Stehen 3D-Fernseher vor dem Aus oder nur vor einem Neubeginn?

Eine Meldung macht derzeit die Runde: So vermutet das koreanische IT-Portal etnews, dass Samsung 2016 gar keine TV-Geräte mit 3D-Tauglichkeit veröffentlichen wird. Ist das der Anfang vom Ende der 3DTVs oder eher der Beginn von etwas Neuem?

Manche Technologien setzen sich eben nicht durch – das zeigen schon viele Produkte und Standards in der Vergangenheit. Ob dies auch für 3D im Heimkino gilt? Dem Schein könnte man erliegen, zumindest wenn man etnews oder auch ibtimes Glauben schenkt. Wenn Samsung in diesem Jahr schon darauf verzichten würde, 3DTVs zu veröffentlichen, könnten weitere Hersteller wie LG nachziehen. Es gibt ja auch gute Gründe, die von einer Abkehr sprechen, wie die c’t in einem aktuellen Artikel sehr gut auf auf technischer Ebene erläutert.

Samsungs Vorstellung von 3D - bald vorbei? (Foto: Samsung)

Samsungs Vorstellung von 3D – bald vorbei? (Foto: Samsung)

Hat sich nie durchgesetzt?

Unter anderem sind vor allem große Displays mit 3D-Technologie, vor allem bei Verwendung passiver 3D-Polfilter, sehr kostenintensiv für die Produzenten und damit auch für die Konsumenten. Die wiederum erhielten in der Vergangenheit ohnehin nicht überschweifend viele Inhalte – das Angebot an Blu-rays mit 3D-Filmen ist zwar mittlerweile recht üppig, aber eben auch überschaubar. Ein weiterer Punkt scheint zu sein, dass das Interesse an 3D noch nie so riesig war, dass sich das dreidimensionale Bild vollständig durchsetzen konnte.

Und es steht bereits der nächste Trend bevor: Ultra HD-Auflösungen sind in den ersten Wohnzimmern dank sinkender Fernseh-Preise angelangt, die 4K Ultra HD-Blu-ray möchte dieses Jahr die Haushalte erobern. Nur ist dieses Format gar nicht auf entsprechende 3D-Material ausgelegt. Zufall?

Alles kein Problem!

Man sollte natürlich realistisch bleiben: Unverändert locken 3D-Blockbuster weltweit Millionen Menschen in die Kinos – man denke hier nur an den Mega-Erfolg „Star Wars: Das Erwachen der Macht“. Der wird auch als 3D-Blu-ray zum Kassenschlager, daran gibt es keinen Zweifel. Nur ob und inwiefern man langfristig 3D-Brillen daheim nutzen wird? Das ist zum einen von den TV-Herstellern wie Samsung und vor allem LG abhängig, zum anderen von Hollywood. Denn dort entstehen ja die Filme. Es ist nicht auszuschließen, dass 4K letztlich 3D verdrängt, vorstellbar ist aber auch ein Comeback mit einer neuen Qualitätsstufe. Denn gerade 3D mit passiven Brillen benötigt hohe Auflösungen, die 4K zu bieten hat.

Nicht unerwähnt sollte ein ganz anderer Bereich sein, in dem 3D eine völlig neue Bedeutung erhält: Virtual Reality. VR-Brillen erobern zunehmend die Entertainment-Branche, 2016 werden Oculus Rift, PlayStation VR und HTC Vive erscheinen. Sie sind Wegbereiter für einen potentiellen, neuen Trend, der Inhalte auf Wunsch auch auf riesigen fiktiven (3D-)Bildschirmen in 360-Grad-Sicht präsentiert. Wer weiß – vielleicht könnte dies auch das Heimkino-Segment langfristig beeinflussen?

PlayStation VR - mit Virtual Reality zum Erfolg? (Foto: Sony)

PlayStation VR – mit Virtual Reality zum Erfolg? (Foto: Sony)

So oder so können wir nur empfehlen: Kauft ihr euch einen modernen, 3D-fähigen Fernseher, ist das auf keinen Fall eine Fehlentscheidung. Das Filmangebot ist riesig, der Erlebnisfaktor bei guten Geräten ein hoher – egal ob mit passiver oder aktiver Shutter-Brille. Sowieso wird ohnehin niemand fast ausschließlich 3D-Inhalte genießen, es war und ist immer nur ein Zusatznutzen. Und an dem ändert sich doch nichts, wenn sich Firmen neuen Trends und Technologien zuwenden, die uns in ein paar Jahren daheim beglücken möchten.

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