Wearables für Kinder: Eine Action Cam am Fahrrad, ein Smartband am Handgelenk

Die ersten Wearables für Kinder können nicht mit den Fitnesstrackern und Smartwatches der Eltern mithalten: Sie zeichnen sich durch ihren Spielcharakter aus – und durch Plastik. Allerdings können sie auch helfen, die Gesundheit der Kleinen im Blick zu behalten.

Intelligente Technik ist nicht bloß etwas für Erwachsene. Wer schon einmal ein Kind mit einem Smartphone in der Hand beobachtet hat, weiß das. Fotos? Spiele? Alles kein Problem. Nur vom Zuschauen gelernt. In nicht wenigen Familien sind Handyspiele sogar das neue Kinderfernsehen. Wenn Mutti und Vati etwas Ruhe brauchen, geben sie ihr Smartphone gerne aus der Hand. Doch bei der Anschaffung des ersten Smartphones zieren sie sich dann. Für Kinder unter 10 Jahren könnten Wearables eine Alternative sein, bei denen das Spiel im Vordergrund steht und nicht der Internetzugang.

Die Abenteuer im Bild festhalten

Das Unternehmen Vtech, bekannt geworden durch Lerncomputer im Fisher-Price-Stil (viel gelbes Plastik), bietet mit der Kidizoom Action Cam das Pendant zu Papas Gopro. Geliefert wird sie mit dem passenden Zubehör, um sie am Fahrradlenker zu befestigen, so dass die kleinen Rocker ihre Abenteuer festhalten können, wenn sie die Nachbarschaft unsicher machen. Am Abend dann wird voller Stolz das Video den Eltern vorgeführt, worauf diese sich dann hoffentlich selbst davon überzeugen können, dass alle Menschen, Hunde und Autos in der Nachbarschaft dem eigenen Nachwuchs mit Wohlwollen begegnet sind.

Mit der Action Cam vom Vtech können die Kids ihre Abenteuer festhalten (Bild: Vtech)

Mit der Action Cam vom Vtech können die Kids ihre Abenteuer festhalten (Bild: Vtech)

Weniger Vergnügen dürfte die geringe Video-Auflösung von 320 × 240 Pixeln bereiten. Es können auch nur wenige Minuten festgehalten werden, bis der 256 MB fassende Speicher gefüllt ist. Die Bedienung erfolgt mittels Tasten, um einen Touchscreen handelt es sich nicht. Immerhin wird die Uhrzeit angezeigt. Eine Garantie für pünktliches Erscheinen zum Abendessen ist aber auch das nicht. Geladen wird die Action Cam per Micro-USB. Auf diesem Weg können die Daten auch auf einem PC gesichert werden. Zielgruppe: 5-12 Jahre. Meiner Meinung nach müssten beide Altersgrenzen ein wenig nach unten korrigiert werden.

Ein Weckruf fürs Abendessen

Die Kidizoom Smart Watch 2 von Vtech zeigt die Zeit nicht nur an, per Sprachausgabe wird sie auch angesagt. Es gibt zudem einen richtigen Wecker sowie eine Stoppuhr bzw. einen Countdown-Timer. Der Touchscreen lässt sich mit einfachen Wischgesten bedienen. Daneben befindet sich eine Taste, um die Smartwatch an- oder auszuschalten, und eine, um die Kamera auszulösen.

Die Smart Watch 2 von Vtech zeigt nicht nur die Uhrzeit, sondern vertreibt auch Langeweile (Bild: Vtech)

Die Smart Watch 2 von Vtech zeigt nicht nur die Uhrzeit, sondern vertreibt auch Langeweile (Bild: Vtech)

Neben Fotos lassen sich damit auch Videos aufnehmen. Über das Mikrofon können aber auch reine Sprachnachrichten aufgenommen werden. Hinzu kommen noch ein Taschenrechner, ein Kalender und ein paar einfache Spiele – aber auch ein Schrittzähler. Das ist dann das einzige Feature, das wirklich neu ist und die Kinderuhr von den Digitaluhren unterscheidet, die in meiner Jugend schon einige Nerds getragen haben. Marke Casio.

Mitbekommen, wenn das Kind in Stress gerät

Mit dem Fitnesstracker Kiddo hat sich Good Parents dann gleich von der Idee verabschiedet, Kinder mit einer Uhr begeistern zu können. Das Smartband für Kinder misst permanent die Pulsrate und die Temperatur, woraus sich ablesen lassen soll, wann es dehydriert ist, also etwas trinken sollte. Aber auch der Stresslevel, die Qualität des Schlafs und sogar die Kalorienaufnahme sowie das Wachstum soll sich daran ablesen lassen. Bei diesen Wearables für Kinder geht es also nicht um Spaß und Spiel, sondern um die Gesundheit der Kleinen.

Wearables für Kinder müssen kein Spielzeug sein. Das Kiddo-Smartband überwacht, wie es dem Kind geht (Bild: facebook.com/kiddowearable)

Wearables für Kinder müssen kein Spielzeug sein. Das Kiddo-Smartband überwacht, wie es dem Kind geht (Bild: facebook.com/kiddowearable)

Ob sich das alles so genau aus den getrackten Daten ablesen lässt, sei dahingestellt. Früher jedoch mussten Eltern ihren Kindern die Hand auf die Stirn legen und notfalls ein Thermometer unter die Achsel schieben – wenn sie denn überhaupt einen Verdacht hegten, denn Kinder sagen nicht immer, wenn etwas nicht stimmt. Der Wellness-Tracker von Good Parents ist für Kinder zwischen 3 und 10 Jahren gedacht und kann rund um die Uhr getragen werden. Er ist auch wasserdicht.

Was mir bei diesem Health-Wearable noch fehlt, ist ein Internetzugang. Denn wenn wirklich mal etwas nicht stimmt, wer hilft dem Kind in der Not? Meine Eltern wussten nicht, wo ich die ganze Zeit war. Ich habe die Nachmittage auf der Straße oder im angrenzenden Wald verbracht. Gut, das ist schon lange her und war auf dem Dorf. Heute werden die Kinder kaum noch aus den Augen gelassen, meist spielen sie im Zimmer nebenan. Ab und zu mal rübergehen und nach dem Rechten schauen, würde auch reichen.

Beitragsbild: Kiddo

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*