Von Full HD bis UHD: Eine kleine Übersicht gängiger Bildformate

Von Full HD bis UHD: Eine kleine Übersicht gängiger Bildformate

HD ist nicht Full HD. Ihre Digitalkamera schafft Videos mit 720p, ihr Tablet-Display kann HDX. Satelliten-Anbieter sprechen von HD+, und was war noch gleich UHD?

Nach wie vor herrscht Chaos bei den Video-, Bild- und Display-Formaten. Unsere Übersicht gibt Ihnen Auskunft über die gängigsten Formate und darüber, welche Bildqualität wirklich auf Ihrem Fernseher flimmert.

HD heißt in der Praxis meist 720p

Mit PAL fing nicht alles an, aber PAL und die DVD, die Spielfilme im Digitalformat auf die alten Fernseher brachten, hatten im 4:3-Format eine Auflösung von immerhin 576 mal 720 Pixeln. Man könnte es als Abgrenzung zu heutigen Bezeichnungen 576p nennen. Und das ist heute Standard – im wörtlichen Sinne. Denn Standard Definition TV oder SDTV ist auch heute noch das herkömmliche Fernsehen, selbst wenn es über digitale Wege per Kabel, Satellit oder DVB-T zu uns kommt. Und Vorsicht: Apple etwa verkauft und verleiht Filme im iTunes Store mit der Bezeichnung SD (Standard Definition). Hier erhält der Kunde das Video allerdings nur in einer Auflösung von 640 x 480 px, also eigentlich nur 480p.

Die Zahl der Bildzeilen in der Höhe bestimmt die Bezeichnung, so wie es bei 720p etwa 720 Pixel in der Höhe sind. Mit der Umstellung auf hochauflösende, digitale TV-Geräte kamen neue Bezeichnungen hinzu – und viel Verwirrung.

Denn mit HD oder Full HD ist mitnichten die gleiche Auflösung gemeint. Wer sich ein Fernsehgerät kauft, das „HD ready“ ist, erwirbt damit nur eins, das Vollbilder mit mindestens 720 x 1280 Pixeln (720p) ausstrahlen kann – so denn die entsprechende Auflösung auf seinem Fernseher ankommt. Das könnte auch eine höhere Auflösung sein. In der Regel ist damit aber nur 720p gemeint, sonst würde Ihr TV-Hersteller ein anderes Logo verwenden. 720p ist auch die Auflösung, die gemeint ist, wenn von HD die Rede ist. ARD und ZDF etwa übertragen ihre HD-Programm in 720p. Auch die derzeit beworbene HD-Initiative der ProSiebenSat.1-Sender meint mit HDTV 720p. Gleiches bei Apple iTunes: Filme in HD-Qualität lösen dort fast immer mit 720p auf, nur für einige Videos soll es bei iTunes eine noch höhere Auflösung geben.

HD_Uebersicht

Full HD und mehr schon auf vielen Displays angekommen

Zu einem Quasi-Standard hat sich Full HD entwickelt. Hiermit sind Vollbilder mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln oder 1080p gemeint. Wer sich einen Full-HD-Fernseher kauft – und bei den meisten Neugeräten ist das heute der Fall – der ist zumindest für die kommenden Jahre gut gerüstet, mit dem, was da noch kommen mag. Bilder mit einer schlechteren Auflösung werden in der Regel interpoliert, also für einen besseren Bildgenuss hochgerechnet.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Einige Kamerahersteller und immer mehr Sender in Westeuropa verwenden die Auflösung 1080i. Die unterscheidet sich von 1080p im Übertragungsverfahren: 1080i übermittelt Halbbilder im Zeilensprungverfahren, 1080p Vollbilder im Progressive-Scan-Verfahren. Durch die Übermittlung von Vollbildern wirken Bilder mit 1080p schärfer und ruhiger und sind 1080i deswegen vorzuziehen. Ein Flimmern wird durch das Progressive-Scan-Verfahren gänzlich eliminiert.

Hier ist die Industrie auf Seite der Kunden: Das Zertifikat „Full HD ready“, das sich auf manchen Fernsehern findet, garantiert mindestens eine Auflösung von 1080p mit 24, 50 oder 60 Hertz. Das nicht standardisierte „Full HD“-Emblem, das sich auf manchen Fernsehern findet, meint ebenfalls 1080p.

Die Initiative HD+ der gleichnamigen Astra-Tochter umfasst ein Angebot einiger Sender, die ihr Programm in HD-Qualität über Satellit ausstrahlen. Hiermit ist allerdings keine bessere Auflösung gemeint. HD+ bietet eine Qualität von mindestens 720p, könnte aber auch 1080p unterstützen, wenn die teilnehmenden Sender ein Signal in dieser Auflösung bereitstellen.

Die Zukunft heißt UHD

Das Ende der Fahnenstange ist mit Full HD und 1080p natürlich noch lange nicht erreicht. Bereits immer mehr Smartphone-Hersteller statten ihre handlichen Geräte derzeit mit Full-HD-Displays aus. Tablets findet man ebenfalls immer mehr in dieser Auflösung vor. Der Hersteller Amazon setzte für sein neues Kindle Fire HDX gar noch eins drauf und überbietet Full HD in der Höhe noch um einige Zeilen mit einer Auflösung, die sich HDX nennt: 1.920 x 1.200 Pixel. Die ersten Laptop-Hersteller wollen das nicht auf sich sitzen lassen und überbieten Full HD und HDX bereits deutlich. Google verwendet in seinem eigenvermarkteten Chromebook Pixel etwa die Auflösung 2.560 x 1.700 Pixel.

HD_Uebersicht_UHD

Dass die TV-Hersteller für ihre wohnzimmerfüllenden Fernsehgeräte nicht hinter Tablets, Laptops oder gar Smartphones zurückfallen wollen, ist verständlich. Der Nachfolgestandard für Full HD ist derzeit in aller Munde, die ersten TV-Geräte mit UHD gibt es bereits für viel Geld zu kaufen. UHD steht für Ultra High Definition, wofür sich zwei Auflösungen bereits etabliert haben: UHD 4K mit der vierfachen Full-HD-Auflösung oder 2.160 x 3.840 Pixeln (2160p). Der zweite UHD-Standard erlaubt die achtfache Full-HD-Auflösung, also UHD 8K mit 4.320 x 7.680 Pixeln (4320p).

Bevor das Fernsehprogramm in unseren Wohnzimmern in voller UHD-Pracht erstrahlt, wird allerdings noch viel Wasser den Rhein hinunter fließen. Gemessen daran, dass praktisch kein TV-Programm heute in 1080p zu empfangen ist, dürfte Full HD erst der nächste Schritt sein. Für UHD würden außerdem leistungsfähigere Netze benötigt. Ein Spielfilm in der vierfachen Full-HD-Auflösung bringt es schnell auf 100 GB Datenvolumen und noch mehr. Dafür sind heutige Netze nicht ausgerüstet.

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3 Kommentare zu “Von Full HD bis UHD: Eine kleine Übersicht gängiger Bildformate

  1. Das ist doch alles Shitt . Früher Eine VHS in den Recordeer und Record gedürchk und aufgenommen, Bei der wiedergage war der filnm so wie er in TV gespielt wurde. Warum brauch ich einen Reiseb TV wenn ich oben und unten Schwarze Balken habe. Das Bild sollte man auf der gabzen Mattscheibe sehne können ! Alles Ander ist Behelf !

    1. Hallo Lump007,

      der Ärger über manche Änderung ist verständlich. Jedoch gab es damals schon sehr viele unterschiedliche Bild- und Wiedergabeformate, manch Kinofilm wie „Jurassic Park“ ist sgar in einem sehr speziellen, nahezu einzigartigem Bildverhältnis gedreht, um beispielsweise Größe und Weite einer Szenerie besser einfangen zu können. Auf einer 4:3-Mattscheibe wirkte das auf der VHS gespeicherte Bild dann trotzdem etwas klein, eben wegen der Balken, was bei einem modernen 16:9-Fernseher eher minimiert ist. Kurzum: Schwarze Balken gab es damals wie heute – aber die Qualität der Bilder war nie besser.

      Gruß

      Daniel

      1. Wenn es so weiter geht . Das sieht man ja an den Funktelefonen ( Handy ) , die haben ja schon 22/10 Bikdschirme. Dann wird man bald Handys habe die 4 cm hoch und 40 cm breit sind, 100 Jahre waren Bilder 13×9 cm das entsprach 4/3. Warum dann das 16/9 TV ich sehe überhaupt keinen Sinn und Zweck dabei. Man kann ein Bild oder einen Film nicht wie Gummi ziehen. Dann hat es Eierköpfe oder recht und links wird was weg geschnitten. Es ist unmöglich 4/3 aufgenommen Filme auf einem 16/9 Monitor Biuldschirmafüllend dar zuz stellen. Das geht das nicht Auch nicht mit dem heutigen angepriesenen Up scalling !

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