Ist der neue Ultra-HD-Streaming-Service von Sony in den USA auch ein Modell für Deutschland?

Am 4. April 2016 startet der schlicht „Ultra“ genannte UHD-Streaming-Service von Sony in den USA. Ein Vermarktungsmodell mit vielen Vorteilen – und einer Reihe von Nachteilen.

Exklusiv auf Utra HD-Fernsehern von Sony wird der neue Streaming-Service „Ultra“ schon bald in den USA angeboten. Dabei sollen Besitzer eines entsprechenden TVs die Filme über eine Android-App in ultrahochauflösender Qualität als Live-Streams kaufen können. Das Leihen des Contents ist vorläufig nicht Bestandteil des Vermarktungskonzepts, bei dem zunächst ausschließlich Spielfilme aus dem Programm von Sony Pictures Home Entertainment angeboten werden. Die „Ultra“-App beinhaltet zum Start des Services Neuheiten wie „Die Highligen drei Könige“ oder „The Walk“ sowie Katalogtitel, darunter „Ghostbuster“ oder „Tiger & Dragon“. Etwa 40-50 Filme werden im ersten Schritt integriert. Teilweise sollen die Inhalte auch in HDR vorliegen. „,Ultra‘ nutzt die neuesten Innovationen der Industrie: 4k-Auflösung, HDR, ein breiteres Farbspektrum, digitales Bonusmaterial und UltraViolet-Kompatibilität“, preist Jake Winett, Vice President Consumer Services & Advanced Platforms bei Sony Pictures Home Entertainment, den neuen Dienst an. Mit dem Service könnten Zuschauer „das meiste aus ihren Fernsehern und ihren Filmsammlungen herausholen“, so Winett weiter, der eine kontinuierlich wachsende Nachfrage nach Filmen und TV-Serien in 4k prognostiziert.

Die Schattenseiten des 4k-Live-Streamings

Ob die Nutzer die Begeisterung des Vizepräsidenten so uneingeschränkt teilen werden, bleibt noch abzuwarten. Ebenso, ob das Modell in der Form auch 1:1 auf den deutschsprachigen Markt zu übertragen sein wird. Da die Filme nicht, wie mit den ersten UHD-Streaming-Media-Playern, archiviert werden können, sondern lediglich als Live-Streams zur Verfügung stehen, darf von entsprechend zurückgefahrenen Bitraten ausgegangen werden. Die Kapazitäten von Ultra HD Blu-ray Discs mit 66 bzw. 100 GB Speichervolumen sind bei diesem Streaming-Modell derzeit sicherlich nicht zu erreichen. Im Ergebnis wird die Bildqualität hinter der von Packaged Media zwangsläufig zurückbleiben. Aber war nicht eigentlich die gesteigerte Bildqualität das wichtigste Argument für die neuen ultrahochauflösenden Medien? Und ist der Streaming-Service von Sony damit eher was für Vielschauer, die nicht so großen Wert auf die perfekte Auflösung legen? Masse statt Klasse? Aber auch da scheint „Ultra“ nicht die perfekte Wahl wenn man bedenkt, dass ein Film im Kauf 30 US-Dollar kosten wird. Genau so viel also in etwa wie aktuell eine Ultra HD Blu-ray Disc. Nach preisgünstigem Massenkonsum, wie man das im Flatrate-Zeitalter schon fast als selbstverständlich beim Streaming voraussetzt, klingt das also auch nicht unbedingt. Die firmenübergreifende Titelauswahl, die Flexibilität des Abspielens von Inhalten auf Geräten anderer Hersteller oder nicht zuletzt auch der Weiterverkauf von Filmen sind alles zusätzliche Argumente für die Ultra HD Blu-ray Disc, denn beim rein gestreamten 4k-Content des Sony-Konzepts fallen alle diese Vorteile ebenfalls weg.

Nur die Ultra HD Blu-ray garantiert die volle Auflösung

Wir sind also nicht vollends untröstlich, wenn „Ultra“ vorläufig noch nicht nach Deutschland kommen sollte und freuen uns umso mehr auf die Ultra HD Blu-ray Disc, die hierzulande bekanntlich am 7. April 2016 an den Start geht und dann tatsächlich endlich alle Vorzüge von Ultra HD-Fernsehern voll ausspielen kann.

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