Vor dem Bundesliga-Start: Sky erhöht Abo-Preise für viele Kneipiers

Vor dem Bundesliga-Start: Sky erhöht Abo-Preise für viele Kneipiers

Bezahl-TV-Anbieter Sky hat die Preisstruktur seiner Abos für Gaststätten angepasst. Laut Sky soll es sich dabei um eine fairere Preisstruktur handeln, die Preiserhöhungen für einige Gaststätten in Großstädten vorsehe. Auf der anderen Seite gebe es aber auch deutlich günstigere Konditionen für kleinere Gaststätten auf dem Land. Der Verband des Hotel- und Gaststättengewerbes Dehoga hingegen sieht vor allem eine teils deutliche Preiserhöhung für viele Kneipiers und Restaurant-Betreiber.

Grund ist eine neue Bewertungsgrundlage, die Sky ab sofort einführt. Gab es bislang zunächst Pauschalverträge angepasst auf die Größe eines Lokals, spielt künftig auch die Lage einer Lokalität mit in die Preisberechnung hinein. So wird das Sky-Abo gerade für Kneipen in guter Lage in großen Städten teurer, die laut Sky die Möglichkeit dazu hätten, weit mehr Kunden anzulocken. Dehoga und einige Tagesmedien berichten von Preiserhöhungen zwischen 30 und mehr als 100 Prozent für einige Gaststätten.

Das Handelsblatt berichtet von einem Kneipier aus Hannover, für den sich der Preis des Abos von 223 auf 463 Euro im Monat mehr als verdoppelt habe. Er will sich deswegen zu einem Krisengipfel mit anderen Kneipiers und Sky treffen. Er kritisiert ebenso wie Dehoga Skys angeblich intransparente Preisstruktur. Der Bezahlsender argumentiert, Kneipiers in guten Lagen würden gutes Geld mit einem Sky-Abo verdienen. Dehoga hingegen hält die finanziellen Belastungen der Lokalitäten für zu hoch, die in zahlreichen Bundesländern noch mit der Einführung des absoluten Rauchverbots in Gaststätten und dem damit verbundenen Umsatzeinbußen zu kämpfen hätten.

Sky zahlt deutlich mehr für die Bundesliga-Rechte

Skys neue Preise sollen ab August zu Beginn der neuen Fußballbundesliga-Saison gelten. Der Bezahlsender steht vor der Herausforderung, höhere Ausgaben für die Live-Übertragungsrechte der Bundesliga zu erwirtschaften. Bei der Neuvergabe für die Rechte der Spielzeiten zwischen 2013/14 und 2016/17 erhielt Sky im vergangenen Jahr erneut den Zuschlag nicht nur für die TV-, sondern auch für die Online-Übertragungsrechte. Sky muss allerdings hierfür ebenso deutlich tiefer in die Tasche greifen wie auch ARD und ZDF, die Zusammenfassungen im Abendprogramm zeigen dürfen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die die Fernsehgelder an die Bundesligaklubs ausschüttet, erhält von den Sendern mit durchschnittlich 628 Millionen Euro jährlich ab der neuen Spielzeit fast 50 Prozent mehr als bislang (412 Millionen Euro). Sky zahlt hiervon laut der „Süddeutschen Zeitung“ 486 Millionen Euro.

Von den Mehreinnahmen profitieren Liga und Bundesligaklubs, die dadurch mit höheren Etats planen und sich wohl auch bessere Spieler werden leisten können. Sky wiederum muss diese erheblichen Mehrkosten neu erwirtschaften. Zum Teil versucht man also, kleinere Gaststätten auf dem Land mit günstigen Abos für sich zu gewinnen, während Kneipierss in den Städten nun teilweise mehr zahlen müssen. Nicht alle machen das mit. Laut dem „Handelsblatt“ hätten allein in Hannover 40 Gaststätten-Betreiber ihr Abo gekündigt.

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