Wuaki.tv im Beta-Test: Online-Videothek mit noch massig Luft nach oben

Es tut sich etwas in deutschen Wohnzimmern. Jahrelang wünschten wir uns starke TV-Serien und Blockbuster im Abo. Dann kamen Watchever und schließlich Netflix und sorgten auch bei Maxdome und Sky für Bewegung. Inzwischen kommt bald im Zweiwochentakt ein neues Angebot der vier großen Online-Videotheken. Ist da noch Platz für einen fünften? Ja, dachten sich die Anbieter von Wuaki.tv. Der spanische Anbieter von Video on Demand ist vergangene Woche in Deutschland in den Beta-Test gegangen. Doch in unserem ersten Test zeigte sich leider: In der Form hat wohl niemand darauf gewartet.

Eher Maxdome als Netflix

Gleich nach der Registrierung fällt unmissverständlich auf, was Wuaki.tv eigentlich ist: Nach entsprechenden Medienberichten hatte man mit einem Netflix-Nebenbuhler und damit einer Monatsflatrate gerechnet. Statt dessen präsentierte sich Wuaki uns im Beta-Test fast ausschließlich mit Leih- und Kaufvideos. Egal ob Spielfilme oder TV-Serien: Pauschal ist hier nichts, es muss alles einzeln oder als Staffel erworben werden. Wuaki ähnelt damit eher iTunes oder Maxdome abseits der Flatrate als Watchever oder Netflix.

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Die Auswahl ist zudem für den Anfang noch sehr eingeschränkt. Es gab zum Zeitpunkt unseres Tests ganze 19 Filme in HD, darunter immerhin auch einige aktuelle Titel. Die namhaftesten davon dürften wohl „Captain America: The Return of the First Avenger“, „Maleficent – die dunkle Fee“ und „A Million Ways to Die in the West“ für jeweils 3,99 Euro sein. Selbst Blockbuster wie „Lego“ oder „Her“, mit denen man in früheren Pressebildern bereits geworben hat, fehlen zu diesem Zeitpunkt. Die Auswahl weiterer Filme in Standard Definition ist schon etwas umfangreicher: In der Hauptauswahl sind Leih- und Kauftitel bunt durcheinander gemischt. Neuere Leihtitel wie „White House Down“, „The International“ oder „The Pretty One“ kosten meist 3,99 Euro, ältere Titel 1,99 oder 2,99 Euro.

Reduzierung auf das Wesentliche

An TV-Serien stellt Wuaki.tv zu diesem Zeitpunkt ganze zehn Titel zur Verfügung, die entweder als komplette Staffel oder im Einzelabruf gekauft werden können. Zehn ist nicht viel, dafür ist hier immerhin praktisch kein Füllmaterial dabei. Es handelt sich ausschließlich um beliebte Titel wie „Suits“, „Bates Motel“, „Grey’s Anatomy“, „Downtown Abbey“ oder „Lost“. Auch eine kleine Auswahl an kostenlosen Spielfilmen gibt es bei Wuaki. Allerdings sind dies nicht einmal zehn Titel und von den wenigsten dürfte der filmkundige Zuschauer jemals etwas gehört haben. Leider hebt sich Wuaki nicht einmal durch ein besonders auffälliges Design oder Interface ab, wie Netflix das etwa in großflächigen Hintergrundbildern und Standard-Vollbild tut. Optisch wirkt Wuakis Webdesign derzeit leider wie von der Stange.

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Aber am Ende entscheidet natürlich die Auswahl und da ist es für ein Urteil während der Beta-Phase noch zu früh. Wuaki scheint sich bei Serien auf das Wesentliche zu beschränken, und alles in allem wirken die Preise ein wenig günstiger als beim offensichtlichen großen Vorbild iTunes. Dort allerdings ist die Auswahl weit breiter und teils noch aktueller. Und auch gegenüber Maxdome hat Wuaki zu diesem Zeitpunkt keinen Vorteil in Form eines exklusiven Serien- oder Filmangebots vorzuweisen.

Kein echtes Highlight

Die Frage, ob man das Modell Flatrate oder Einzelabruf bevorzugt, ist eine Glaubensfrage. Das Angebot von Einzelabrufen ist bei den bestehenden Anbietern meist aktueller und umfangreicher. Wer lieber die freie Auswahl hat und nicht das allerneueste braucht, spart mit einer Flatrate viel Geld und erhält oft noch einige Exklusivtitel obendrauf. Wuaki wählt das Modell Einzelabruf und erscheint damit spät, sehr spät auf der Party. Bis jetzt hat man bis auf einige ganz faire Preise eigentlich kein Argument gegenüber irgendeinen der bereits vorhandenen Anbieter. Wir werden beim offiziellen Start noch einmal reinschauen, ob sich das geändert hat. Zum jetzigen Zeitpunkt allerdings fehlt uns der Anreiz, Film- und Serienfreunde dort vorbeizuschicken. Der große Wurf gelingt Wuaki (noch) nicht.

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2 Kommentare zu “Wuaki.tv im Beta-Test: Online-Videothek mit noch massig Luft nach oben
  1. Ich finde es ja interessant, dass wenn es um das Thema Video on Demand bzw. Video-Streaming geht, alle nur von Netflix, Maxdome und Watchever reden. Dass die Deutsche Telekom mit Videoload schon seit vielen Jahren VoD im Angebot hat, scheint keiner zu wissen oder erwähnen zu wollen.
    Ist Videoload so unbekannt? Oder so „unsexy“?

    • Avatar

      Sorry für die späte Antwort. Dein Kommentar war mir irgendwie durchgerutscht. Kurze Antwort: Ja, extrem unsexy. Zumindest waren sie das noch vor nicht all zu langer Zeit, als du das Angebot überhaupt nur mit einem Windows-PC benutzen konntest. Ich gebe zu, bei den VoD-Angeboten könnte man das mitbetrachten. Von Netflix und Watchever unterscheidet es sich beim Thema Flatrate. Ich gebe zu, ich hatte mir Wuaki nur angeschaut, weil es so kommuniziert wurde, als sei es ebenfalls eine Flatrate. Einzelne VoD-Angebote ohne Flatrate gibt es ja mittlerweile sehr zahlreich, auch abseits von Videoload, iTunes und Watchever.

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