Olympus Pen E-PL9

Olympus Pen E-PL9 im Check: Etwas näher dran an der perfekten Social Camera

Taugt die Olympus PEN E-PL9 zur optimal vernetzen Social Camera? Trendblogger Jürgen Vielmeier ist mal wieder nicht zufrieden. Aber eine Eigenschaft an der Systemkamera lobt er dann doch.

Mein Traum scheint mir eigentlich gar nicht so unerfüllbar: Eine kompakte Systemkamera hätte ich gerne, mit der ich schöne Fotos machen und ohne Umwege auf soziale Plattformen wie Instagram hochladen kann. Vielleicht muss ich meine Ansprüche nur ein wenig herunterschrauben. Denn Olympus wirbt mit folgenden, blumigen Worten für die neue Pen E-PL9:

Sie überzeugt mit einem hochwertig verarbeiteten Gehäuse und lässt sich wie ein Smartphone bedienen.

„Wie ein Smartphone bedienen“? Das wäre doch das, was ich suche! Bilder direkt vom Device per App teilen, egal, wo ich gerade bin. Nur dass die Bildqualität bei einer kompakten Systemkamera natürlich höher wäre. Aber ist es das, was Olympus mit der Pen E-PL9 meint?

„Wie ein Smartphone“? Zumindest geht’s in die Richtung

So einfach ist es natürlich nicht. „Bedienung wie bei einem Smartphone“ bedeutet, dass in der Pen E-PL9 ein Touchscreen eingebaut ist. Entsprechende Apps wie WhatsApp, Snapseed oder Instagram fehlen hier, ebenso wie ein Mobilfunkchip.

Olympus Pen E-PL9

Olympus Pen E-PL9: Hübsche Systemkamera

Aber, und das muss man Olympus lassen: Die Pen E-PL9 bringt ein paar passende Funktionen mit, die dem Traum schon deutlich näher kommen. Auf Wunsch bleibt die Kamera via Bluetooth und WLAN immer mit einem Smartphone verbunden. Die Bilder werden automatisch übertragen und es lässt sich sogar darauf zugreifen, wenn die Kamera ausgeschaltet ist. Es klingt zumindest nach dem nächstbesten Weg, Bilder zu teilen, wenn sich schon keine Apps direkt auf der Kamera installieren lassen.

Wie nah kommt die Pen E-PL9 meinen Wunschvorstellungen sonst? Vergleichen wir mal:

Olympus Pen E-PL9 im "perfekte Kamera"-Check

 Die (für mich) perfekte KameraOlympus Pen E-PL9
Breite (cm)1011,7
Höhe (cm)66,8
Tiefe (cm)33,9
Gewicht mit Akku (g)300380
Sensorgröße (mind.)APS-C4/3
KonnektivitätWLAN, Bluetooth, LTEWLAN, Bluetooth
DisplayTouchscreen, um 180 Grad schwenkbarTouchscreen, 180 Grad nach unten schwenkbar
Sucherjanein
App-FähigkeitSollte Foto-Apps direkt auf dem Touchscreen ausführen und Bilder hochladen könnennein
Direct ShareBilder ohne Zutun direkt auf Smartphone/Tablet spiegelnja
Mechanische EinstellräderMindesten 2 für Programmwahl und Schnelleinstellung2
MikrofonanschlussJa, denn externes Mikro bei Videofilmern wichtig für guten Tonnein
Preis300 Euro ohne Objektiv549 Euro ohne Objektiv

Also, nein, auch die Pen E-PL9 entspricht nicht meinem Traum. Die Ausstattung ist zwar gut. 4K-Video-Funktion mit 30 Bildern pro Sekunde ist drin, 121 Messpunkte beim Autofokus (da kann euer Smartphone nur von träumen), Mehrfeldbelichtungs-Messystem und und und. Und am besten gefällt mir natürlich die direkte Übertragung von Bildern ans Smartphone.

Dann wiederum macht ein APS-C-Sensor immer noch bessere Fotos als ein kleinerer 4/3-Sensor. Und in der Preisklasse verfügen Kameras anderer Hersteller schon über APS-C. Dann fehlt ein Mikrofon-Anschluss, ein Sucher wäre auch schön gewesen. Aber ist zumindest für mich verzichtbar. So ist die Pen E-PL9 für mich näher am Traum als die neulich verglichene Panasonic GX9, fällt aber gegenüber der Fujifilm X-A5 zurück.

Olympus Pen E-PL9 Rückseite

Olympus Pen E-PL9: Sieht aus wie immer, vieles hat sich auch bewährt. Aber wo bleiben mal echte Innovationen?

Verstehe einer die Kamera-Hersteller…

Was mich immer wieder wundert, ist, dass die Hersteller die verhältnismäßig günstigen Kameras der Einstiegsklasse hauptsächlich an Frauen zu vermarkten scheinen. Gerne auch an Bloggerinnen und YouTuberinnen, die was mit Mode machen (siehe dazu auch das Beitragsbild). Dafür sind diese Kameras dann meist gar nicht so schlecht vernetzt. Auch wenn ihnen sonderbarerweise fast immer ein Anschluss für ein vernünftiges, externes Mikrofon fehlt, was für YouTube im Jahre 2018 eigentlich ein No-Go ist.

Besser als Smartphones: 11 besonders kleine Systemkameras im Vergleich

Teurere Kameras als die Pen E-PL9 werden dann wieder an „wirkliche“ Profi-Fotografen vermarktet, die mehr Einstellungsmöglichkeiten wollen und dann angeblich weniger Wert auf Vernetzung mit Smartphones legen. Dass man beides nicht haben kann – da verstehe ich die Kamerahersteller einfach nicht. Vielleicht muss ich bis zur Photokina 2018 im Herbst warten, bis endlich mal ein echter Durchbruch kommt.

Bilder: Olympus

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