Seien wir ehrlich: Ohne Streaming-Dienste wie Apple Music und Spotify geht es doch gar nicht mehr!

Früher gab es Rock, Jazz und Schlager. Heute kennt alleine die elektronische Musik dutzende Stilrichtungen. Wie soll man da noch die Übersicht behalten, wenn nicht mit professionell betreuten Playlists und der Möglichkeit, einfach mal in ein paar Tracks reinzuhören? Mit Musikstreaming also. Ohne Dienste wie Apple Music oder Spotify kämen wir längst nicht mehr hinterher.

Neulich im Urlaub erhielt ich im Flughafenbus die Möglichkeit, kostenlos WLAN zu nutzen, wenn ich dafür ein paar statische Fragen beantworten würde. Eine davon war: Was ist Ihre Lieblingsmusik?

Was war noch gleich Hardstyle? Es gibt heute gefühlt mehr Stilrichtungen, als das Jahr 1980 Charthits hatte.

Was war noch gleich Hardstyle? Es gibt heute gefühlt mehr Stilrichtungen, als das Jahr 1980 Charthits hatte.

Meine Lieblingsmusik? Heute? Gute Frage! Früher war es mal Rock, aber nicht Metal, Grunge vielleicht, aber das ist tot. Heute leben noch artverwandte Stilrichtungen davon, die man grob unter Indie oder Alternative zusammenfassen kann. Ein Teilbereich davon ist Stoner Rock oder Post-Hardcore, bei der elektronischen gibt es Musik Funky House oder Hardstyle. Was das alles ist? Könnten wir nur spekulieren, wenn wir nicht wenigstens mal reinhören würden. Und wie ginge das besser als mit einem Flatrate-Dienst wie Spotify oder dem neuen Apple Music?

Künstler kennenlernen, die man sonst nie gehört hätte

Diese Dienste stellen dem Benutzer nicht nur neue Musik vor, sie bieten ihm auch die Chance, beliebig zu neuen Tracks zu springen und querbeet reinzuhören. Da war ein Künstler dabei, der dir gefällt? Super, dann gleich weiter zur Auswahl des Künstlers, reinhören, ähnliche Künstler aufrufen, wieder reinhören. Lernen.

Musikmagazine erstellen heute Spotify-Playlists, damit die Hörer direkt in die Praxis einsteigen können. Und die können von Profis wie Musikredakteuren, DJs oder Musikern selbst ebenso stammen wie von ambitionierten Dauerhörern. Der soziale Aspekt führt uns über Musik zusammen. Zusätzlich spielen schlaue Algorithmen in Form von „Radio“ neue Songs passend zu denen, die man schon mag.

Deezer Radio: Musik aus beliebten Genres wählen oder passend zur eigenen Sammlung erstellen lassen

Deezer Radio: Musik aus beliebten Genres wählen oder passend zur eigenen Sammlung erstellen lassen

Das Ganze hat einen Vorteil für weniger bekannte Künstler: Sie werden dabei für jedes Streaming noch entlohnt. Nicht gerade fürstlich, wenn man sich die Centbeträge anschaut, die pro Abruf fließen. Früher aber hätte man nicht einmal von ihnen gehört und dann ihr Album auch nicht gekauft.

Musik wieder wertschätzen? Dann mehr davon hören!

Ein Musikmagazin stellt zehn neue Künstler vor, die interessant klingen, ihr habt aber nur Geld für eine CD? Früher hieß es da: Pech gehabt. Heute teilt man dank Streaming das gleiche Budget unter allen zehn Vorschlägen auf.

Segen oder Fluch? Beides.

Die Verfechter für CD, Vinyl und in Abstrichen noch iTunes-Album mögen Recht haben: Künstler werden durch einen Kauf besser entlohnt und ihre Arbeit mehr Wert geschätzt. Aber ganz ehrlich: Heute gibt es mehr Stilrichtungen, als das Jahr 1980 Popsongs hatte. Mit welchem Geld soll man Alben oder auch nur Einzeltracks von den Künstlern aller Genres kaufen, die einem gefallen? Und wie kann man überhaupt noch neue Künstler kennenlernen, wenn nicht durch Streaming? Es geht doch gar nicht mehr anders!

Streaming kann Befreiung bedeuten und bisher wenig bekannten Künstlern eine Chance geben. Der Weg dahin muss nur noch gefunden werden. Der Streaming-Pionier Spotify warb kürzlich mit einer interessanten Interpretation (Video oben) für seinen Dienst: Je mehr Menschen für Streaming-Dienste bezahlten, desto mehr könnte man logischerweise auch an Künstler auszahlen. Würden alle Menschen Streaming nutzen, dann würden Weltstars auch bald wieder fürstlich verdienen.

Mehr Geld für gute Songs

Das ist natürlich schöngerechnet. Die Masse der Künstler wird durch Streaming nicht reich. Aber ist dafür alleine Spotify verantwortlich? Oder liegt es schlicht daran, dass jeder von uns nicht mehr Geld für Musik ausgeben will – und dieses unter immer mehr Künstlern verteilt werden muss. Wäre diese deutlich größere Masse an Musikern auch dann samt und sonders reich geworden, wenn wir immer noch CDs kaufen müssten? Ich wage es zu bezweifeln.

Taylor Swift wollte ihr Album "1989" nicht auf Spotify veröffentlichen.

Taylor Swift wollte ihr Album „1989“ nicht auf Spotify veröffentlichen.

Wir haben heute eine größere Auswahl an Musik. Und Dienste wie Spotify und Apple Music geben uns und den Künstlern zumindest die Chance, in jeden davon einmal reinzuhören. Eines ist dafür gleich geblieben: Die Musik, die wir wirklich lieben, hören wir auch heute noch rauf und runter. Mit dem Unterschied, dass ein Künstler heute umso mehr verdient, je öfter wir seinen Song hören. So falsch klingt das für mich gar nicht.

Auf Musikstreaming-Diensten (manchmal auch Musikflatrates genannt) kann ein Nutzer für einen pauschalen Monatspreis von etwa 10 Euro aus einem Angebot von meist 30-40 Millionen Tracks so viele so oft hören wie er möchte. Bekannte Dienste sind zum Beispiel Spotify, Deezer, Napster und jüngst Apple Music. Zusätzlich gibt es meistens vorgeschlagene Playlists und die Möglichkeit, sich auf Basis eigener Vorlieben neue Musikstücke vorschlagen zu lassen. Die Dienste stehen in der Kritik vieler Künstler, die damit angeblich zu wenig verdienen. Einige Musiker wie Taylor Swift, Radiohead oder zuletzt Prince zogen ihre Musik deswegen teilweise von einigen Diensten ab.

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