Lenovo IdeaPad Flex 3 und 5 im Test: Zweiter Chromebook-Frühling

Preiswert und attraktiv – zwei neue Convertible-Chromebooks hat Lenovo mit IdeaPad Flex 3 und 5 veröffentlicht. Wir haben sie getestet.

Lenovo IdeaPad Flex 3 und 5 im Test: Zweiter Chromebook-Frühling

Mit dem IdeaPad 3 Flex und IdeaPad 5 Flex bereichert Lenovo den Chromebook-Markt. Beide Mobilgeräte vereinen vollwertiges Notebook und Tablet in einem Gehäuse. Dazu klappt ihr den Bildschirm auf und bis auf die Rückseite um. »Convertible« nennt sich das neudeutsch und überzeugte uns zuletzt beim Asus Flip C436.

Elegante Stilikonen

Das Convertible-Duo zieht die Blicke auf sich. Die glatt geschliffenen Kanten der Aluminiumverschalung, die niedrige Bauhöhe und stilsicher eingravierte Chromebook-Logos versprühen edles Premium-Flair. Lenovo setzt eigene Design-Akzente, um sich von Microsoft und Apple zu emanzipieren. Hingucker sind beide.

Die hohe Fertigungsqualität setzt sich bei den besonders beanspruchten Scharnieren fort. Sie sind schwergängiger und erlauben nicht, das IdeaPad mit einer Hand zu öffnen. Dafür halten sie den Bildschirm immer in Position, ohne dass dieser wackelt oder in einer anderen Stellung einrastet.

Das Innenleben mit ordentlicher QWERTY-Tastatur, großem Touchpad und dem Hochglanz-Display hinterlässt ebenfalls einen wertigen Eindruck. Beide IdeaPads verfügen über eine Reihe von USB-Buchsen, Klinkenanschluss, microSD-Cardreader, physische Lautstärkewippe und On/Off-Knopf.

Hier enden die Gemeinsamkeiten und beginnen die Unterschiede.

Lenovo IdeaPad Flex 3 (Chrome OS)Lenovo IdeaPad Flex 5 (Chrome OS)
Maße und Gewicht290 x 207 x 19 mm / 1,2 kg310 x 212 x 18 mm / 1,35 kg
Prozessor und GrafikeinheitIntel Celeron N4020 (2 Kerne, 2 Threads, Takt 1,1-2,8 GHz) / Intel UHD Graphics 600Intel Core i5-10210U (4 Kerne, 8 Threads, 1,6-4,2 GHz) / Intel UHD Graphics
Arbeitsspeicher / Flashspeicher8 GB Arbeitsspeicher / 128 GB interner eMMC-Speicher (erweiterbar via microSD-Karte)8 GB Arbeitsspeicher / 128 GB interner SSD-Speicher (erweiterbar via microSD-Karte) + 128 GB nahtlos eingebundener Cloudspeicher
Display und Webcam11,6 Zoll IPS (1.366 x 768 Pixel) / 720p-Webcam13,3 Zoll IPS (1.920 x 1.080 Pixel) / 720p-Webcam mit Schiebeblende
Akku und Laufzeit42 Wh / 8 Stunden im Mixed-Mode (Surfen, Medienwiedergabe, Office-Anwendungen)51 Wh / 8 Stunden im Mixed-Mode (Surfen, Medienwiedergabe, Office-Anwendungen)
Anschlüsse1 x microSD-Kartenleser / 2 x USB-C 3.2 / 2 x USB-A 3.2 / 1 x 3,5-mm-Klinkenanschluss für Headset und Mikrofon1 x microSD-Kartenleser / 2 x USB-C 3.2 / 1 x USB-A 3.2 / 1 x 3,5-mm-Klinkenanschluss für Headset und Mikrofon
KonnektivitätWLAN 11 ac / Bluetooth 4.2WLAN 11 ax / Bluetooth 5.0
Software-Unterstützungbis 3. April 2026bis 16. April 2026

Lenovo IdeaPad Flex 3 – kompaktes Kraftpaket

»Ist das kompakt!« Das war mein Ersteindruck vom IdeaPad 3 Flex. So groß wie ein DIN A4-Blatt, knapp 1,9 cm dünn und lediglich 1.205 Gramm leicht. Es weckt Erinnerungen an die einst gehypten Netbooks.

Herzstück des Lenovo-Chromebooks ist Intels Celeron N4020 von 2017. Die Zweikern-CPU taktet je nach Leistungsanforderung mit 1,1 GHz bis 2,8 GHz. Die Grafiken berechnet die integrierte UHD Graphics 600, die vor allem in der Videowiedergabe brilliert und H.265 beherrscht.

Lenovo stattet das Mainboard mit 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB eMMC Flashspeicher aus. Erweiterbar ist dieser via microSD-Karte. Der 42 Wh starke Akku hält unter Normallast reichliche 8 Stunden durch, ehe er an die Steckdose muss. Dank Fast Charging und dem beigelegten 45-W-Netzteil dauert es nur knapp eine Stunde, ehe die Batterie wieder auf 100 Prozent steht.

Mit 11,6 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 1.366 mal 768 Pixeln ist das Display im guten Mittelfeld angesiedelt. Mich begeisterten die hohe Blickwinkelstabilität, die satten Farben und die scharfe Darstellung visueller Inhalte. Lenovo setzt auf ein stark spiegelndes Deckglas und dicke Seitenränder. Beides ist Geschmackssache, gegen die Reflexionen helfen mattierende Klebefolien.

Die ungeschönte Wahrheit: Eigentlich wollten wir hier „nur“ die Webcam zeigen. Was ihr noch seht: Ein spiegelndes Display, auf dem jeder Fingerabdruck zu sehen ist. Hier hilft eine mattierende Displayfolie.

Das IdeaPad Flex 3 im Alltag

Euch stört die betagte CPU des IdeaPad Flex 3? Dem kann ich nur meine Praxiseindrücke entgegensetzen: Das Chromebook lief im Alltag rund und erledigte die üblichen Büroaufgaben mit Bravour. Im Netz surfen, Briefe schreiben oder Videostreaming klappten problemlos.

Einzig im Spielebetrieb bekam es häufiger Schluckauf. Motorsport Manager 3 reagierte sporadisch mit einer Bildratenachterbahn. Der Football Manager Touch lahmte bei der Simulation einzelner Fußball-Partien. Spiele, Filme und Musik genoss ich übrigens im Tablet- oder Zeltmodus.

Was mir daneben auffiel, waren die recht leisen Lautsprecher an der Unterseite, deren Klangdynamik aber ordentlich ausfiel.

Im Zeltmodus könnt ihr entspannt Medien genießen. Perfekt für Filme und Audio.

Mein persönliches Flex-3-Highlight ist ganz klar die Tastatur. Präzise Anschläge und vernünftige Tasten-Abstände heben den Schreibkomfort merklich an. Einzig einen Nummernblock vermisse ich, den ich aber als USB-Erweiterung anschließen könnte.

Unterm Strich ist das Lenovo IdeaPad Flex 3 ein schön kompaktes und für den Alltag mehr als brauchbares Gerät.

Lenovo IdeaPad Flex 5 – mehr Leistung, mehr Eleganz

Auf den ersten Blick ähnelt das Lenovo IdeaPad Flex 5 seinem kleineren Geschwisterchen. Es ist etwas größer, 100 Gramm schwerer und führt das Chromebook-Logo in weiß statt bunt. Stilfragen? Nicht nur.

Die Ingenieure platzierten die Lautsprecher neben der Tastatur und streckten das 13,3 Zoll große FullHD-Display etwas weiter zum Rand hin. Die Gesamterscheinung ist damit eleganter, wenngleich dieser Bildschirm ebenfalls stark spiegelt. Lenovo spendierte eine Reihe sinnvoller Extras. Vorn dabei ist die Webcam-Blende, die verhindert, dass euch jemand per Video ausspäht oder in einer Zoom-Konferenz zum falschen Zeitpunkt erwischt. Eine im Flex 5 integrierte nahtlose Anbindung an den OneDrive-Cloudspeicher verdoppelt den intern verlöteten Flashspeicher von 128 GB.

Im Inneren rechnet ein Intel Core i5 der 10. Generation von 2019. Dieser verteilt die Aufgaben auf 4 Kerne und 8 Threads und variiert die Taktraten zwischen 1,6 GHz und maximal 4,2 GHz. Für die grafische Darstellung ist die integrierte Intel UHD Graphics zuständig. Sie greift auf den 8 GB großen Arbeitsspeicher zu, dessen Ressourcen auch für den Apps zur Verfügung stehen.

Die Hardware-Zusammenstellung ist gegenüber dem 3er-Modell potenter, ohne Zweifel. Im Alltagsgebrauch ist davon nicht so viel zu spüren. Das IdeaPad Flex 5 gibt Inhalte flüssig wieder und wechselt nahtlos zwischen Apps. Nach 8 Stunden ist der 51-Wh-Akku leer und muss für eineinhalb Stunden ans Netz, um wieder bei 100 % zu stehen.

Power in Extrem-Situationen

Leistungsunterschiede stellt ihr in grafisch aufwendigen Spielen und rechenintensiven Apps fest. In Motorsport Manager 3 ist die Darstellung flüssig, der Football Manager Touch simuliert die einzelnen Spiele flott. Selbst das leistungshungrige Rennspiel Asphalt 8 präsentiert sich in Topform.

Kurzum: Das Lenovo IdeaPad Flex 5 ist technisch für die Zukunft gerüstet und bietet in jeder Disziplin etwas mehr als das IdeaPad Flex 3.

Kauft ihr das besser ausgestattete Modell, dürfte es auf Jahre gute Dienste verrichten. Auch hier hebe ich die Tastatur besonders hervor. Der Tastenhub ist kurz, der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben perfekt. Jede Taste ist hintergrundbeleuchtet, was das Tippen bei schwierigen Lichtbedingungen vereinfacht.

Ganz so grell wie auf diesem Foto leuchten die Tasten nicht, die Helligkeit liegt in einem für die Augen angenehmen Bereich. Links zu sehen: Die Lautsprecher des Lenovo IdeaPad Flex 5.

Würde ich dem IdeaPad Flex 5 also den Vorzug geben? Das kommt darauf an. Als Zweit-Notebook ist das 3er-Modell eine gute Ergänzung. Müsste ich mich entscheiden, welches der beiden ich zu meinem primären Mobilrechner mache, erhielte das Flex 5 den Vorzug.

Convertible-Features im Alltag: Sinnvoll oder überflüssig?

Dafür, dass beide Modelle um das 180-Grad-Scharnier herum konzipiert sind, fielen wenige Worte zum Convertible-Modus. Ehrlicherweise: Ich habe es im Test selten genutzt. Weil mir die Flex-Geräte schon als Notebook viel Freude bereiteten. Für den Filmkonsum und Musikgenuss stellte ich es als Zelt auf, um bei Bedarf vor- und zurückzuspulen.

Im reinen Tabletmodus empfand ich das Surfen und Arbeiten als umständlich. Klar, wenn schon eine Tastatur fest verbaut ist, wieso dann mit einem Touchscreen-Keyboard arbeiten? Für eine Präsentation klappte ich das Gerät dennoch um und empfand es in diesem Moment als Bereicherung. Es hängt also meinem Empfinden nach viel davon ab, in welchen Situationen das IdeaPad Flex als unauffälliges Gerät eure Arbeit unterstützen oder die Medienwiedergabe komfortabler gestalten kann.

Mit dem Lenovo USI Pen ist die Bedienung im Tabletmodus um einiges komfortabler.

Damit ihr nicht ständig auf dem Display rumtatschen müsst und präziser arbeiten könnt, bietet Lenovo einen eigenen Stift für seine Chromebooks an. Der USI Pen verbindet sich ohne Setup mit dem Chromebook. Mit ihm schreibt ihr Notizen direkt auf den Screen oder navigiert euch mittels Gesten durch Browser, Cloudspeicher und Apps. Klingt unspektakulär, funktioniert aber zuverlässig und dank filigraner Stiftspitze präzise.

Das Lenovo IdeaPad Flex 3 mit 128 GB Flashspeicher ist für etwa 400 Euro zu haben. Das technisch besser ausgestattete IdeaPad Flex 5 mit 128 GB Speicher kostet gut 650 Euro. Der USI Pen schlägt mit knapp 50 Euro zu Buche.

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