True Wireless In-Ear-Kopfhörer

True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer: Welche gibt es und was ist so toll daran?

True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer sind ein Megatrend. Kopfhörern werden für unbeschwerten Musikgenuss einfach alle Kabel gekappt. Wir stellen euch eine Auswahl der interessantesten Modelle vor.

Im Jahr 2016 präsentiert Apple seine AirPods der Öffentlichkeit. Sogenannte True-Wireless-Kopfhörer: kabellose Kopfhörer, die auch untereinander nicht durch ein Kabel verbunden sind. Sie werden in einer Ladeschale aufbewahrt und aufgeladen. Wie schon so oft löste Apple damit einen Trend aus – ohne damit der erste auf dem Markt zu sein. Der Artikel stellt einige der aktuellen True Wireless Kopfhörer vor.

Bragi Dash – die Mutter aller True Wireless In-Ear-Kopfhörer

Es gab MP3-Player vor dem iPod, Smartphones vor dem iPhone, Tablets vor dem iPad und Smartwatches vor der Apple Watch. Und es gab auch True Wireless Kopfhörer vor Apples AirPods.

2013 gründete der Däne Nikolaj Hviid, früher unter anderem Head of Design bei Harman, das Unternehmen Bragi. 2014 sammelte Bragi zur Finanzierung seiner True-Wireless-Kopfhörer mit dem Namen Dash über 3,3 Millionen US-Dollar auf Kickstarter ein. 2015 – rund ein Jahr vor der Vorstellung der Apple AirPods, brachte Bragi „The Dash“ auf den Markt. Zu der Zeit hatte das Unternehmen bereits 85 Angestellte. Bragi hat seinen Hauptsitz in München.

Bragi Dash Pro

Die aktuellen Bragi Dash Pro sind mit dem Bragi OS ausgestattet. Durch Updates dieses Bragi-Betriebssystems können die Kopfhörer neue Fähigkeiten erhalten, die sie beim Kauf noch nicht hatten. Momentan sind sie in der Lage, individuelle Hörprofile zu erstellen. Dazu absolviert man einen sechsminütigen Hörtest, die Kopfhörer stellen sich dann auf das individuelle Ergebnis ein.

Zudem kann man Alexa aufrufen. Auch andere True-Wireless-In-Ears sind mit einem Sprachassistenten ausgestattet. Bei den Jabra Elite Active 65t hat man sogar die Wahl zwischen Alexa und – je nach verbundenem Smartphone – Siri oder Google. Aber bei den Bragi Dash muss man nicht einmal einen Finger rühren, um den Sprachassistenten zu nutzen. Musik, Aktivitätstracker und Sprachassistent lassen sich über Kopfbewegung aufrufen.

Alle Einstellungen lassen sich über eine eigene App an die persönlichen Anforderungen anpassen.

Eine Besonderheit der Bragi Dash Pro ist ihr integrierter 4GB-Speicher. Damit kann man auch ohne verbundenes Smartphone Musik oder Podcasts hören. Bragi verspricht rund 5 Stunden Betriebsdauer mit einer Akkuladung. Mit der Energie aus der Ladeschale sollen insgesamt 30 Stunden möglich sein, ohne dass man eine Steckdose benötigt.

Apple AirPods

Apples AirPods haben True-Wireless-Kopfhörer wohl erst so richtig bekannt gemacht. Sie unterscheiden sich von den meisten anderen Herstellern dadurch, dass sie nicht mit Silikonstopfen am Eingang des Gehörgangs sitzen. Stattdessen klemmt man sie in die Ohrmuschel.

Mit den passenden Ohren ist das sehr praktikabel. Aber es gibt eben keine verschiedenen Größen zur Anpassung. Ich empfinde den Sitz als sehr angenehm. Bei meiner Tochter führt Apples Kopfhörerbauweise nach einer Zeit zu einem Druckgefühl. Ein Kollege wiederum hat einen Airpod beim Sport verloren.

Mit eigenem W1-Chip

Von der Bauweise abgesehen, haben die Airpods noch andere Besonderheiten. Sie sind mit einem Apple-eigenen Chip, dem W1 ausgestattet. Dieser sorgt für eine besonders schnelle und stabile Bluetooth-Verbindung und für optimales Akku-Management.

So lassen sie sich automatisch mit anderen Geräten verbinden, die mit der gleichen Apple ID in der iCloud angemeldet sind wie das ursprünglich verbundene Gerät. Allerdings müssen diese Geräte mindestens mit iOS 10, macOS Sierra, watchOS 3 oder höher laufen haben. Mit Android- und anderen Bluetooth-Geräten besteht eine ganz normale Bluetooth-4.2-Verbindung.

Nimmt man einen AirPod aus dem Ohr, stoppt die Musik automatisch. Sie fährt auch automatisch fort, wenn man den AirPod wieder einsetzt.

Bei Telefonaten erkennt ein Stimmbeschleunigungs­messer, wenn der Träger spricht. Die Mikrofone filtern dann automatisch Hintergrund­­geräusche heraus und heben die Stimme hervor.

Apples AirPods habe eine Betriebsdauer von rund 5 Stunden pro Ladung. Im Ladecase steckt Energie für weitere Aufladungen bis zu insgesamt 24 Stunden.

Jabra Elite (Active) 65t

Die Jabra Elite 65t sind, wie die Bragi Dash Pro, True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer. Die Variante mit Active im Namen verfügt über die Schutzklasse IP 56 (Schutz gegen Staub und starkes Strahlwasser) statt IP 55 und ist mit einem Bewegungssensor ausgestattet. Ansonsten bieten beide Varianten die Wahl zwischen verschiedenen Sprachassistenten (wie oben beschrieben) und halten bis zu 5 Stunden mit einer Akkuladung durch. Mit der Energie aus der Ladeschale kommen die Kopfhörer auf 15 Stunden.

Mit der dazugehörigen App kann man die Elite 65t genauestens für die eigenen Bedürfnisse konfigurieren. Es lassen sich zum Beispiel Profile mit unterschiedlichen Equalizereinstellungen wählen. Hear Through wird mit einem Doppeltipp auf den rechten Hörer ein- oder ausgeschaltet. Dann werden Hintergrundgeräusche entweder über die Mikrofone an den Nutzer weitergeleitet (etwas für Durchsagen in der Bahn) oder eben nicht, dann kann man ungestört arbeiten oder Musik hören.

Auch sogenannte Soundscapes lassen sich auswählen. Dabei werden Außengeräusche übertönt durch das Abspielen von Geräuschen wie Wasserfall, Ozeanwellen oder Regen. Auch weißes oder rosa Rauschen ist im Programm.

Die Version Jabra Evolve 65t sind laut Jabra die weltweit ersten UC-zertifizierten True-Wireless-Kopfhörer für den Geschäftsbereich. Sie werden mit einem Bluetooth-Adapter für Mac oder PC ausgeliefert und lassen sich gleichzeitig mit Computer und Smartphone verbinden. Außerdem sind sie für Skype for Business und andere gängige Unified-Communications-Systeme zertifiziert.

Jabra Elite Sports

Wenn der Bewegungssensor der Jabra Elite Active nicht ausreicht, kann man zu den Jabra Elite Sport True-Wireless-In-Ear-Kopfhörern greifen. Die messen auch die Herzfrequenz, ermitteln mit der dazugehörigen App den VO2-Bereich und geben Tipps zur Regeneration. Durch dieses personalisierte Audio-Coaching in Echtzeit soll man smarter trainieren, nicht härter.

Die Jabra Elite Sports sind nicht nur mit 3 EarGel-Sets aus Silikon und 3 Sets Schaumstoff-Enden ausgestattet. Zusätzlich sorgen 3 EarWing-Sets für den richtigen Halt in der Ohrmuschel.

Samsung Gear IconX (2018)

Die Samsung Gear IconX sind mehr als True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer. Laut Hersteller sind sie Kopfhörer und MP3-Player in einem. (…) Wenn Sie Ihr gekoppeltes Smartphone doch dabei haben, können sie zum Bluetooth-Headset werden, mit dem Sie sogar telefonieren können. Bis zu 1.000 Titel sollen im Speicher Platz finden, das reicht auch für eine lange Laufrunde. Denn die Samsung Gear IconX sind auch für das Training konzipiert. Der Auto Tracking-Modus erfasst die Bewegungsdaten des Nutzers und der eingebaute Sprachcoach gibt Fitnesstipps.

Sony WF-SP700N

Auch Sony setzt mit seinen True-Wireless-In-Ear-Kopfhörern WF-SP700N auf die Sportler. Beworben wird besonders die digitale Geräuschminimierung, mit der man Umgebungsgeräusche ausblenden kann, um konzentriert zu bleiben. Alternativ lässt sich aber auch der Modus für Umgebungsgeräusche aktivieren, um beim Joggen nicht unter die Räder zu kommen. Die Stärke der jeweiligen Einstellung lässt sich in der App anpassen.

Sennheiser Momentum True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer

Die Sennheiser Momentum True Wireless In-Ears (wir haben sie für euch ausprobiert) sind die jüngsten der hier genannten Kopfhörer. Auch sie kommen mit einer eigenen Ladeschale, die einen edlen Textilüberzug hat. Eine Akkuladung reicht für 4 Stunden Betriebsdauer; durch die Energie der Ladeschale kommen noch einmal 8 Stunden dazu. Die Ladeschale besitzt keine Micro-USB- oder Lightning-Buchse. Stattdessen wird sie über USB-C geladen.

Neben ihrem guten Klang zeichnen sich die Sennheiser Momentum True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer durch ihren sicheren und bequemen Sitz im Ohr aus.

War das schon alles?

Natürlich nicht. Die genannten True-Wireless-Kopfhörer bilden nur einen kleinen Teil eines wachsenden Segments ab. Sie sind noch relativ teuer, rund 300 Euro zahlt man zum Beispiel für die Sennheiser Momentum True Wireless. Die Apple AirPods (Shoplink) sind mit rund 200 Euro da schon vergleichsweise günstig. Auch Jabra ist mit den Elite Active 65t und den Elite Sports in dieser Preisklasse angesiedelt.

Aber es gibt auch schon Anbieter, die True Wireless In-Ear-Kopfhörer für unter 100 Euro anbieten, z.B. die Cellular Line Hide (Shoplink) oder die Soundcore Liberty Lite von Anker Innovations. Hier muss man mitunter ein paar Abstriche in der Qualität einplanen.

Kurzum: Der Trend geht hin zu wirklich kabellosen Kopfhörern. Es gibt keinen Kabelsalat oder Kabelbruch und man braucht bei modernen Smartphones ohne 3,5-mm-Klinkenbuchse keinen Adapter. Spätestens seit Bluetooth 4.2 klappt es auch mit der schnellen und zuverlässigen Verbindung. Und hat man erst einmal die kabellose Freiheit ausprobiert, hat man meist keine Lust mehr, zu Kabelkopfhörern zurückzukehren. Probiert es selbst aus! Die Zeit ist reif.

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Ein Kommentar zu “True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer: Welche gibt es und was ist so toll daran?
  1. Ich bin sehr zwiegespalten bei den True Wireless Headphones. Ich hatte jetzt schon einige zuhause und was mir bei fast allen aufgefallen ist, sind die Verbindungsabbrüche für Millisekunden. Da gibt es auch keinen Unterschied zwischen bekannten Marken und und weniger bekannten Marken. Die einzigen TW-Headphones die diese Verbindungsabbrüche nicht hatten, waren die Apple Airpods, dafür war mir aber hier der Klang zu dünn. Ich hätte gern ein paar ordentliche TW-Headphones, warte aber lieber noch bis diese Kinderkrankheiten ausgemerzt sind. Im Augenblick benutze ich die Libratone Track+ Bluetooth Kopfhörer und wenn es richtig kalt ist auch meine Marshall Monitor Bluetooth Over-Ear-Kopfhörer. Die Libratone Kopfhörer kann ich echt empfehlen! Guter Klang, toller Tragekomfort, zuverlässig, stylisch und hat gute Tests im Netz (https://curved.de/reviews/libratone-track-614730 // https://www.kopfhoerer.de/test/libratone-track/).

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