Der HomePod. Kommt erstaunlich spät. (Foto: Apple)

Apple WWDC: Updates, Updates, Updates – und ein schlauer Lautsprecher, der später kommt

Apple hat auf der eigenen Entwicklerkonferenz WWDC 2017 zahlreiche neue Updates für seine Hard- und Softwaresysteme vorgestellt. Auch ganz neue Hardware gab es zu bestaunen. Darunter den schlauen Lautsprecher HomePod, der allerdings erst Ende des Jahres fertig sein soll.

Neue Hardware, viel neue Software. Apple zeigte auf der Einführungsveranstaltung der eigenen Entwicklerkonferenz WWDC 2017 in San Francisco mehr als sonst. Ein wenig enttäuscht war zumindest ich als Beobachter allerdings von der Präsentation des smarten Lautsprechers HomePod.

Apple HomePod: Sonos-Echo-Konkurrent kommt erst viiieeel später

Den HomePad (siehe Beitragsbild oben) platzierte Apple in der Präsentation vor allem als smartes Musiksystem. Dieses soll die Umgebung analysieren und dann etwa erkennen, ob sich mehrere Personen im Raum befinden. Der Sound soll dann jeweils automatisch in die richtige Richtung gestreamt werden. Erst auf dem Ende der Feature-Liste erwähnte der bei der Präsentation sichtlich nervöse Apple-Manager Phil Schiller auch Siri als Teil des Systems. Anders als die Musikfunktion führte er den intelligenten Sprachassistenten allerdings noch nicht vor. Aus einem einfachen Grund: Der HomePod ist noch lange nicht fertig. Er soll erst im Dezember in den USA, U.K. und Australien in den Verkauf gehen. Der Rest der Welt muss noch bis zum nächsten Jahr warten. Damit ist Apple deutlich später dran als die Konkurrenten Amazon (Echo) und Google (Home). Kosten soll die Sonos-Alternative dann ab 349 US-Dollar.

Neuer AppStore im Magazin-Stil, iOS mit neuen Foto-Funktionen

Neu unter iOS 11 ist ein neuer App-Drawer in iMessage, der den Austausch mit anderen Anwendungen aus der App heraus erlaubt. So lassen sich künftig über iMessage mit Hilfe von ApplePay Direktüberweisungen zwischen Freunden tätigen. Siri kann künftig mehrfache Ergebnisse ausgeben und direkt zwischen sechs Sprachen übersetzen, darunter Chinesisch und Deutsch. Die Kamera-App wird künftig den H.265/HEVC-Codec unterstützen. Die Fotos-App nutzt ein Maschinenlernprogramm, um Personen und Ereignisse besser zu erkennen. Live-Foto erhält einen automatischen Loop, kann aber zudem auf Wunsch Langzeitbelichtungen erstellen, etwa von einem fließenden Bach mit absichtlicher Unschärfe. Das Control-Center wird größer und kann nun die Größe eines ganzen Fensters einnehmen.

iOS11: Der neue AppStore wird "magaziniger".

iOS11: Der neue AppStore wird „magaziniger“.

Für die Tablet-Version von iOS ist die App-Leiste Dock größer geworden und erinnert nun immer mehr an das Vorbild aus macOS. Auch Multitasking mit verschiedenen Fenstern übereinander wird unterstützt, ebenso jetzt Drag & Drop. Files ist ein neues Dateisystem für das iPad, das ähnlich wie der Finder auf dem Mac Dateien gut wieder auffindbar in Ordner unterteilt.

Außerdem erhält der AppStore ein schönes, neues Design, mit dem er Magazin-ähnlicher wird, etwa mit täglichen Empfehlungen. Machine Learning läuft bei immer mehr Apps im Hintergrund und wird für Apple immer wichtiger. Ebenso Augmented Reality, wofür es ein neues Entwickler-Paket gibt. Die meisten der AR-Möglichkeiten sind aufgepflanzte Anwendungen, also Dinge, die auf einer schon vorhandenen Plattform eingeblendet werden. Apple ebnet damit den Weg für ähnliche Anwendungen wie Pokémon Go. In einem beeindruckenden Demo sah man tatsächlich sogar solche, gegen die Pokémon Go ziemlich alt aussehen wird.

macOS High Sierra mit neuem Dateisystem, Safari mit AdBlocker light

Trotz der ähnlichen Features in iOS war Apple bemüht, die Weiterentwicklung von macOS für Desktop-Systeme zu unterstreichen. Die nächste Version wird macOS High Sierra heißen. Apple führt hier ein neues 64-bit-Dateisystem ein: AFPS. Damit gelingen etwa Video-Duplikationen in Sekundenbruchteilen statt bisher Sekunden. Ferner gibt es native Unterstützung für den H.265/HEVC-Videocodec.

Die neue Safari-Version, die im Herbst erscheinen soll, unterstützt dann Video Autoplay Blocking und Tracking Prevention, baut also auch eine Art AdBlocker gleich mit ein, ähnlich dem, was Google vergangene Woche vorgestellt hat. Apple Mail soll 35 Prozent weniger Speicherplatz verbrauchen. Bei Apple Fotos wurde die Gesichtserkennung verbessert, außerdem die Bildbearbeitung, die sich künftig ein wenig näher an Photoshop anlehnt. Viele der Updates bringen keine besonderen neuen Funktionen, sind aber darauf ausgelegt, weniger Speicher zu verwenden und/oder schnell zu laufen. Auch mal schön!

Neuer iMac Pro 2017

Neuer iMac Pro 2017

Ebenso wie der neue iMac Pro, laut Apple „der stärke Mac aller Zeiten“ mit einem 5K-Display, zentrifugaler Kühlung (bis zu 80 Prozent bessere Kühlleistung als in den letzten iMacs), ein Xeon-Prozessor mit bis zu 18 Kernen, Radeon Vega Graphics mit bis zu 22 Teraflops und 128 GB Grafikspeicher, 4x Thunderbolt 3, 10-GB-Ethernet. An den iMac Pro sollen sich auch noch zwei weitere 4K-Monitoren anschließen lassen. Erscheinen soll er allerdings erst später im Jahr.

Updates für alle iMacs und MacBook, Amazon Prime für Apple TV

Ganz anders das softe Update für bisherige iMacs und MacBooks. Alle Geräte erhalten ein Update auf Intels neue 7. Core-Prozessorgeneration („Kaby Lake“) und weitere kleinere Aufrüstungen, etwa teilweise beim Speicher. Leider gilt das nicht für die neuen MacBook Pro. Hier wurde bei der Vorstellung im vergangenen Jahr kritisiert, dass diese nicht mehr als 16 GB RAM mitbringen. Dabei bleibt es leider auch: Apple ändert daran nichts. Immerhin: Auch die bisherigen iMacs wurden deutlich aufgemotzt, erhalten hellere Displays, mehr Leistung und vor allem Unterstützung für Virtual Reality.

Die neuen iMac sollen jetzt deutlich heller leuchten und Virtual Reality unterstützen.

Die neuen iMac sollen jetzt deutlich heller leuchten und Virtual Reality unterstützen.

Für das Apple Watch-Betriebssystem watchOS gibt es neue Watchfaces und Anwendungen für Workouts oder Musiknutzung. Eine Art von Dock (wie auf macOS) kommt auch für watchOS: Man kann mit ein paar Gesten zwischen Apps hin- und herswitchen oder zwischen Informationen aus verschiedenen Apps. Beim Sport kann die Apple Watch nun automatisch passende Musik bereitstellen und die Navigation erleichtern. Siri wird eine größere Rolle auf der Apple Watch spielen. So gibt es ein Watchface, das in erster Linie mit Siri zusammenarbeitet. Drittanwendungen können Daten teilweise direkt von Sensoren oder eigener Hardware ohne Umweg des iPhones an die Apple Watch senden.

Für tvOS gab es nur eine große Neuigkeit: Eine Amazon Fire TV-App wird künftig auch auf Apples TVs verfügbar sein. Der Service ist mit vielen eigenproduzierten Serien, Filme und Channels mittlerweile unentbehrlich geworden, so dass auch Apple da nicht mehr nein sagen konnte.

Fazit: Nicht viel zu meckern, ein bisschen was aber doch

Alles in allem ein schönes Update, das Apple hier heute vorgestellt hat. Wie immer gibt es viele neue Funktionen für die Betriebssysteme iOS, macOS und watchOS. Die neuen iMacs sehen gut aus. Darüber beschweren, dass alle MacBooks endlich mit Intels aktueller Prozessorgeneration ausgestattet werden, wird sich sicher auch niemand. Etwas überrascht bin ich vom frühen Stadium des HomePod. Wenn der doch noch überhaupt nicht fertig ist, warum hat Apple ihn dann jetzt schon gezeigt? Das hätte man sich als „One more thing“ gut für die traditionelle Ankündigung des neuen iPhones im Herbst aufsparen können. Dann wäre es bis zum geplanten Verkaufsstart im Dezember auch nicht mehr so weit gewesen.

Bilder: Apple

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