Samsung erteilt weiteren OLED-Fernsehern bis auf weiteres erneut eine Absage

Samsung erteilt weiteren OLED-Fernsehern bis auf weiteres erneut eine Absage

OLED quo vadis? Die Anbieter von TV-Hardware ziehen sich immer mehr aus der Herstellung von Fernsehern mit organischer Bildwiedergabetechnik zurück. Jetzt gibt es auch eine erneute Absage von Samsung zu weiteren OLED-Geräten in absehbarer Zeit.

Noch 2013 hatte Samsung stolz seinen ersten OLED-TV vorgestellt: Der KN55S9C wurde anfangs zu einem stolzen Preis von 10.000 US-Dollar angeboten und ging nicht gerade als Verkaufsschlager in die Firmengeschichte von Samsung ein. Wie die meisten anderen TV-Hersteller legte auch Samsung die Produktion weiterer OLED-Fernseher daraufhin erst einmal auf Eis. Abgesehen von LG Electronics (aktuell etwa mit dem 4k OLED TV 65EG9609 am Markt) haben sich auch andere Anbieter immer weiter aus dem noch immer schwierigen OLED-TV-Markt zurückgezogen. Und auch bei Samsung heißt es aktuell: „OLED TVs wird es von uns auf absehbare Zeit nicht geben.“ Das berichtet die Korea Times in Berufung auf Lee Chang-hoon, Vizepräsident des Strategie-Teams bei Samsung. Als Begründung werden vor allem die immer noch zu hohen Kosten bei der komplexen Herstellung der Panels mit organischen Leuchtdioden angegeben. Bislang war eigentlich angenommen worden, Samsung würde schon bald wieder in den OLED-Markt zurückkehren, um Konkurrenten, wie eben LG, dieses Feld nicht komplett zu überlassen. Jetzt aber gibt Samsung offiziell an, dass zumindest bis 2016 oder eher sogar noch bis 2017 mit keinen neuen OLED-Fernsehern des südkoreanischen Konzerns zu rechnen sei.

Hersteller wie etwa Sony, Sharp oder eben Samsung setzen bei ihren Neugeräten lieber auf die Quantum Dot-Technologie und die High Dynamic Range, die das herkömmliche Bildwiedergabe-System mit LEDs revolutionieren sollen. Bei der Quantum Dot-Technik wird Licht durch Nanokristalle in der Größe zwischen 2 und 10 nm geleitet. Dieses Licht wird dabei in einer Wellenlänge absorbiert und in einer anderen wieder ausgesendet. Die Größe eines Dots bestimmt die Farbe. Die künstliche Verengung der Wellenlänge von grünem und rotem Licht hat eine sichtbar bessere Farbdarstellung und ein höheres Farbspektrum zur Folge. Zusätzlich zur HDR-Technologie, durch die Fernsehbilder feiner abgestuft und mit deutlich höheren Kontrasten und mehr Helligkeit reproduziert werden können, will man so an die Darstellungsqualität organischer Panels immer weiter herankommen – ohne das Hindernis der nach wie vor enormen Kosten der OLED-Produktion. Ob sich am Ende die Bildverbesserungsoptionen bei LCDs/LEDs in der Fernsehtechnik behaupten oder sich in einigen Jahren doch die selbstleuchtenden organischen Dioden durchsetzen werden – das kann heute noch niemand mit Sicherheit vorhersagen.

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