Noch immer kein echter Durchbruch für Virtual Reality im Jahr 2017. Kommt er noch? Bild: Google

Google Daydream View: Virtual Reality für die Massen

Weg von den freakigen Riesen-Brillen zum Horror-Preis, hin zu stylischen Accessoires für den schmalen Geldbeutel. Virtual Reality könnte dank Daydream View von Google endlich den Massenmarkt erreichen.

Obwohl Virtual Reality gerade dieses Jahr eines DER großen Themen ist, ist das Eintauchen in virtuelle Welten für viele Menschen noch immer Zukunftsmusik. Denn wer hochwertige Lösungen wünscht, muss für Oculus Rift oder HTC Vive tief in die Geldbörse greifen. Sehr viel günstiger sind die Cardboard-Brillen, doch die Papp-Teile deuten nur das Potential von VR an. Gear VR wiederum ist zwar toll und an sich bezahlbar, aber auf Samsungs Highend-Smartphones beschränkt. Vielleicht aus diesem Grund könnte Daydream View das Zeug dazu haben, den Massenmarkt zu erreichen. Schick, nicht zu nerdig, bezahlbar und für (hoffentlich) viele Millionen Mobiltelefone geeignet – das klingt nach Erfolg!

So sieht es aus.

So sieht es aus.

Pappbrille war der Anfang

Es ist schon clever: Google stieg vorsichtig und ohne großes Risiko mit Cardboard in den Bereich VR ein. Die Pappbrille kann man selbst für ein paar Euro bauen, vielerorts ist sie sogar ein Werbegeschenk. Heutzutage genügt ein Einsteiger-Smartphone, um zusammen mit Cardboard ein erstes Gefühl für Virtual Reality zu erhalten. Googles nächster Schritt kostet Konsumenten mehr, bietet aber auch einiges. Daydream ist eine eigenständige VR-Plattform für aktuelle Smartphones mit Android 7, die Inhalte (Apps, Videos, Bilder…) an einem Ort vereint, eine vernünftige Bedienung verspricht und zugleich Google-eigene Dienste wie Google Play Movies, YouTube, Google Photos oder Streetview integriert. Das heißt: Schon von Anfang an ist Daydream ein gewaltiger Pool an VR- und 360-Grad-Content, der von Filmkonzernen sowie Entwicklern gefüttert wird.

Lifestyle statt Nerd-Plastik. (Foto: Google)

Lifestyle statt Nerd-Plastik. (Foto: Google)


Um in den Genuss von Daydream zu kommen, benötigen Interessierte neben einem Daydream-geeigneten Smartphone (zum Beispiel Pixel und Pixel XL) die Daydream View-Brille. Und auch hier sehe ich, dass Google eine Menge richtig macht. Man entfernt sich von furchtbar hässlichen Plastik-Monstern, die man über die Augen schieben muss. Stattdessen gibt’s ein attraktives und ungewöhnliches Accessoire aus Stoff, das sogar sehr leicht sein soll und für Brillenträger geeignet ist. Smartphone einschieben, los kann das Eintauchen in VR beginnen.

Sogar einen Controller legt man bei, der ähnliche Funktionen wie die Wiimote der Nintendo Wii bietet. Damit können sicherlich sogar die Wenig-Spieler etwas anfangen, die damals die Faszination der Bewegungssteuerung (dank der Wii) zumindest mal ausprobierten. Ist das eigene Smartphone für Daydream geeignet, genügen attraktive 69 Euro für den Start. Das ist billig, die Hemmschwelle ist also recht niedrig. Und dann lockt Google noch mit eindrucksvollen, Daydream-exklusiven Anwendungen wie „Fantastic Beasts and Where to Find Them“. Neues Futter für Harry Potter-Fans? Wenn das mal kein Zugpferd ist.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Ab November soll Daydream View auch hierzulande für besagte 69 Euro erscheinen. Bis dahin muss Google noch eines klären: die Voraussetzungen. Bisher ist ausschließlich die Rede davon, dass die VR-Brille mit Daydream-geeigneten Mobiltelefonen funktioniert. Nur welche sind damit gemeint? Werden bereits erhältliche Smartphones unterstützt? Wenn nicht, wäre das in der Tat tragisch, da man sich so die Chance verbaut, innerhalb kurzer Zeit ein Millionenpublikum zu erreichen. Denn Daydream (Live) dürfte für die wenigsten reizvoll genug sein, um sich neben der Brille auch noch ein neues Telefon für 600 Euro (und mehr) zuzulegen. Dann kann man ja gleich zu Samsungs Gear VR greifen, das Engadget zufolge ohnehin einen größeren Betrachtungswinkel als das konzeptionell sonst identische Google-Gegenstück besitzt.

Das Smartphone-Innenleben bleibt. (Foto: Google)

Das Smartphone-Innenleben bleibt. (Foto: Google)

Mein Wunsch ist es, dass Google dafür sorgt, zumindest alle Top-Smartphones seit Ende 2015, die ein Update auf Android 7 erhalten, auch mit Daydream zu versorgen. Dann reden wir vermutlich über weltweit weit mehr als 50 Millionen Smartphones, die für wenig Geld in eine facettenreiche VR-Brille verwandelt werden können. Mit solch einem Potential würde man vielleicht sogar die aktuellen Konkurrenten vom VR-Markt fegen, auch wenn diese vielleicht deutlich komplexer (Oculus Rift, HTC Vive) oder seit längerer Zeit erhältlich (Gear VR) sind.

Wirst du dir Daydream View zulegen?

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