Schade: Jugendliche stoppen Bundesliga-Videos auf Twitter nach DFL-Beschwerde

Schade: Jugendliche stoppen Bundesliga-Videos auf Twitter nach DFL-Beschwerde

Kürzlich hatte ich einmal keine Möglichkeit, mir die Sky-Bundesligakonferenz am Samstag in meinem Stamm-Café anzuschauen. Meine Mannschaft geriet in Rückstand und ich hätte so gerne die Bilder dazu gesehen. Kurz darauf leitete ein Freund einen Tweet an mich weiter, das ein Video des Tors enthielt. Aufgezeichnet von einem Twitter-Service zweier Jugendlicher aus Wien, aktuell, schnell, komfortabel – und natürlich nicht legal. Die beiden Betreiber des Twitter-Dienstes @BL_Latest erhielten daraufhin eine Beschwerde und die Androhung rechtlicher Konsequenzen durch die Deutsche Fußball Liga (DFL). Das ist nachvollziehbar, aber schade. Aus den technischen Möglichkeiten ließe sich ein fantastischer Dienst für Bundesliga-Fans machen – und ein Zusatzgeschäft für Sky.

Seien wir ehrlich: Schöne Spielzüge, taktische Spielereien und die oft ausufernden Interviews mit Dortmund-Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel runden das Profil einer Fußball-Übertragung oder -Zusammenfassung erst ab. Doch am Ende sind es doch die Tore, die wir sehen wollen, und wie sie entstehen. Genau das haben die beiden Wiener Jugendlichen auf @BL_Latest gemacht. Das Bildmaterial haben sie aus dem Pay-TV-Angebot von Sky abgefilmt und daraus Videos auf Twitters eigenem Kurzvideodienst Vine erstellt und auf Twitter eingebunden. Wer die Spiele also nicht live verfolgen konnte, hatte trotzdem die Möglichkeit, sofort die Tore zu Hause am eigenen Bildschirm zu sehen – via Twitter.

Not macht erfinderisch: „Haben das Video nicht selbst aufgezeichnet“

Dass das so nicht geht und dass die Rechte-Inhaber der Spiele natürlich schnell protestieren würden, erscheint logisch. Doch warum musste auf diesen Regelverstoß sogleich die Androhung einer Klage folgen? Warum macht sich Sky diese Idee nicht einfach selbst zu eigen, engagiert die beiden Jungs für wenig Geld oder erweitert das Team und macht aus @BL_Latest einen kostenpflichtigen Service? Das ließe sich entweder als Zusatz zu bisherigen Internet-Angeboten wie Sky Go für Bestandskunden vermarkten oder als Appetithappen für einen geringen Monatsbetrag für Noch-Nicht-Kunden aber solche, die es vielleicht werden wollen.

Denn die Idee ist gut und lässt sich noch weiter ausdifferenzieren: So könnte man Live-Ticker mit Bildern ausstatten oder nur die eigene Mannschaft auf Twitter abonnieren und dann das Spielgeschehen live und in Farbe verfolgen lassen. Kommen dürfte das früher oder später sowieso.

Und aufhalten scheint sich das ohnehin nicht mehr zu lassen: Beim Championsleague-Halbfinale der Bayern in Madrid posteten die beiden Wiener unbekümmert wieder ein Vine-Video des einzigen Tors des Spiels. Das Video, erklärten sie auf Nachfrage eines besorgten Followers, hätten sie ja nicht selbst aufgezeichnet, sondern nur von einem anderen Benutzer übernommen.

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Ein Kommentar zu “Schade: Jugendliche stoppen Bundesliga-Videos auf Twitter nach DFL-Beschwerde

  1. Prinzipiell hast du Recht, aber man kann Inhalte auf Twitter halt schlecht ausschließlich gegen Gebühr darstellen – dafür gibt es ja, soweit ich weiß, keine Funktion. Es würde also eine eigene Plattform mit Sky-Miniclips benötigen. Die Plattform selbst würde erstmal Traffic benötigen – gut, das könnte man ja über Twitter anteasern.

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