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Foto: Getty Images

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TV-Empfang im Garten: So klappt es draußen mit dem Fernsehen

Egal ob Kabel, Antenne, Satellit oder IPTV: Es gibt fast immer gute Möglichkeiten, auch im Garten TV-Signale zu empfangen.

Gemütlich auf der Terrasse oder auf der Wiese das aktuelle Fußballspiel und am Abend einen Krimi genießen? Das klingt gerade an schönen Sommertagen traumhaft, aber: Nicht immer ist es leicht, Fernseh-Signale in den Garten zu holen. Das TV-Gerät hast du sicherlich schnell an geeigneter Stelle platziert. Doch eine Herausforderung ist es beispielsweise, Sat-Signale nach draußen zu übertragen. Für jede Eventualität gibt’s zum Glück eine Lösung.

Inhalt:

Satelliten-TV im Garten

Vor allem in Schrebergärten und im ländlichen Raum beliebt ist die gute, alte Sat-Schüssel. Ist das Kabel von der Schüssel lang genug, kannst du dieses nach draußen zum Fernseher führen. Dort nutzt du wie gewohnt den im TV integrierten DVB-S2-Tuner oder deinen externen Receiver.

Ist eine Sat-Schüssel bereits vorhanden, kann eine Verlängerung des Kabels schon ausreichen. (Foto: Technisat)

Alternativ unterstützen viele Sat-Schüsseln bzw. LNBs den Anschluss mehrerer Receiver/Tuner, sodass du an der vorhandenen Installation in der Wohnung oder im Bungalow nichts ändern musst. Hier genügt es, ein weiteres Kabel für den Außeneinsatz mit dem TV draußen bzw. einem weiteren Receiver zu verbinden. Wenn’s nicht anders geht, empfiehlt sich der Neukauf einer Sat-Anlage nur für den Garten.

Um DVB-S(2)-Signale nach draußen zu streamen, kannst du auch einen sogenannten SAT>IP-Server einsetzen. Der wandelt TV-Programme in IP-Signale um, die du dann auf einem PC, Tablet, Smartphone oder Fernseher empfängst. Das klappt über Ethernet oder bei vorhandener Wi-Fi-Verbindung (z.B. durch ein integriertes WLAN-Modul oder einen angeschlossenen Router) über WLAN.

Wichtig ist, dass du entweder einen SAT>IP-Server wie zum Beispiel den Kathrein EXIP 418 oder einen regulären Sat-Receiver mit SAT>IP-Unterstützung besitzt. Zweitgenanntes ist meist der günstigere Weg. Der Telestar Teletwin HD kostet beispielsweise um die 100 Euro. Noch billiger sind SAT>IP-Transmitter, unter anderem der Telestar Digibit.

Kabel-TV im Garten

Verwendest du für deinen Kabelanschluss einen Router wie die AVM Fritzbox 6690 Cable, stehen die Chancen gut, dass du das Fernsehsignal im Heimnetz auf mobile Geräte oder Smart TVs streamen kannst. Das klappt allerdings ausschließlich mit unverschlüsselten TV-Sendern, die entsprechende Funktion schaltest du im Admin-Bereich deines Routers ein.

Die AVM Fritzbox 6690 Cable erlaubt das Streamen von Kabel-TV. (Foto: AVM)

Ähnliche Funktionen bieten auch andere Hersteller mit ihren Kabel-TV-Lösungen. Bei Vodafone greifst du ohne zusätzliche Kosten am Smartphone oder Tablet auf das Kabel-TV-Angebot zu – sofern du GigaTV nutzt.

Ansonsten verhält es sich ähnlich wie beim Satelliten-TV: Ist die Kabel-TV-Buchse nicht allzu weit vom Fernseher im Garten entfernt, musst du nur das Kabel nach außen legen. Am bequemsten ist die Verwendung eines im TV integriertem DVB-C-Tuners oder eines separaten Tuners.

DVB-T2 im Garten

Der Nachfolger der klassischen Antenne ist in Deutschland fast flächendeckend verfügbar. Entsprechende DVB-T2-Tuner sind in den meisten aktuellen Smart TVs bereits integriert, alternativ sind kompakte Receiver für relativ wenig Geld erhältlich. Unter Umständen benötigst du trotz Verwendung im Garten noch eine (am besten aktive) Antenne für einen optimalen Empfang. Es sind verschiedene Varianten erhältlich, viele von diesen sind bereits als Außenantenne konzipiert.

Es ist sinnvoll, sich für eine zusätzliche Antenne zu entscheiden. (Bild: One for all)

Bedenken solltest du, dass DVB-T2 zwischen frei empfangbaren und kostenpflichtigen TV-Sendern unterscheidet. Erstgenannte sind die Öffentlich-Rechtlichen und regionale Sender wie BR, RBB, MDR oder NDR. Im Rahmen des Dienstes „freenetTV“ sind auch Privatsender wie RTL, Pro7 oder VOX verfügbar.

Streaming und IP-TV im Garten

Waipu.tv, Joyn, Pluto.tv, Netflix, Dazn, Disney+, PrimeVideo und viele andere Anbieter bieten dir einen nahezu uneingeschränkten Zugang zu deinen Lieblings-Sendern. Der Vorteil: Du musst im besten Fall keine Kabel verlegen oder bist auf zusätzliche Receiver angewiesen. Der Nachteil dagegen ist, dass du eine stabile, (halbwegs) flotte Internetverbindung benötigst. Die ist gerade auf dem Land nicht immer gegeben.

Mit einem Streamingstick rüstest du ältere TVs mit Streamingdiensten nach. (Foto: Waipu.tv)

Praktisch an den diversen Streaming-Diensten ist die Tatsache, dass Anbieter wie Sky (mit Dazn) oder Waipu auch PayTV-Sender zur Verfügung stellen. Diese sind mit zusätzlichen Kosten verbunden, die Abos darfst du üblicherweise monatlich kündigen.

Die meisten Streaming-Anbieter sind nicht an einen Internetanschluss gekoppelt, ausgenommen sind die Zusatzangebote des Kabel-TV-Services GigaTV von Vodafone und MagentaTV der Telekom. Die Funktionsweise ist aber soweit identisch: Im Rahmen deines Vertrages ist es dir erlaubt, ohne zusätzliche Kosten TV-Sender auf Smart TVs, Streamingsticks oder Smartphones und Tablets zu streamen.

Das nachträgliche Nachrüsten von Streaming-Funktionen für ältere TV-Geräte ist möglich: Greife hier zu einem Streamingplayer, zum Beispiel ein Apple TV, einen Chromecast oder einen Fire TV. Die erlauben dir auch das Spiegeln von Inhalten vom Smartphone oder Tablet.

WLAN oder Mobilfunk?

Befindet sich dein Fernseher im Garten deines Wohnhauses oder deiner Wohnung, ist klar: Nutze bestenfalls dein heimisches WLAN für Streaming von IP-basierten Inhalten – egal, ob es sich um Streaming-Angebote, SAT>IP oder IP-TV handelt. Auf diese Weise erhältst du ein ausreichend flottes und zuverlässiges Internet. Bei Bedarf empfehle ich die Verwendung eines WLAN-Repeaters, um das Wi-Fi-Netzwerk auf den Garten auszuweiten.

Kostspieliger, aber für den Bungalow in der Pampa fast unvermeidbar, ist ein „mobiler“ Internetzugang. Das klappt am unkompliziertesten mit einem vorhandenen Smartphone und einem eingeschalteten WLAN-Hotspot, alternativ mit einem separaten LTE/5G—basierten Internetanschluss dank eines entsprechenden Routers. Im schlimmsten Fall musst du allerdings das zur Verfügung stehende Datenvolumen im Auge behalten, denn sonst wird das Streaming zu einer teuren Angelegenheit. Eine Stunde Entertainment in 4K-Auflösung verbraucht rund 7 GB.

Weitere Tipps, wie du WLAN in deinen Garten bekommst, findest du an anderer Stelle.

Laptop statt TV?

65-Zoller mit Kabel-Anschluss oder Laptop? Worauf möchtest du lieber das Fußballspiel deiner Lieblingsmannschaft schauen? Keine Frage: Auf einem riesigen TV bereitet das mehr Freude, doch auf dem tragbaren Rechner lässt sich schnell und ohne viel Aufwand der favorisierte TV-Sender „einschalten“ – mit genannten Streaming-Anbietern wie Waipu und Co.

Ein Laptop ist zumindest schnell einsatzbereit – aber das große Erlebnis ist das nicht. (Foto: HP)

Es ist letztlich also eine Frage des persönlichen Geschmacks, wie groß der Bildschirm zum Schauen sein soll. Manche begnügen sich mit dem Display des Smartphones oder des Tablets, sind dann allerdings auch festgelegt auf Streaming oder IP-basierte Lösungen.

Mobiler Beamer oder Fernseher?

Klar: Statt eines Fernsehers kannst du auch zu einem Projektor greifen. Mobile Beamer, zum Beispiel der Xgimi Halo+, besitzen sogar einen integrierten Akku. So musst du dich für einige Stunden nicht einmal um eine Stromversorgung kümmern. Auch sind Apps für die bekanntesten Streamingdienste bereits vorinstalliert.

Der Halo+ ist mobil und schnell verstaut. (Foto: Xgimi)

Ein Projektor lässt sich leicht transportieren, aber er benötigt eine geeignete Projektionsfläche und ist häufig bei Tageslicht ungeeignet. Scheint also die Sonne, sinkt die Bildqualität erheblich. Wie das aussehen kann, verdeutlicht unser Vergleich Xgimi Halo+ vs. Samsung: The Freestyle.

Alles ändert sich, möchtest du am Abend auf möglichst großer Projektionsfläche deine Lieblingssendungen erleben. Dann könnte ein Projektor die bessere Wahl sein, da er sich auch bei plötzlich aufkommendem Regen schnell in Sicherheit bringen lässt. Anderseits sind die wenigsten Beamer mit DVB-S/T/C-Tunern ausgestattet, sodass du diese im Zweifel noch benötigst und anschließen musst.

Was du noch beachten solltest

Hast du eine Lösung gefunden, wie du dein TV-Signal in den Garten bekommst, stehen die nächsten Herausforderungen an. Darauf solltest du zusätzlich achten:

Tipps für mehr Helligkeit am TV im Garten

Steht die „Glotze“ endlich auf der Terrasse und die gewünschte Sendung läuft, aber du kannst kaum etwas erkennen, versuche es mit folgenden Maßnahmen:

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