Auf der Jagd nach Google-Alternativen: Nein, ich will nicht, nein!

Google ist neugierig und muss meine Daten an noch neugierige staatliche Stellen abliefern. Zeit also, sich einmal nach Alternativen umzusehen – auch wenn mir das verdammt schwer fallen wird.

Das Schlimme ist: ich mag Google. Ja, das eigene Motto „Don’t be evil“ haben sie schon lange drangegeben, sie wollen alles über mich wissen und nicht wenige Kollegen werden nicht müde zu betonen, wie gefährlich das alles für mich sei, wenn Google mich besser kenne als ich mich selbst.

Dann wiederum hat Google noch nicht einmal den Anflug einer Bösartigkeit aufkommen lassen, mich mit meinen gesammelten Peinlichkeiten zu erpressen oder brisante Informationen über mich zu meinem Nachteil zu verwenden. Im Gegenteil: die meisten Google-Dienste sind praktisch, vielseitig. Und Google verwendet das Wissen über mich sehr oft zu meinem Vorteil.

Google-Alternativen: Ja, warum denn nur?

Also kurzum: Ich fühle mich bei Google derzeit in guten Händen, sei es auf dem Rechner, dem Smartphone oder – wenn’s sein muss – sogar auf dem Fernseher. Problem ist also eher, dass meine Daten in die falschen Händen geraten könnten. Weniger altruistische Oberhäupter als derzeit Sundar Pichai oder die faktischen Chefs Larry Page und Sergey Brin könnten natürlich irgendwann durch kapitalistischere, weniger sympathische Bosse wie Jeff Weiner (LinkedIn) oder einen Travis Kalanick (Uber) ersetzt werden. Cyberterroristen könnten meine Mails stehlen, Geheimdienste meinen Verlauf abfischen.

Letzteres vielleicht sogar legal. Ein US-Gericht hat Google jüngst dazu geurteilt, ausländische GMail-Mails auf Verlangen an das FBI auszuhändigen. Meine Mails also in – überspitzt gesagt – des Donalds Händen. Muss ich nicht haben.

Und daher die Idee, es wenigstens mal zu versuchen, sich einfach mal umzuschauen. Geht es auch ohne Google-Dienste? Kann ich ohne Qualitätsverlust wechseln? Sind Google-Alternativen wirklich sicherer? Und vielleicht sogar: besser?

Vielleicht sind manche Google-Alternativen ja sogar besser

Das möchte ich in den kommenden Wochen ausprobieren. Ich weiß jetzt schon, wo mir das relativ leicht fallen wird. Beim Browser etwa erwarte ich keine großen Schwierigkeiten, wenn ich von Google Chrome auf eine der zahlreichen Alternativen wechsle. Und ich ahne bereits, wo mich das Blut, Schweiß und Tränen kosten wird: bei GMail, meinem seit über zehn Jahren bevorzugten E-Mail-Dienst. Und bei der Google-Suche stelle ich es mir fast unmöglich vor, einen gleichwertigen Ersatz zu finden.

Keine Alternative sind dabei übrigens die Dienste anderer US-Unternehmen, die den gleichen Auflagen unterliegen wie Google. Also von GMail.com zu Outlook.com zu wechseln, dürfte witzlos sein. Es sollten alternative Anbieter her, am liebsten aus Europa. Also werde ich mal schauen, was es da gibt. Und über Tipps und moralische Unterstützung von euch würde ich mich dabei natürlich sehr freuen!

Wie die Jagd nach Google-Alternativen weitergeht, erfahrt ihr hier im Trendblog in der Serie Goodbye Google.

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5 Kommentare zu “Auf der Jagd nach Google-Alternativen: Nein, ich will nicht, nein!
  1. Ich nutzte Fastmail.com als Mailprovider und zahle auch dafür. Mir ist es das Geld wert. Das Unternehmen sitzt in Australien. Die Server stehen meines Wissens in New York, sind aber angeblich so verschlüsselt, dass die dortigen Behörden kein Zugriff darauf erhalten können. Bei Fastmail liegen auch meine Kalenderdaten.

    Als Suchmaschine nutze ich Startpage. Der niederländische Dienst fragt zwar auch bei Google an, aber in anonymisierter Form, so dass Google nicht weiß, dass die Anfrage von mir kam.

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