TV-Serien-Tipp: Gomorrha, die Reise ins dunkle Reich der italienischen Mafia

Ciro ist die rechte Hand des Paten Pietro Savastano in Neapel. Als Anführer der Todesschwadronen ist es seine Aufgabe zu erpressen, zu plündern und auch zu morden. Als Savastano ins Gefängnis wandert, ist es an Ciro, den Clan vor dem Verfall zu bewahren, denn Savastanos nichtsnutziger Sohn Genny hat nur Spaß und Frauen im Sinn und seine machtbesessene Frau schickt sich an, die Geschäfte an sich zu reißen. Als Ciro entmachtet werden soll, zettelt er einen blutigen Krieg mit einem verfeindeten Clan an, dem zahlreiche Unschuldige zum Opfer fallen. Die Geschichte basiert auf dem Bestseller „Gomorrha“ von Roberto Saviano, der wahre Ereignisse wiedergibt, und wurde von Sky in einer ebenso spannenden wie schonungslosen Serie ins TV gebracht.

Saviano hat für seinen Roman die Machenschaften der Mafia in Neapel minutiös nacherzählt. Weil er dabei die Namen der Beteiligten genannt hat, kann er seitdem an keinem festen Wohnsitz mehr leben und ohne Personenschutz nicht mehr öffentlich auftreten. Verfilmt wurde „Gomorrha“ schon einmal im Jahr 2008. Doch der damaligen Low-Budget-Produktion lassen sich Mängel in der Dramaturgie nicht absprechen. Auch boten die gut zwei Stunden des Films zu wenige Möglichkeiten, die Geschichte in ihrer ganzen Komplexität nachzuerzählen.

Killer mit eigenen Familien

Mit dem Serienformat haben Saviano, Drehbuchautor Leonardo Fasoli und Regisseur Stefano Sollima nun die Geschichte in ihrer ganzen Eindringlichkeit in ein modernes Serienformat gepresst. Die wahrscheinlich beste italienische TV-Serie der vergangenen Jahre lässt an Spannung und Schrecken nichts vermissen. Die eiskalten Mafiakiller haben selbst Familien, bringen liebevoll ihre kleinen Kinder ins Bett – und schießen in der nächsten Szene harmlose Angestellte eines Autoverkäufers einfach nieder. Sie benutzen selbst Kinder als Köder oder foltern Mädchen, um kaum wertvolle Informationen in Erfahrung zu bringen.

Die Killer sind augenscheinlich Typen wie du und ich und doch voll erschreckender Kaltblütigkeit. Nichts hält sie auf – schon gar nicht die ebenso eingeschüchterte wie korrupte Polizei. Eine Art Ehrenkodex, wie in heroisierten US-Mafia-Epen wie „Der Pate“ oft vorgestellt, gibt es in „Gomorrha“, gibt es in der Realität nicht. Die Schergen machen auch vor Frauen und Kindern nicht Halt und sie reißen damit eine ganze Stadt, ja ganze Landstriche in den Abgrund. An der Mafia ist in „Gomorrha“ nichts Heroisches, die Mafia ist die Pest.

Die ausgezeichnete Serie ist seit dieser Woche erneut auf Sky Atlantic zu sehen. Sky-Kunden können sich die Folgen jederzeit über die Abrufdienste Sky Go und Sky Anytime ansehen, Nicht-Abonennten die Serie im Webservice Sky Online im Paket Sky Film verfolgen. Die erste Staffel besteht aus 12 Folgen von der Länge knapp einer Stunde pro Folge. Die zweite Staffel soll im Sommer auf Sky Italia und voraussichtlich ab Oktober bei Sky Deutschland zu sehen sein.

Bild: Sky/HBO

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