Samsung The Freestyle vs Xgimi Halo+: Welcher Beamer passt zu mir?

Samsung The Freestyle und Xgimi Halo+ sind beides Mini-Beamer – da enden aber schon die Gemeinsamkeiten. Denn jeder ganz eigene Stärken und Schwächen.

Samsung The Freestyle vs Xgimi Halo+: Welcher Beamer passt zu mir?

Xgimi Halo+ und Samsung The Freestyle sind derzeit die gefragtesten Mini-Beamer auf dem Markt. Beide Geräte sind kompakt, bieten eine gute Bildqualität und große App-Vielfalt. Doch in punkto Design, App-Auswahl und Portabilität trennt das Duo Welten.

Design: Hollywood oder Bauhaus

Samsung setzt beim The Freestyle auf ein extravagantes Design, das an einen alten Studio-Scheinwerfer erinnert. Die minimalistische Gestaltung zieht Blicke auf sich, ist aber zugleich so kompakt, dass du den Mini-Beamer unauffällig in die Wohnlandschaft integrieren kannst – dank eines speziellen Gelenks kannst du den The Freestyle um 180° drehen und so das Bild nicht nur an die Wand, sondern auch die Decke hin ausrichten.

Was auf den zweiten Blick auffällt, ist die reduzierte Anzahl der Anschlüsse. Ein USB-C-Anschluss für die Stromversorgung und ein Micro-HDMI-Port sind alles, was du am Gehäuse findest.

Beim Samsung Freestyle zum Beispiel solltest du mindestens 2,5 Meter entfernt von der Leinwand sitzen, möchtest du eine Größe von 100 Zoll haben. (Foto: Daniel Wendorf)
Dank minimalistischem Design und 180-Grad-Scharnier ist der Samsung The Freestyle fast überall einsetzbar. (Foto: Daniel Wendorf)

Über USB bringst du das mitgelieferte Netzteil oder eine Powerbank mit Power Delivery heran, um den Freestyle unterwegs zu betreiben. Einen weiteren Konnektor findest du auf der Unterseite, aber es ist unklar, für welches künftige Zubehör Samsung diesen eingebaut hat.

Samsung The Freestyle
Maße: 10,24 * 17,28 * 9,52 cm / Gewicht: 800 Gramm
Wiedergabetechnik: 1-Chip-DLP-Technik / Lichtquelle: LED / Lampenlebensdauer: 20.000 Stunden
Auflösung: 1.920 * 1.080 Pixel / Bilddiagonale: 76,2 cm bis 254 cm / Projektionsverhältnis: 1:1.2 / Kontrast: 300:1 / Helligkeit: 250 ANSI-Lumen; 550 LED-Lumen / Korrekturen: Auto-Leveling, automatische Trapezkorrektur, Autofokus, HDR / Sound: integrierter 5-W-Monolautsprecher
Betriebssystem: Tizen OS / App-Store: ja / Sideload: nein / Sprachsteuerung: ja (Alexa) /
Konnektivität: Micro-HDMI; USB-C (nur für Stromversorgung); WLAN; Bluetooth, DLNA
Leistungsaufnahme: 0,5-50 Watt

Xgimi Halo+ in Kurzvorstellung

Der Xgimi Halo+ bietet den Formfaktor eines kleinen Stereolautsprechers. Die Gestaltung zieht im Vergleich zum Samsung-Pendant den Kürzeren. Dafür hat der Halo+ einen integrierten Akku und je einen HDMI- sowie USB-A-Anschluss.

Die eingebauten 5-W-Lautsprecher erzeugen dank eines Tricks satten Stereosound: Der Beamer wirft die Schallwellen auf die Leinwand, von der aus sie zurückgeworfen werden.

Xgimi setzt auf ein zweckmäßiges Design. (Foto: Daniel Wendorf)

Ganz so flexibel wie den The Freestyle kannst du den Halo+ nicht einsetzen, aber dank integriertem Standfuß lässt er sich vertikal ausrichten. Etwas mehr Flexibilität erhältst du mit einem klassischen Foto-Stativ, das du über das 3/4-Gewinde an den Beamer bringst.

Xgimi Halo+
Maße: 17 * 15 * 11 cm / Gewicht: 1,6 kg
Wiedergabetechnik: 1-Chip-DLP-Technik / Lichtquelle: LED / Lampenlebensdauer: 30.000 Stunden
Auflösung: 1.920 * 1.080 Pixel / Bilddiagonale: 77 cm bis 287 cm / Projektionsverhältnis: 1:1.2 / Kontrast: k.A. / Helligkeit: 900 ANSI-Lumen Korrekturen: Auto-Leveling, automatische Trapezkorrektur, Hinderniserkennung, Autofokus, HDR10, HLP / Sound: integrierter Stereolautsprecher von Harman Kardon (2x 5 W)
Betriebssystem: Android TV 10.0 / App-Store: ja / Sideload: ja / Sprachsteuerung: ja (Google Assistant) /
Konnektivität: 1x HDMI; 1x USB-A; WLAN 802.11 a/b/g/n/ac; Bluetooth 5.0, DLNA
Leistungsaufnahme: 90 Watt

Lieferumfang: Keine echten Extras

Samsung legt dem The Freestyle ein USB-C-Netzteil und eine Infrarot-Fernbedienung sowie einen Schwung Handbücher bei. Weitere Dreingaben gibt es nicht, was aber nicht heißt, dass es kein Zubehör gäbe.

Ein passendes Transport-Case bietet der Hersteller zum separaten Erwerb, ebenso den Battery Base genannten Zusatzakku, der Strom für etwas mehr als 2 Stunden Filmgenuss liefert.

Schade nur, dass der Beamer nur ohne Fernbedienung und Zusatzakku im Transportköcher Platz findet.

Xgimi spendiert dem Halo+ ebenfalls ein Netzteil und eine Fernbedienung. Doch setzt der Hersteller auf einen proprietären Stromanschluss und eine Bluetooth-Verbindung für die Remote.

Handbücher sind selbstredend auch mit von der Partie. Da der Akku fest verbaut ist, liegt eigentlich schon alles bei, was du für mobilen Medienkonsum bräuchtest. Etwas schade ist, dass es für den Halo+ keine offizielle Tasche gibt, in der der Mini-Beamer Platz findet.

Außerdem hätte das Gehäuse ausreichend Platz, um die Fernbedienung hinter einer Klappe oder in einem Fach zu verstauen – doch stattdessen musst du sie separat mitschleppen.

Lieferumfang Xgimi Halo+

Ersteinrichtung: Volle Freiheit vs Kontenzwang

Beide Mini-Beamer sind schnell aufgebaut. Einfach aus dem Karton holen, hinstellen und anschalten, ob nun übers Stromkabel oder den verbauten Akku. Das Duo beherrscht die automatische Trapezkontrolle, richtet das Bild demnach vollautomatisch auf die Leinwand aus. Hier aber trennen sich die Konzepte.

Samsung bietet eine optionale Registrierung, damit du exklusive Apps und Services wie die TV-Anwendung nutzen kannst. Möchtest du deine Daten nicht herausgeben, ist das für Samsung okay, The Freestyle funktioniert auch ohne.

Der Xgimi Halo+ nutzt Googles Android TV, das du vielleicht von der Nvidia Shield TV Pro kennst. Um das Betriebssystem überhaupt nutzen zu können, musst du zwangsweise deine Google-Konteninformationen eingeben oder einen Account anlegen.

App-Auswahl: Qualität vs Wildwuchs

Moderne Projektoren haben sich von ihren Urahnen emanzipiert, die nur stumpf Filme wiedergaben. Auf modernen Beamern laufen Streaming-Apps oder Spiele und das Smartphone schickt über Screen Mirroring und AirPlay seine Bildschirminhalte auf die Leinwand.

The Freestyle ist hinsichtlich der App-Auswahl etwas beschränkter als der Xgimi Halo+. Schlechter ist es aber nicht, wenn du „nur“ die gängigen Streaming-Services und Mediatheken nachrüsten willst oder auf ein paar Spiele für zwischendurch Lust hast.

Einen Sideload gibt es schon deshalb nicht, weil viele Anwendungen nicht mit Samsungs hauseigenem Betriebssystem Tizen OS kompatibel sind.

App Store des Samsung The Freestyle.
Samsung The Freestyle bietet simple Spiele im Tizen-Store – die richtig großen Namen fehlen allerdings.

Halo+ und Android TV dagegen wirken wie eine perfekte Kombination. Millionen von Apps wie auf dem Smartphone? Schön wär’s! Ein paar tausend Anwendungen sind aber dabei, darunter von Amazon Prime über Disney+, YouTube, Spotify bis zu Zattoo fast alle etablierten Streaming-Dienste.

Nur Netflix glänzt mit Abwesenheit – und ist nur über einen Umweg nachrüstbar. Wie das funktioniert, beschreibt eine eigens gedruckte und dem Beamer beigelegte Anleitung.

Im Google Play Store gibt es eine feine App-Auswahl.

Und Spiele? Die kann der Halo+! Wenn du auf Retro stehst, kommst du dank Retroarch und ScummVM voll auf deine Kosten. Ein paar moderne Titel sind im Google Play Store verfügbar, darunter Liberty City Stories und Chinatown Wars aus der GTA-Reihe als echte Highlights.

Weitere Games und Apps kannst du über Sideload hinzufügen. Die Installation von Anwendungen aus unbekannten Quellen ist mit einem gewissen Risiko verbunden und funktioniert nicht immer. Mit einigen Spielen wie Metal Slug 3 und Sonic CD gelang uns das aber problemlos.

Externe Medien: Samsung mag es wireless

Die Frage danach, woher die abzuspielenden Medien kommen, ist bei beiden Geräten essenziell. Samsung setzt vor allem auf eine aktive Netzwerkverbindung oder Screen Mirroring bzw. Apples Air Play. Das heißt, dass Dinsey+, Netflix und Co. ihre Filme über WLAN (oder den Smartphone-Hotspot) einspeisen.

Da Samsung keinen zweiten USB-Anschluss bietet, sind externe Festplatten und Speichersticks ausgeschlossen. Andere Videoquellen wie beispielsweise Spielkonsolen, kommen über Micro HDMI ans Gerät.

Micro HDMI – und das war’s! Samsungs The Freestyle nutzt die USB-C-Buchse nur zur Stromversorgung.

Der Xgimi Halo+ beherrscht das Streaming über WLAN so selbstverständlich wie die Wiedergabe vom Speicherstick oder der Festplatte. Einzig, dass es keinen Weg gibt, ein lokales NAS in dieses Android TV einzuspeisen, ist ein Ärgernis. Positiv: Zwar ist der nutzbare interne Speicher mit 10 GB knapp bemessen, aber ein paar kleinere Filme und Fotos finden auch darin Platz.

Der Xgimi Halo+ bietet ausreichend Anschlüsse und 16 GB internen Speicher.

Bedienung: Minimalismus pur

Samsung und Xgimi setzen gleichermaßen auf eine intuitive Bedienung via Fernbedienung. Fehlt dir die Remote einmal, kannst du die Geräte rudimentär über Touchfelder steuern. Diese sind beim The Freestyle an der Front angebracht und beim Xgimi Halo+ auf der Oberseite zu finden. Mehr als Start/Stopp und Lautstärke ist aber nicht möglich.

Fernbedienungen von Samsung The Freestyle und Xgimi Halo+.
Links die Samsung-Fernbedienung, rechts das Xgimi-Pendant.

Die Fernbedienungen beider Geräte sind auf wenige Knöpfe reduziert und angenehm zu bedienen. Zum Favoriten mausert sich keine der beiden, weil sie hier und da ihre Defizite haben. Samsung setzt auf eigenwillige Mikro-Hebel zur Lautstärkesteuerung, Xgimi verzichtet dafür ganz und gar auf Schnellauswahl-Knöpfe, um zu einem der großen Streaming-Dienste zu wechseln.

Die Menü-Navigation ist auf Samsungs Tizen OS und dem Android TV des Halo+ schnell verinnerlicht, hakt aber hier und da auf dem The Freestyle, während der Halo+ ab und an Probleme hat, eine App zu beenden.

Bildqualität und Sound: Eine Klasse für sich

Bei abgedunkeltem Raum brillieren The Freestyle und Halo+. Satte Farben, hohe Kontraste, HDR-Unterstützung und flüssige Bewegtbildwiedergabe lassen Flachbildfernseher ganz schön alt aussehen!

Bei geöffneten Vorhängen und etwas Sonnenlicht fallen beide Beamer ab – die 500 Lumen (Samsung The Freestyle) bzw. 900 Lumen (Xgimi Halo+) kommen einfach nicht gegen das Sonnenlicht an – für solche Zwecke gibt es Tageslichtbeamer wie den Xgimi Horizon+.

Etwas schummrige Kinoatmosphäre ist also Voraussetzung, um das XXL-Bild mit echter 1080p-Auflösung und HDR-Farbdynamik auf der Leinwand zu genießen. Das Projektionsverhältnis beträgt 1:1.2, was bei 2,70 m Distanz einer Diagonale von gut 265 cm entspricht.

Guckst du ganz genau hin, erkennst du im unteren Gehäusedrittel die beiden 5-W-Lautsprecher im Xgimi Halo+.

Der Klang beider Projektoren ist mindestens gut. Samsung bietet eine bessere Tonabmischung, beherrscht aber nur Mono. Xgimi kann Stereo-Klang und brummt gerne mit Bässen. Ohnehin ist die Audioausgabe kein Vergleich zu einer Soundbar, die du über Bluetooth mit den Beamern verbinden kannst.

Egal ob Freestyle oder Halo+: Das Duo kann mit Spielen umgehen. Während Samsungs Projektor ohnehin nahezu latenzfrei arbeitet, bietet der Xgimi Halo+ einen dedizierten Spielemodus.

In dem fehlen leider automatische und manuelle Trapezkorrektur. Die kann Samsung jederzeit garantieren, dafür müssen Xbox, PlayStation und Switch via Micro HDMI ans Gerät.

Mobilität: „Ich würde so gern“ vs „Nimm mich einfach mit“

Beide Beamer werben damit, mobil zu sein, also auch unterwegs Filme und Medien abspielen zu können. Jedoch erfüllt nur der Halo+ dieses Versprechen dank integriertem Akku, der für bis zu 3 Stunden Laufzeit reicht. Danach müsstest du ihn neu laden, was aber wegen des proprietären Stromanschlusses nicht ohne weiteres funktioniert.

The Freestyle will richtig mobil sein – wie hier dargestellt funktioniert das aber nicht. Es fehlt schlicht ein Akku. (Foto: Samsung)

Samsung The Freestyle ist auf eine externe Stromquelle angewiesen. Ob das nun eine Powerstation ist oder eine Powerbank mit Power Delivery ist dem Gerät an und für sich egal – aber im Falle einer mobilen Nutzung brauchst du definitiv ein weiteres Gerät im Gepäck.

Beide Beamer projizieren ihr Bild am besten auf eine glatte Oberfläche, bevorzugt eine Leinwand. Behelfsmäßig reichen auch die Hausfassade oder eine Zeltplane.

Fazit: Und was ist nun der „bessere“ Beamer?

The Freestyle und Halo+ haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Samsung punktet mit schneller Einrichtung ohne Kontenzwang, todschickem Design und der etwas besseren Fernbedienung. Der Halo+ hingegen ist schon im Auslieferungszustand mobil, kann externe Speichermedien einlesen und macht als Retro-Spielekonsole eine richtig gute Figur.

So gesehen sind also beide Geräte empfehlenswert – je nachdem, welche Stärken du bevorzugst.

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