Ultra HD-Fernseher haben 2014 den TV-Markt erobert – und dank gesunkener Preise endlich den Sprung in den Massenmarkt geschafft

Ohne Ultra HD-Auflösung geht heute im TV-Markt nichts mehr. Kein renommierter Fernsehgerätehersteller, der mittlerweile nicht TVs mit 4k-Auflösung im Portfolio hätte. Und wer einmal die ultrahochaufgelösten Bilder erlebt hat, will ohnehin nichts anderes mehr sehen. 2014 war ein entscheidendes Jahr für die UHD-Technik: Kinderkrankheiten wurden ausgemerzt und Standards definiert, vor allem aber sind die Geräte in diesem Jahr endlich auch erschwinglich geworden.

Trotz OLED, Curved Technologie und Android TV – kein Thema hat die Fernsehwelt 2014 so sehr beherrscht wie Ultra HD (die Abbildung oben zeigt den Ultra HD-Fernseher XBR-84X900 von Sony). Die vierfache Full HD-Auflösung macht bislang ungeahnte Details sichtbar in einem Bild, das kaum noch von der Wirklichkeit zu unterscheiden ist. Waren wir bisher fasziniert von Full HD-Fernsehern mit 1920 x 1080 Pixeln Auflösung, begeistern uns heute UHD-TVs mit 3840 x 2160 Bildpunkten. Damit lassen sich selbst wenige Zentimeter vor dem Panel keine einzelnen Pixel mehr ausmachen. Das Bild wirkt wie aus einem Guss und überzeugt mit extremer Schärfe, untadeliger Farbtreue, realitätsnaher Darstellung und nicht zuletzt mit einer nie zuvor erreichten Bildruhe.

Neben der dramatischen Steigerung der Bildqualität birgt die UHD-Technik aber noch weitere Vorteile: Durch die hohe Auflösung verringert sich der erforderliche Sitzabstand zwischen dem Gerät und dem Zuschauer. Somit sind größere Teile des Blickfelds ausgefüllt – was einen noch realistischeren TV-Genuss suggeriert. Auch Fernsehen in 3D wird durch 4k-Displays einfacher und bequemer, denn die vierfache Full HD-Auflösung ermöglicht den Einsatz der beliebteren Polarisationstechnologie – ohne dass dabei auf Full HD-Bilder verzichtet werden müsste. Zwar halbiert sich bei der Polarisation im Gegensatz zur Shutter-Technologie die Bildauflösung (wodurch bei Full HD-Geräten im 3D-Polarisationsmodus keine Full HD-Darstellung mehr möglich ist), aber bei UHD bleiben eben auch im Polarizer-Verfahren immer noch Full HD-Bilder übrig. Und die Käufer bevorzugen für das dreidimensionale Heimkinovergnügen nun mal mehrheitlich die Polarisation und die damit verbundenen leichteren und preiswerteren 3D-Brillen. Auch einen störenden Flimmereffekt gibt es systembedingt bei der Polarisationstechnik nicht.

Wichtige Systemstandards sind mittlerweile für UHD verabschiedet worden. Daher sollte beim Kauf eines 4k-Fernsehers unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gerät über einen HDMI 2.0-Anschluss verfügt und dass der aktuellste Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützt wird. Ebenso relevant ist der HEVC-Codec für eine hochwertige Kompression des UHD-Datenmaterials. Wesentlich ist auch die Fähigkeit des Ultra HD-Geräts, SD-, HD- und Full HD-Content auf die 4k-Auflösung hochrechnen zu können. Gerade bei diesem Upscaling, das aufgrund der immer noch geringen Verfügbarkeit von nativem 4k-Material von entscheidender Bedeutung ist, gibt es unter den UHD-Fernsehern noch große Qualitätsunterschiede. Doch die meisten Modelle aus den Baureihen von 2014 beherrschen die Hochskalierung des Videomaterials bravourös.

Auch wenn bis vor kurzem Flat-TVs das Non-plus-ultra waren: Plan müssen UHD-TVs heute auch nicht mehr unbedingt sein. Mit Curved-Geräten hat die Industrie gerade 2014 einen neuen Standard etabliert, der sich bei den Kunden in Kombination mit Ultra HD-Auflösung großer Beliebtheit erfreut. Die beste Entwicklung für (potenzielle) Käufer war 2014 im UHD-Bereich aber wohl das deutlich gesunkene und vor einem Jahr noch undenkbare Preisniveau bei 4k-TVs, das sich aus Early Adopter-Sphären rasend schnell hin zum Massenmarkt entwickelt hat. Einen 4k-Fernseher können sich daher schon heute nicht nur Gutsituierte leisten.

Und was bringt 2015? Die Bildschirmdiagonalen werden wohl bei einer noch breiteren Modellpalette weiter zunehmen – nicht zuletzt deshalb, weil UHD vor allem ab 65 Zoll Durchmesser erst so richtig Sinn macht. Und dann dürfen wir uns auf die Kür der schönen neuen TV-Welt freuen: 4k-Fernseher mit ultradünnen OLED-Bildschirmen. Nach ersten Prototypen mit beeindruckenden Ergebnissen könnte 2015 das Jahr werden, in dem UHD und OLED endgültig zusammenwachsen – eine Symbiose von unschlagbaren Vorteilen, die zu einer völlig neuen Dimension des visuellen Erlebnisses im Heimkino führen wird.

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2 Kommentare zu “Ultra HD-Fernseher haben 2014 den TV-Markt erobert – und dank gesunkener Preise endlich den Sprung in den Massenmarkt geschafft
  1. Hi Joe,

    wirklich ein guter Beitrag. Ich glaube eben dass nicht nur die Preise sinken müssen sondern auch endlich Inhalte für die neuen UHD-Geräte auf den Markt kommen müssen – sonst wird das ganze genau so floppen wie 3D. Traurig aber wahr!

    Warum sollte jemand heute einen 4K TV kaufen, wenn er noch nicht mal die Aussicht hat sein TV-Programm (öffentlichrechtlich oder privat) in den nächsten 2 oder 3 Jahren in dieser Qualität zu genießen? 🙂

    Die Hersteller sollten sich auch vermehrt um die Bereitstellung von Inhalten kümmern – und da gehört meiner Meinung nach nicht dazu, dass man wie Samsung eine Festplatte mit ein paar Filmen bereitstellt – man muss in größeren Dimensionen denken!

    LG
    Daniel

  2. Hallo,

    es gibt aktuell doch mehr 4K Material, allerdings ist die Auswahl noch etwas zu mager. Ich muss allerdings zugeben, dass das Upscaling der HD Inhalte auch Einiges ausmacht. Ich denke nicht, dass die UHD TVs floppen werden.

    Gruß,
    Andres

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