Windows Mixed Reality: Das braucht ihr für den Einstieg

Willkommen in einer neuen Realität! Wir sagen euch, was ihr braucht, um mit Microsoft für gar nicht so viel Geld in Mixed Reality einzusteigen.

Mixed Reality (MR) gehört zu den Technologie-Trends 2017. Microsoft treibt die Mischung aus Virtual Reality und Augmented Reality mit einem cleveren Trick voran: Durch das frisch veröffentlichte Creators Update wird eventuell auch euer PC mit Windows 10 für MR fit gemacht. Aber? Ein paar Dinge solltet ihr beachten.

Systemanforderungen für Mixed Reality

Eines ist klar: Für Microsofts Mixed Reality benötigt ihr Windows 10 und besagtes Creators Update. Diese kostenfreie Aktualisierung bringt erst einmal die Software-Basis mit, unabhängig davon, ob euer PC leistungsstark genug ist. Gegenüber VR-Lösungen wie Oculus Rift oder HTC Vive verlangt Mixed Reality keinen exorbitant teuren Rechner, aktuell sollte er dagegen sein: Mindestens benötigt ihr einen Intel Core i5 7200U (7. Generation Mobile), 8GB RAM, 10GB Festplattenspeicher und eine Grafikkarte wie die Intel HD Graphics 620. Das heißt auch: Moderne Laptops genügen womöglich schon.

Moderate Anforderungen. (Foto: Microsoft / Screenshot)

Moderate Anforderungen. (Foto: Microsoft / Screenshot)

Wer schärfere Elemente, höhere Bildraten und erweiterte Funktionen (Aufzeichnen von Videos zum Beispiel) wünscht, braucht mehr Power – für Windows Mixed Reality Ultra. Microsoft empfiehlt einen Intel Core i5 4590 (4. Generation Desktop) oder einen AMD Ryzen 5 1400, 8GB RAM und eine Grafikkarte im Stil der Nvidia GTX 960/965M/1050 oder AMD RX 460/560. Wie auch beim „normalen“ Mixed Reality werden USB 3.0-Anschluss und Bluetooth 4.0 verlangt, genauso HDMI 1.4 bzw. DisplayPort 1.2 oder HDMI 2.0 bzw. DisplayPort 1.2 (Ultra).

Auf der extra eingerichteten Webseite erhaltet ihr einige Hinweise und genauere Angaben. Oder ihr macht es euch einfach: Ladet euch aus dem Windows Store den Windows Mixed Reality PC Check herunter. Das Tool checkt, ob euer Rechner für MR ausgelegt ist oder nicht.

Beispiele für geeignete PCs

In meinem Fall sind meine beiden Rechner leider zu schwach. Doch ein Core i5 7200U mit HD Graphics 620 als  Voraussetzung für Mixed Reality empfinde ich wirklich nicht als zu hoch. Sogar Laptops um die 600 Euro, beispielsweise der Lenovo IdeaPad 320, erfüllen diese Angaben. Umso flotter euer System ist, umso besser ist freilich das Erlebnis. Das ist klar.

Ihr braucht nicht zwangsläufig Highend-Hardware. (Foto: Lenovo)

Ihr braucht nicht zwangsläufig Highend-Hardware. (Foto: Lenovo)

Gerade im preislichen Mittelfeld und in der Oberklasse taugen nahezu alle Desktop- und Laptop-Rechner zumindest für das „normale“ Mixed Reality. Für Gamer (ohnehin) spannend ist beispielsweise der MSI GE63. Microsoft empfiehlt explizit den Lenovo Legion Y720, der ab rund 1400 Euro gekauft werden kann.

Achtet ggf. auf das Logo.

Achtet ggf. auf das Logo.

Im Zweifelsfall lohnt es sich bei einem PC-Neukauf direkt beim Händler nachzufragen oder nach dem Mixed-Reality-Logo Ausschau zu halten. Der klebt hoffentlich auf den MR-geeigneten Computer, mit dem ihr liebäugelt.

Was ihr noch benötigt: Die richtige Mixed-Reality-Brille

Microsoft stellt selbst keine MR-Brillen her, holte sich allerdings Partner ins Boot. Acer, Dell, HP, Lenovo und bald Samsung bieten ihre Geräte an, technisch unterscheiden sich diese nur marginal. Sie erfüllen allesamt die vom Redmonder Konzern vorgegebenen Voraussetzungen. Verbaut werden LCDs mit einer Auflösung von 2880 x 1440 Pixeln, die über eine Aktualisierungsfrequenz von bis zu 90 Hz verfügen. Das Sichtfeld wird mit 105 Grad angegeben, einen 3,5mm Audiostecker gibt’s auch.

Stets integriert sind Sensoren, die den Raum scannen (sogenanntes Inside-Out-Tracking). Auch liegen Controller zur Steuerung bei. Nüchtern betrachtet, differenzieren sich die MR-Brillen nur in Details, beispielsweise bei der Art der Befestigung am Kopf, dem Design, dem Gewicht und den Eingabegeräten. Identisch ist auch die bewusst einfache Plug & Play-Einrichtung innerhalb nur weniger Minuten.

Die Brillen unterscheiden sich kaum. (Foto: Screenshot / Microsoft)

Die Brillen unterscheiden sich kaum. (Foto: Screenshot / Microsoft)

Ob ihr euch nun für das Acer AH100 oder ein anderes Head-up-Display entscheidet, ist euch überlassen. Jede MR-Brille erfüllt gleichermaßen ihren Zweck, was den standardisierten Vorgaben Microsofts zu verdanken ist. Einzig Samsungs noch nicht erhältliche HMD Odyssey hebt sich geringfügig durch (wahrscheinlich bessere) AMOLED-Displays mit einer höheren Auflösung sowie besseren Kopfhörern von AKG ab.

Welche Software gibt es für Windows Mixed Reality?

Ist das Creators Update installiert, bekommt ihr schon eine erste Software-Basis. Das Mixed Reality Portal lässt euch eure Brille konfigurieren und allerlei Spielereien vornehmen, darunter das Platzieren von Browserfenstern oder Desktops mitten in den Raum. Hier ist bereits eine Sprachsteuerung mittels Cortana möglich. Virtuelle Hologramme, Filme und sogar Spiele sowie Apps lassen sich individuell gestalten.

Groß ist das Angebot an Software noch nicht. (Foto: Screenshot / Microsoft)

Groß ist das Angebot an Software noch nicht. (Foto: Screenshot / Microsoft)

Die App-Auswahl ist recht überschaubar und zumindest für Kenner nicht völlig neu. Jaunt VR oder Inception VR sind bereits für VR-Brillen erhältlich. Interessanter sind gewiss Spiele wie „Move out oft he Room“ , „Skyworld“ oder „Arizona Sunshine“. Erwähnenswert sind ferner die Marsexpedition „Hello Mars“, das kleine Game „VR Soccer Wall“ und das Knobelabenteuer „Fantastic Contraption“.

Zeitnah dürften viele weitere Inhalte folgen, der Fokus liegt aktuell (noch?) auf Spielen. Das wird sich gewiss ändern. Relativ vielfältig ist es trotzdem schon, wie interaktive Filme („Free the Night“, „The Rose and I“), Reiseführer („theBlue: Season 1“, „HoloTour“), Streaming-Angebote („Sliver.tv, „NextVR“, „LittleStar VR Cinema“) und sogar soziale Netzwerke („vTime“) zeigen. Mit „Masterpiece VR“ dürft ihr Objekte in 3D designen, mit „Hologramme“ erstellt ihr euch eben solche.

Eine Unterstützung für SteamVR-kompatible Games und Programme soll 2017 folgen, was dann bedeuten würde: Tausende hochwertige Apps, die bisher unter anderem für die HTC Vive geeignet waren, laufen dann hoffentlich auch mit Mixed Reality-Brillen.

Lohnt sich Mixed Reality schon?

Ein Blick auf den einen oder anderen Test der Kollegen deutet an, dass Windows Mixed Reality eine wirklich gute Figur zum Launch macht. Klar, von ausschweifend viel Software kann nicht die Rede sein, dafür aber scheinen Einrichtung und Verwendung zu überzeugen.

Ob sich der Einstieg jetzt schon lohnt? Ich denke, das kommt darauf an, wie viel ihr bereit seid auszugeben. Besitzt ihr längst einen MR-geeigneten PC mit Windows 10 und dem Creators Update, kostet der Einstieg unter 500 Euro für eine Brille eurer Wahl. Dafür gibt’s mittlerweile sogar schon eine Oculus Rift, also eine Highend-VR-Brille mit einem recht großen Angebot an Spielen und Anwendungen. Nur ob diese eine rosige Zukunft besitzt? Laut Facebook schon, nur darauf würde ich mich nicht verlassen. Microsoft dagegen hat eine attraktive Plattform geschaffen, etliche Hersteller ins Boot geholt und das hauseigene Windows 10 durch ein Update für MR vorbereitet. Seht ihr euch als Technik-Enthusiasten, dürfte euer Interesse längst geweckt sein.

Wen euch der Preis zu hoch ist oder falls ein neuer PC erst einmal angeschafft werden müsste, den solltet ihr einige Wochen und Monate warten. Noch ist die Auswahl an Spielen und anderen Inhalten nicht attraktiv genug, um ein großes Publikum längere Zeit zu begeistern. Allerdings bin ich optimistisch, dass sich das zeitnah ändern wird.

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