm dar. Für den mobilen Einsatz ist das in dieser Größenordnung gerade noch passabel. Ein FullHD-Display (1.920 mal 1.080 Pixel) war der Wunsch vieler Hardcore-Fans. Und diesen erfüllte Nintendo nicht.

… und der schale Beigeschmack

Wo wir bei den Dämpfern wären. Anders als er- und gehofft, verfügt die Nintendo Switch mit OLED-Display nicht über den schnelleren Tegra-Prozessor, wie er in der Nvidia Shield TV Pro zum Einsatz kommt. Stattdessen vertraut der Super-Mario-Konzern auf die ältere Generation.

Damit ist auch die TV-Bildausgabe der 2021er-Switch auf maximal 1080p beschränkt. 4K-Auflösung beherrscht die neue Iteration weder nativ, noch dynamisch und das KI-gestützte Upscaling DLSS ist ebenfalls vakant.

Da der Prozessor unangetastet blieb, ist es unwahrscheinlich, dass Nintendo einen speziellen Boost-Modus für solche Spiele integriert, die auf der bisherigen Hardware eher unrund laufen.

Optimiert Nintendo das Spieleerlebnis?

Ein Pro-Modell ist die 2021er Switch nicht. Aber der nächste Schritt in Richtung Zukunft. Der Technologiewechsel von LCD zu OLED kommt dem mobilen Spiel-Erlebnis zugute. Der Akku hält dank des energieeffizienten Panels bis zu 9 Stunden durch. Das Original brachte es auf höchstens 6 Stunden.

Das Dock mit Netzwerkkabel-Anschluss ersetzt die „Bastellösung“ mit LAN-Adapter. Das sollte den Datendurchsatz erhöhen und stabilisieren. Positiv: Das neue, auch separat käufliche Dock ist mit der alten Switch kompatibel.

Das bisher erschienene Zubehör ist kompatibel zur Switch mit OLED-Bildschirm. (Foto: Nintendo)

Interessant wäre, ob Nintendo still und heimlich die Peripherie optimierte. Stichwort „Stick-Drift“, bei der die Bluetooth-betriebenen JoyCon-Controller nicht getätigte Eingaben weiterleiten oder tatsächliche Steuerbefehle sporadisch ignorieren. Dieses Problem schleppt das Unternehmen seit 2017 mit, weshalb es dringend Zeit wäre, hier nachzubessern.

Sind alle Switch-Artikel zum OLED-Modell kompatibel?

Einen Vorteil bringt die behutsame Überarbeitung mit sich. Faktisch sind erst einmal alle bisher erschienenen Switch-Spiele kompatibel zur neuen Hardware. Einzig die ToyCon-Pappmodelle der Labo-Reihe könnten aufgrund der unterschiedlichen Displaygrößen Schwierigkeiten bereiten. Selbiges gilt für Schutzfolien, während die Switch-Taschen aufgrund nahezu identischer Abmaße passen sollten.

Einzig die Labo-Modelle könnten Schwierigkeiten haben, mit der neuen Switch zu funktionieren. (Foto: Nintendo)

Sämtliche bisherigen JoyCon-, Pro- und Dritthersteller-Controller, Docks, Netzteile und microSD-Speicherkarten funktionieren mit der OLED-Switch. Spiele erwerbt ihr wie gewohnt auf proprietären Speichermodulen oder digital im Nintendo eShop.

Modell: Nintendo Switch mit OLED-Bildschirm (2021)
Abmaße: 102 x 242 x 13,9 mm mit angeschlossenen JoyCon-Controllern
Gewicht: 320 Gramm (nur Konsole), 420 Gramm (mit JoyCon-Controllern)
Interner Speicher: 64 GB (erweiterbar via microSD-Karte um bis zu 2 TB)
Bildschirm: 7,0 Zoll (1.280 x 720 Pixel)
Akku: 4.310 mAh (bis zu 9 Stunden Laufzeit)
Besonderheiten: Dock mit LAN-Anschluss, variabler Standfuß
Farben: mit blauem und rotem JoyCon; mit cremeweißen JoyCons und gleichfarbigem Dock

Erscheinungsdatum, Lieferumfang und Preise

Die Switch mit OLED-Bildschirm erscheint – zeitgleich mit dem heiß erwarteten Spiel Metroid Dread – am 8. Oktober 2021. Als Farbvarianten bietet Nintendo die klassische Kombination mit rotem und blauem JoyCon samt schwarzem Dock und ein cremeweißes Modell.

Die Switch mit OLED-Bildschirm gibt es in zwei Farbausführungen. (Fotos: Nintendo)

Im Lieferumfang enthalten sind die Konsole, ein paar JoyCons, Netzadapter, HDMI-Kabel und das überarbeitete Dock. Schutzfolie und Tasche gibt es separat.

Einen Preis für Deutschland hat Nintendo zum Erscheinen dieses Artikels noch nicht kommuniziert. Im US-amerikanischen Handel kostet die OLED-Version 350 US-Dollar zuzüglich Steuern.

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