Frau mit Bose Sleepbuds (Bild: Bose)

Bose Sleepbuds im Test: Schlaft endlich besser dank Noise Masking

Die Bose Sleepbuds geben Regenplätschern wieder, doch keine Musik. Das könnte euren Schlaf verbessern. Was unterscheidet Noise Masking von Noise Cancelling?

Habt ihr auch Probleme einzuschlafen? Oder werdet mitten in der Nacht wach? Ich habe einen leichten Schlaf, und das hat verschiedene Gründe. Zum Beispiel reagiere ich leicht auf Geräusche. In der letzten Woche durfte ich die Bose Sleepbuds testen. Vor allem in der zweiten Hälfte der Nacht schlief ich besser. Morgens startete ich erholter in den Tag.

Wie funktioniert Noise Masking?

Bei Bose denken viele zuerst an Active Noise Cancelling (ANC). Die QuietComfort 35 (Test) trage ich gerade selbst. Allerdings arbeiten die Sleepbuds nicht mit Gegenschall, sondern mit einer anderen Technik: Noise Masking, auch Sound Masking genannt. Meine Aufmerksamkeit wird von störenden Geräuschen abgelenkt – weil ich Angenehmeres höre.

Beim Gegenschall löschen sich die Frequenzen gegenseitig aus. Im besten Fall hört ihr dann nichts mehr. Tatsächlich tragen nicht wenige Menschen ANC-Kopfhörer ohne Musik auf den Ohren. Das funktioniert durchaus. Beim Noise Masking jedoch muss immer etwas abgespielt werden.

Das bewegt sich dann auf ähnlichen Frequenzen wie das Störgeräusch. Im Schlaf achtet ihr dadurch eher auf das, was die Sleepbuds euch einflüstern. Das Schnarchen, das von der anderen Betthälfte kommt, wird überlagert. Die Washington Post nennt die Sleepbuds deshalb auch Snore Cancelling Kopfhörer.

An dieser Aufgabe könnte Noise Cancelling sogar scheitern. Niedrige Frequenzen lassen sich damit besser elimieren als höhere. Das Rattern im Zug tritt dann in den Hintergrund, die Gespräche im Umfeld jedoch weniger. Auch der Schnarcher auf der anderen Bettseite oder das Baby im Nebenzimmer würde so nicht gut herausgefiltert.

Noise Masking funktioniert nicht nur bei gelegentlichen Geräuschen wie bei der ratternden Durchfahrt einer nächtlichen Straßenbahn. Auch das andauernde Geräusch einer Klimaanlage lässt sich recht gut maskieren.

Was können die Bose Sleepbuds?

Die Bose Sleepbuds sind so klein, dass sie komplett ins äußere Ohr passen und nicht herausragen. Die knopfartige Technik misst weniger als 1,5 Zentimeter im Durchmesser und wiegt 2,3 Gramm. Silikon-Tips in drei Größen werden mitgeliefert. Daran hängen kleine Flügel, die in der Ohrmuschel etwas Spannung aufbauen und so die Sleepbuds in Position halten. Ein bei Bose bewährtes Konzept. Mir passte bereits die mittlere Größe.

Die Bose Sleepbuds bieten nur das Nötige an Technik und sind deshalb sehr kompakt (Bild: Peter Giesecke)

Die Bose Sleepbuds bieten nur das Nötige an Technik und sind deshalb sehr kompakt. (Bild: Peter Giesecke)

Die Sleepbuds arbeiten nicht nur mit Noise Masking, sie schirmen Geräusche auch passiv ab. Dafür liegen die Tips auf dem Gehörgang auf und verschließen ihn größtenteils. Ahnlich wie Ohrenstöpsel aus Wachs. Sie werden also nicht in den Gehörgang eingeführt wie In-ear-Kopfhörer oder Ohrenstöpsel aus Schaumstoff.

Mit letzteren komme ich zum Beispiel gar nicht zurecht. Ich mag es nicht, wenn mein Gehörgang komplett dicht ist. Ohrenstöpsel aus Wachs nutze ich gelegentlich. Meist entferne ich sie dann aber mitten in der Nacht. Bei den Sleepbuds hatte ich dieses Verlangen nicht.

Der Flügel am Bose Sleepbud sorgt für einen festen Halt im Ohr (Bild: Peter Giesecke)

Der Flügel am Bose Sleepbud sorgt für einen festen Halt im Ohr (Bild: Peter Giesecke)

Da ich Seitenschläfer bin, liege ich fast die ganze Nacht auf einem der Buds. Für mich war das kein Problem. Ich kann aber auch gut auf den Bose Soundsport (Test) liegen, wenn ich abends im Bett noch einen Podcast höre. Meist schiebe ich dann eine Hand unter die Wange. Letztlich muss aber jeder Nutzer für sich herausfinden, ob die Sleepbuds angenehm im Ohr sitzen.

Einstellungen vornehmen

Die Sleepbuds verbinden sich über Bluetooth mit einem Smartphone oder Tablet, auf dem die Bose-Sleep-App läuft. Es gibt sie für iOS und für Android. Die Einrichtung darüber ist schnell gemacht. Die App leitet vorbildlich durch den Prozess. Bevor ihr dann zu Bett geht, setzt ihr die Sleepbuds ins Ohr und ruft einmal kurz die App auf.

Dort wählt ihr eine von aktuell zehn Soundschleifen – die meisten entstammen der Natur (Regen, Meer, Wind). Es wird aber auch das gleichmäßige Motorengeräusch eines Flugzeugs angeboten. Ich habe mit einem Bachrauschen begonnen, dabei allerdings die Laustärke zu hoch gewählt. Diese lässt sich nur über die App ändern, nicht am Sleepbud selbst.

Die Bose Sleep App bietet aktuell zehn Soundschleifen zur Auswahl (Screenshots)

Die Bose Sleep App bietet aktuell zehn Soundschleifen zur Auswahl. (Screenshots)

Ebenfalls am Abend wird festgelegt, wie lange ihr den Sound hören wollt: eine bestimmte Zeit über oder die gesamte Nacht. Je nachdem, ob ihr nur die entspannende Wirkung des Noise Masking beim Einschlafen nutzen oder euch vor jederzeit eintretbaren Störungen schützen wollt.

Die Sleepbuds können euch auch wecken. Die Weckzeit wird ebenfalls über die App festgelegt. Der Vorteil: Ihr weckt euren Bettnachbar nicht mit. Der Nachteil: Wenn ihr die Sleepbuds im Halbschlaf herausnehmt, weil sie doch unbequem sitzen, hört ihr das Signal nicht. Am besten stellt ihr zur Sicherheit euren Smartphone-Alarm fünf Minuten später.

Wie lange hält der Akku?

Die kleine Bauform hat ihren Preis. Bose hat so viel Technik wie möglich weggenommen, damit die Sleepbuds noch ins Ohr passen und nicht drücken. Kabellose Kopfhörer wie die Bose SoundSport Free wireless (Shop) schauen jedoch immer etwas heraus. Auf ihnen lässt sich nicht liegen. Zudem verfügen sie nur über eine kurze Akkulaufzeit.

Der Akkustand der Sleepbuds wird übersichtlich in der Bose Sleep App angezeigt (Screenshots)

Der Akkustand der Sleepbuds wird übersichtlich in der Bose Sleep App angezeigt (Screenshots)

Die kleinen Bose Sleepbuds verfügen jedoch über eine wesentlich längere Laufzeit von 16 Stunden, da sie keine Musik abspielen können. Sie sind auch kein Sleep-Tracker und verfügen nicht über Active Noise Cancelling. Bei der Bluetooth-Verbindung handelt es sich auch nur um eine per Bluetooth Low Energy (Bluetooth LE).

Mit einer kompletten Ladung halten sie also zwei Nächte durch – und am Morgen erklingt immer noch der Wecker. Durch einen weiteren Akku in der Ladeschale erhöht sich die Laufzeit um weitere 16 Stunden. Wer unterwegs ist, braucht also oft das Ladekabel nicht mitzunehmen. Die Box selbst wird über Micro-USB mit Strom versorgt.

Schicke Ladeschale

Die Sleepbuds lassen sich nur in der Ladeschale laden. Diese ist aus Metall gefertigt, also sehr stabil, und sieht aus wie eine Schminkdose. Die gummierte Unterfläche hat auf dem Nachttisch einen festen Stand, sodass ihr sie nicht versehentlich herunterwischt, wenn ihr im Halbschlaf mit der Hand danach greift.

In der Ladeschale werden die Sleepbuds per Magnet in Position gebracht, sodass sich die Ladekontakte berühren und Strom fließt. Einige Tester bemängeln, dass dies nicht zuverlässig funktionieren würde. Wenn ihr noch einmal kurz auf die Buds drückt, kippen sie leicht. Spätestens das bringt die Buds meiner Erfahrung nach in die richtige Position.

Die Ladeschale lädt die Bose Sleepbuds und bewahrt sie sicher auf (Bild: Peter Giesecke)

Die Ladeschale lädt die Bose Sleepbuds und bewahrt sie sicher auf (Bild: Peter Giesecke)

Wer immer noch misstrauisch ist, sollte tagsüber einfach kurz in die Box schauen. Dort zeigen LEDs an, ob jeder der Sleepbuds sowie die Ladeschale geladen wird oder bereits vollständig geladen ist. Die Lichter sind nur zu sehen, wenn die Box geöffnet ist. Sie stören also nicht die Nachtruhe. Auch die App zeigt die Ladezustände beider Buds an.

Sollte es doch vorkommen, dass nur einer geladen wurde, dann könnt ihr diesen auch allein nutzen – anders als bei vielen kabellosen Kopfhörern. So hört ihr zumindest das Wecksignal am Morgen. Falls ihr konsequent auf einer Seite schlafen solltet, könnte ein einzelner Bud auf der anderen Seite schon reichen, um euch von störenden Geräuschen abzuschirmen.

Was kann nachts passieren?

Im Umgang mit Technik kann auch mal etwas schief gehen. Auch daran hat Bose gedacht. Wenn der Akku mitten in der Nacht zu Neige geht, können die Sleepbuds euch aufwecken. Dann seid ihr zwar wach, aber immerhin könnt ihr einen anderen Wecker stellen und kommt am nächsten Tag pünktlich zur Arbeit. Das sollte auch nur die Ausnahme sein.

Bose warnt auch vorbildlich, dass eine hohe Lautstärke gefährlich sein kann – wenn ihr zum Beispiel das Kind im Nebenzimmer überhört oder den Rauchmelder. Noise Masking funktioniert jedoch bereits, wenn die Sleepbuds nicht so laut eingestellt sind. Hilferufe können dann immer noch von außen durchdringen.

Was ist euch guter Schlaf wert?

Was sind die Alternativen? Es gibt Paare, die getrennt schlafen, wenn einer von beiden schnarcht. Wenn diese Optionen ausscheidet, werden oft klassische Ohrstöpsel empfohlen. Für mich persönlich sind sie keine Alternative, da ich sie nachts um drei oder vier meist doch aus dem Ohr nehme, weil sie drücken.

Wer unter einem unverbesserlich schlechten Schlaf leidet und diesen durch die Sleepbuds verbessert, gewinnt immens viel dazu: nämlich Lebensqualität. Das sollten euch die Bose Sleepbuds wert sein.

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4 Kommentare zu “Bose Sleepbuds im Test: Schlaft endlich besser dank Noise Masking
  1. Frage: Ist ein Schalenkopfhörer nicht gesünder, da er etwas mehr Luft ins Innenohr lässt. Während der ganzen Nacht solche Dinger im Ohr könnten evt. Pilze und dergleichen fördern. Oder nicht? Was meinst du dazu? Vielen Dank für eine Antwort.

    • Mit einem Schalenkopfhörer lässt sich allerdings nur auf dem Rücken liegend schlafen. Der Vorteil der Sleepbuds ist jedoch, dass sie auch von Seitenschläfern getragen werden können.

      Ich habe mir aber dieselbe Frage gestellt. Bei einer früheren Recherche über In-Ear-Kopfhörer, die den Gehörgang komplett verschließen, habe ich in mehreren Quellen gefunden, dass dies kein Problem sei, auch wenn sie über mehrere Stunden getragen werden. Aber ich bin kein Mediziner und kann diesen Punkt deshalb nicht fachgerecht beurteilen.

      Bei den Sleepbuds ist es jedoch so, dass sie nicht im Gehörgang stecken, sondern nur aufliegen. Wie bei Ohropax, das viele Menschen schon seit Jahrzehnten nutzen. Ich schätze auch, dass jeder Mensch etwas anders reagiert. Bose nimmt die Sleepbuds jedenfalls innerhalb einer gewissen Frist zurück, falls sie gar nicht passen sollten.

  2. Ich habe vor kurzem die sleepbuds zum Testen gekauft. Leider konnte ich die bose sleep app nicht über mein Smartphone downloaden, da dieses nur android kitkat 4.4 hat. Mit dem Tablet Samsung S2 funktionierte es. Wer will aber schon mit dem großen Tablet am Nachttisch die Einstellungen steuern ?
    Ist eine dauernde Geräuscheberieselung während der Nacht nicht schädlich, wo sich die Hörzellen doch erholen sollten ?

    • Die Enstellungen am Abend vorzunehmen, dauert ja nur wenige Sekunden. Mir persönlich wäre es da egal, über welches Gerät ich das vornehmen müsste. Das Tablet muss ja auch nicht am Bett liegen, sondern kann zum Beispiel im Wohnzimmer bleiben.

      Die Nervenzellen im Ohr müssen sich sicherlich nicht erholen. Sie sind ja rund um die Uhr auf Empfang gepolt. Die Frage ist, wie das Gehirn mit diesen Informationen umgeht. Meiner Erfahrung nach ist ein ständiges, aber monotones Hintergrundgeräusch weniger stressig als das unregelmäßige Schnarchen des Bettnachbars oder das Quietschen von Autoreifen auf der Straße, denn dann schaltet das Gehirn in einen Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und verpasst die wertvollen Tiefschlafphasen.

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