Reuters: Panasonic steigt bis März 2014 aus dem Geschäft mit Plasma-TVs aus

Reuters: Panasonic steigt bis März 2014 aus dem Geschäft mit Plasma-TVs aus

Der Lotse würde von Bord gehen: Panasonic, einer der größter Anbieter und Musterschüler bei Plasma-Fernsehern, könnte die Produktion bis März 2014 aufgeben. Zumindest wenn eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters stimmt, die sich auf involvierte Personen beruft.

Der mögliche Grund: Panasonic muss sparen. Bereits im vergangenen Monat entschied der japanische Traditionskonzern, die Sparte Gesundheitstechnik zu verkaufen. Nun sollen offenbar auch Einschnitte in der TV-Sparte folgen, bei der Panasonic im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 700 Millionen Euro verzeichnete. Reuters sieht einen Trend.

So machen die Marktanteile von Plasma-TVs auf dem TV-Markt nur noch rund 6 Prozent aus. Der Löwenanteil von 87 Prozent fällt laut DisplaySearch auf LCD-TVs. Doch allgemein herrscht derzeit kein gutes Konsumklima bei TV-Geräten. So gerieten auch Sharp und der deutsche Luxus-TV-Hersteller Loewe in finanzielle Schieflage. Loewe musste kürzlich gar Insolvenz anmelden und sucht weiterhin nach einem Investor. Bei beiden Unternehmen soll es nach einem Umbau aber weiter gehen.

„Korea und China haben Japan überholt“

Reuters sieht indes die gesamte japanische TV-Industrie in der Krise. Die Hersteller aus Südkorea wie Samsung und LG würden ihren Nachbarn den Rang ablaufen und vom chinesischen Festland aus würden Billighersteller wie Hisense und Haier den Markt für die etablierten Hersteller ruinieren. So hätte Samsung alleine mit 27 Prozent mehr Marktanteile bei den TV-Geräten als Sharp, Sony und Panasonic zusammen (20 Prozent).

Plasma-TVs erzeugen Bilder auf dem Display mittels Gas. Plasma-Entladungen bringen ein Leuchtmittel zum Strahlen, das für jedes Pixel in drei Kammern zu Verfügung steht. Diese Kammern sind für die Grundfarben Blau, Grün oder Rot zuständig und strahlen je nach gewünschter Mischung unterschiedlich hell. Plasma-TVs haben keine Hintergrundbeleuchtung, Schwarz wird dadurch erzeugt, indem kein Gas gezündet wird. Schwarz ist also wirklich schwarz, was Plasma-TVs den Vorteil kontrastreicherer Bilder verschafft. Mittlerweile haben LCD-Fernseher hier aber mächtig aufgeholt. Die Vertreter dieser Bauart zeichnen sich außerdem durch einen geringeren Stromverbrauch (vor allem in der LED-Bauweise), meist mehr Funktionen und den noch etwas geringeren Verkaufspreis aus.

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten und Panasonic wirklich aus der Technik aussteigen, dann naht das Ende der Plasma-TVs.

Das Bild zeigt den ZT60, das neueste und vielleicht letzte Modell aus Panasonics Plasma-TV-Reihe. Bildquelle: Panasonic.

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