AVerMedia-Spitzenmodelle im Test: Exzellente Streamer-Karten

Unsere AVerMedia-Testreihe beenden wir mit zwei internen Capture Cards. Diese sollen, so der Hersteller, für Streamer und Videoersteller gleichermaßen geeignet sein. Die Unterschiede zwischen beiden Modellen? Kleinere Nuancen, die aber entscheidend sein können.

Fazit: Kleine Unterschiede, große Wirkung

Zuverlässig, flexibel, komfortabel. Mit diesen drei Worten lässt sich AVerMedias Capture-Card-Duo Live Gamer HD 2 und Live Gamer 4K am besten beschreiben. Zu einem fairen Preis erhaltet ihr Capture Cards, die zum Streamen und Aufnehmen gleichermaßen geeignet sind.

Die Unterschiede liegen in Auflösung, Farbformat und Bildwiederholrate beim Recording. Für den gemeinen Twitch-Gamer reicht die Live Gamer HD 2. Wollt ihr hingegen mehr in die Videoerstellung gehen und euch für die Zukunft wappnen, ist die technisch besser ausgestattete Live Gamer 4K eine noch etwas bessere Wahl.

Natürlich werden auch die beiden vorgestellten Karten sich einem ewig währenden Streit stellen müssen. Extern oder intern? Die Frage, ob externe Karten bei der Bildqualität mithalten können, ist dank pfeilschnellem USB 3.1 mittlerweile obsolet. In Sachen Komfort und Hardware-Genügsamkeit sind die internen Karten noch ein Stück weit vorn. Insofern ergibt es Sinn, sich eben solche Einbaukarten genauer anzuschauen.

Streamer Guide: Das braucht ihr für euer Streaming-Setup

AVerMedia hat uns zwei Modelle zur Verfügung gestellt. Die AVerMedia Live Gamer HD 2 ist das Nachfolgemodell einer auf Twitch populären Capture Card im Einsteigersegment. Leichter Einbau, geringer Hardwarehunger, hohe Flexibilität machten das Ur-Modell zum Dauerläufer. Die zweite Revision kann Aufnahmen in 1080p60 stemmen und ist vom Hersteller auf Effizienz getrimmt.

Die Live Gamer 4K ist AVerMedias aktuelles Spitzenmodell und eine Investition in die Zukunft. Dank 4K-Capturing sollte sie neben der PlayStation 4 Pro und der Xbox One X auch fit für die kommende Konsolengeneration sein. Ein Schwung neuer Codecs, erweiterte Farbtiefe mit HDR und Extras wie die 240-fps-Aufnahme erweitern die Möglichkeiten, Material aufzunehmen oder zu streamen.

Preislich liegen beide Modelle gut einhundert Euro auseinander. Für wen sich der Aufpreis lohnt und wer besser bei der 1080p-Karte bleiben sollte, erläutern wir euch noch. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Hardware selbst.

Systemanforderungen

Da die Karten einen Großteil der Arbeit verrichten, reichen ein Mittelklasse-Prozessor, 4 GB Arbeitsspeicher und eine betagte Grafikkarte wie die NVidia GeForce GTX 650 aus, um Video-Signale mit FullHD (1080p) durchlaufen zu lassen. Die AVerMedia Live Gamer 4k unterstützt höhere Auflösungen bis zu 3.840 mal 2.160 Pixeln – dafür sind eine Nvidia GeForce GTX 1060 und 8 GB Arbeitsspeicher vonnöten.

Live Gamer HD 2Live Gamer 4K
Art der Karte / Steckplatzintern / PCI Expressintern / PCI Express
BetriebssystemWindows 7, Windows 8.1, Windows 10Windows 10 (64 bit)
ProzessorIntel Core i5-3330 oder besser (i7-3770 empfohlen)Intel Core i5-6XXX oder besser (für 4k)
Arbeitsspeicher4 GB8 GB (Dual-Channel, für 4K)
GrafikkarteNvidia GeForce GTX 650 / AMD Radeon R7 250X oder besserNvidia GeForce GTX 1060 oder besser

Softwareseitig setzt AVerMedia weiterhin auf RECentral. Dort nehmt ihr auf, verwaltet die Dateien oder rekonfiguriert die Geräte. Die Hardware ist auch kompatibel zu Streamlabs OBS, OBS Studio oder X-Split. Eine Einbindung in Adobe Premiere Pro CS6 zur Direktaufnahme war nicht möglich, da die betagte Video-Software kein H.265 unterstützt.

Die Unterschiede zwischen Live Gamer HD 2 und Live Gamer 4K

Gibt es neben der Auflösung weitere Unterschiede zwischen Live Gamer HD 2 und der Live Gamer 4K? Natürlich. Teils sind es kosmetische Upgrades. Die kleinere der beiden Modelle illuminiert das Innere eures PC-Gehäuse mit blauem Licht. Die 4K-Version leuchtet in unterschiedlichen Farben.

AVerMedia Live Gamer HD 2 Live Gamer 4k

Der Lieferumfang ist gewohnt spartanisch. Mehr als die Karte, Kabel und eine Schnellanleitung braucht es allerdings auch nicht.

Diese Revision kann allerdings auch 1080p-Videos mit bis zu 240 Bildern/s aufnehmen und bietet mit dem CyberLink PowerDirector 15 eine potente Video-Software als kostenlose Dreingabe.

Live Gamer HD 2Live Gamer 4K
Kartejaja
KabelHDMI-Kabel, 3,5-mm-AudiokabelHDMI-2.0-Kabel
BeigabenSchnellstartanleitungSchnellstartanleitung, Registrierkarte für den CyberLink PowerDirector 15

Installation und Ersteinrichtung

Die Installation ist naturgemäß etwas aufwendiger als bei externen Karten. Das Gerät einfach per Strippe mit dem PC verbinden ist eben nicht. Ihr sucht den PCI-Express-Steckplatz, lasst die Karte in eben diesem einschnappen und schraubt gegebenenfalls die Blende an. Der Einbau ist, wenn ihr im Hardware-Einbau geübt seid, in drei bis zehn Minuten erledigt. Nach dem PC-Start richtet Windows die Treiber ein, dann ist die Karte im Gerätemanager gelistet und einsatzbereit.

AVerMedia Live Gamer Ultra

RECentral ist der zentrale Hub zum Aufnehmen und Bearbeiten. Praktisch: Neben der Rechnerauslastung seht ihr auch, wie viele Stunden ihr auf der Festplatte aufzeichnen könnt.

Die Erfahrungen mit beiden Modellen sind durchweg positiv. Aufnahmen in RECentral (zum kostenlosen Download) gehen flott und einfach von der Hand, im Streaming-Betrieb glänzten beide Modelle mit einer sehr geringen, nicht spürbaren Latenz. Die CPU-Last war auf unserem Test-System minimal, selbst 4K-Passthrough und -Aufnahmen konnten den Rechner nicht stressen. Mit den Bordmitteln habt ihr die Möglichkeit, das Material mit wenigen Klicks anzupassen. Zwischen einer optimalen Bildqualität und der besten Kompression liegen mitunter Welten. Hier gilt aber: Habt ihr den Speicherplatz, nehmt ihr die Dateien in einem großen Format auf und rechnet sie später herunter.

Für wen lohnt sich das 4K-Modell – und für wen die Live Gamer HD 2?

Insgesamt fünf Wochen waren beide Capture Cards abwechselnd im Einsatz. Und die Antwort auf die Frage, für wen sich welche der beiden Capture Cards lohnt, ist in der Tat schwierig zu geben. Eine objektive, allgemein gültige Beantwortung scheint kaum möglich. Daher die persönlichen, subjektiv gefärbten Eindrücke.

AVerMedia Live Gamer HD 2 Live Gamer 4K

Die AVerMedia Live Gamer HD 2 (oben) bietet zusätzliche Audio-Anschlüsse – das Spitzenmodell Live Gamer 4K (unten) punktet mit potenterer Hardware.

Ich persönlich würde das 4K-Modell der Live Gamer HD 2 vorziehen. Und ja, das auch angesichts des hohen Preisaufschlags. Für mich liegt das in der perspektivischen Nutzung begründet. Vor etwa drei Jahren kaufte ich mir die mittlerweile nicht mehr erhältliche AVerMedia Gamer Lite HD, ein Einsteigermodell für damals unter einhundert Euro. Ob PlayStation 4, Xbox One oder Switch – die Gamer Lite HD leistete ausnahmslos gute Dienste.

Jedoch erreichte ich nach wenigen Monaten die Hardware-Grenzen des kleinen Modells. 1080p-Aufnahmen mit RECentral waren lediglich mit 30 fps möglich, zudem hatte der Codec-Chip Probleme, Rottöne geschmeidig darzustellen. Stattdessen waren hässliche Klötze auf dem Screen zu sehen, was den Gesamteindruck schmälerte.

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Von solchen Kinderkrankheiten sind die Live Gamer HD und die Live Gamer 4K befreit. In beiden Fällen erhaltet ihr zuverlässige, qualitativ hochwertige Hardware. Seid ihr nur auf Twitch und Co. als Streamer unterwegs, setzen euch diese Plattformen ohnehin eine Begrenzung bei 1080p. Wozu also mehr ausgeben? Ganz einfach: Zur Konsolenzukunft gehören HDR, 4K-Auflösung und eine stabile 60-Hz-Bildwiederholfrequenz. Die PlayStation 4 Pro und Microsoft Xbox One X nutzen solche Zusatzfunktionen bereits. Die für 2020 erwarteten Nachfolger werden einen neune Bildstandard etablieren, für den ihr euch mit einer entsprechend kompatiblen Capture Card schon rüsten könnt.

Die AVerMedia Live Gamer HD 2 könnt ihr bei Euronics kaufen. Natürlich führen wir auch das Spitzenmodell AVerMedia Live Gamer 4K.

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