E-Autos bis zu 9.500 Euro günstiger: Der Durchbruch für Stromer?

Mit dem erhöhten Umweltbonus möchte die Bundesregierung Anreize für E-Autos schaffen. Kommen Elektroautos damit in der Mitte der Gesellschaft an? Fraglich.

Seit dieser Woche gilt rückwirkend ab Juni eine neue Förderung für Elektroautos und Plugin-Hybride. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die so bezeichnete Förderrichtlinie zur Innovationsprämie geändert. Im Klartext bedeutet das: Der staatliche Anteil an der Vergünstigung ist noch doppelt so hoch, während der Herstelleranteil gleichbleibt.

Elektroautos wie das von Euronics vertriebene Aiways U5: Sauberer als ein Benziner

Elektroautos wie den Aiways U5 bekommt ihr mit Zulagen 9.000 Euro günstiger

Ab jetzt, bis zum 31. Dezember 2021 beträgt die Vergünstigung für Elektrofahrzeuge bis 9.000 Euro und für Plug-in-Hybride bis zu 6.750 Euro. Das gilt für Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro. Liegen Fahrzeuge darüber, beträgt der Bonus für Elektroautos 7.500 Euro und für Plug-in-Hybride 5.625 Euro.

Die Unterstützung bekommt ihr für folgende Fahrzeuge:

  • Neue Fahrzeuge, die nach dem 3. Juni 2020 und bis einschließlich zum 31. Dezember 2021 erstmalig zugelassen werden, sowie
  • junge gebrauchte Fahrzeuge, mit einer Erstzulassung nach dem 4. November 2019 und einer Zweitzulassung zwischen dem 3. Juni 2020 und dem 31. Dezember 2021.

Und das ist noch nicht alles: Kauft ihr bis Ende 2020 ein Elektroauto, profitiert ihr auch noch vom gerade reduzierten Mehrwertsteuersatz (16 statt 19 Prozent). Die höchstmögliche Ersparnis summiert sich damit auf rund 9.500 Euro.

Mit der finanziellen Unterstützung möchte die Bundesregierung den Kauf von Elektroautos und Hybriden ankurbeln. Meiner Meinung nach ist das eine gute Sache, da E-Autos umweltfreundlicher als Benziner oder Dieselfahrzeuge sind. Außerdem versprühen sie ein Flair von Zukunft, da es eine neue Technologie ist, die es in den Massenmarkt geschafft hat.

Sind E-Autos attraktiv?

Gerade in Deutschland stehen viele Menschen dem Elektroauto noch skeptisch gegenüber. Man hört oft Argumente wie: „Das muss ich ja ständig aufladen“ oder „Elektrizität kommt auch irgendwo her und der Prozess ist nicht umweltfreundlich“. Häufig bringen Skeptiker die Produktion der Lithium-Ionen-Akkus an, deren Herstellungsprozess ebenfalls nicht umweltschonend ist.

Das sind auch zum Großteil legitime Argumente. Neue Technologien haben immer ihre Kinderkrankheiten. Was das Umweltthema angeht, denke ich, dass Elektroautos trotz einiger stimmiger Argumente immer noch umweltfreundlicher fahren als Autos mit Motoren. Strom wird immer häufiger umweltfreundlich produziert, und diese Arten der Gewinnung werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

Solar-Energie schafft sauberen Strom

Die Herstellung der Akkus ist momentan nicht ideal, was vor allem an der Lithium-Gewinnung liegt. Aber auch hier arbeiten Forscher an Möglichkeiten den Prozess umweltfreundlicher zu gestalten. Wie zum Beispiel diese Forscher aus Deutschland. Insgesamt ist der CO2-Fußabdruck des Elektroautos schon jetzt kleiner.

Das Argument mit der Reichweite wundert mich. Denn viele Elektroautos haben eine Reichweite von ungefähr 300 bis 500 Kilometern. Immer wenn ihr mit dem Auto nach Hause kommt, könnt ihr es in der Nacht oder bei Nichtgebrauch aufladen. Ihr könnt also meistens mit einem vollen Akku die Fahrt starten.

Dann würde ich davon ausgehen, dass die meisten Menschen ihr Auto hauptsächlich für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen und für sonstige Erledigungen im Alltag nutzen. Sollte eure Arbeit also nicht mehr als 150 Kilometer von eurem Wohnort entfernt sein, bekommt ihr mit einem Mittelklasse-Elektroauto keine Probleme.

Die öffentliche Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge wächst kontinuierlich.

Und wenn es dann doch mal eine längere Fahrt, zum Beispiel in den Urlaub, sein soll, gibt es viele Ladestationen in Deutschland. Laut dem Ladesäulen-Netzwerkbetreiber Compleo sind es mehr als 26.000 deutschlandweit. Da könnt ihr dann auch mal eine Pause einlegen, einen Kaffee trinken und euch von der Fahrt erholen – was auf langen Strecken ohnehin ratsam ist. Natürlich dauert es länger als das Tanken eines Diesels oder Benziners, aber eine entspannte Pause ist doch auch mal was Schönes.

Was hat das mit dem Umweltbonus zu tun?

Meiner Meinung nach sind Elektroautos eine gute Sache, der viele Menschen zu Unrecht skeptisch gegenüberstehen. Ein Fakt ist aber, dass Elektroautos momentan noch recht teuer sind im Vergleich zu Dieselfahrzeugen oder Benzinern. Durch die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung denkt vielleicht der eine oder die andere eher darüber nach, ob das nächste Auto nicht doch vielleicht ein Elektroauto sein könnte.

Auch teure E-Autos bekommen noch einen Umweltbonus. Quelle: DS Automobiles

Ich denke nicht, dass der Umweltbonus den großen Durchbruch für Elektroautos bringend wird, eben weil diese Autos auch mit dem Bonus immer noch vergleichsweise hochpreisig sind. Aber ich hoffe, zum einen, dass er Menschen hilft, die mit dem Gedanken spielen sich einen Stromer zu kaufen, ihr Wunschauto zu finanzieren. Und zum anderen, dass auch alle anderen zumindest einmal kurz darüber nachdenken, ob ein Elektroauto nicht doch eine realistische Option ist.

Ich würde auch gerne eure Meinung zu dem Thema hören. Sind Elektroautos eine realistische Option für euch oder sind sie momentan einfach zu teuer? Hat der neue, erhöhte Umweltbonus eure Meinung zum Thema Elektroauto geändert oder hat er keinen Einfluss auf die Wahl eures Autos? Sagt es mir in den Kommentaren!

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2 Kommentare zu “E-Autos bis zu 9.500 Euro günstiger: Der Durchbruch für Stromer?
  1. Ich finde das man Strom „beinahe“ direkt als Antriebsenergie besser nutzen kann als das man damit Fossile Energieträger erst Förderm, aufbereiten, transportieren muß um dann damit sein Auto zu betreiben.
    Es weiß ja inzwischen wohl jeder das E-Motoren weit efizienter arbeiten als Benzin Motoren.
    Reichweitenangst brauch man in Deutschland auch nicht mehr zu haben. Beihnahe alle 50 km gibt es die Möglichkeit seinen „Stromer“ auf Langstrecke zu „Tanken“.

  2. E-Autos sind angenehm. Sie sind wunderbar zu fahren, die Automatik ist perfekt, an die immer aktive Motorbremse gewöhnt man sich sehr schnell und mag sie nicht mehr missen.
    E-Autos wurden bisher aber eher ausgebremst, als ernsthaft gefördert. Auch die Kaufprämie ändert das nicht. Der Haken sind die Ladepunkte. Ihre flächendeckende Verbreitung wurde durch provinzielles Vorgehen der Stromversorger, das veraltete Wohneigentumsgesetz, konservative Autohändler, die nicht Hand-in-Hand mit dem Elektrohandwerk kooperieren wollten und die kein Interesse am Produkt hatten, weil die Hersteller keine ausreichenden Margen anboten, massiv behindert. Nur überzeugte Erstkäufer haben diese Hindernisse bisher ignoriert.
    E-Autos sind dennoch nicht aufzuhalten. Nach der Novelle des WEGs werden sie bald zu vielen Haushalten gehören, weil sie helfen, die Energiekosten zu dämpfen. Das E-Auto als Pufferbatterie wird durch Rückzahlungen der Energiekonzerne für den Fahrzeughalter Einnahmen erzielen. Das wird jedoch nicht ohne die Politik durchzusetzen sein

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