OLED-Fernseher: Warum die Next-Gen-Technologie der TV-Bilddarstellung auch 2014 noch nicht so recht gezündet hat

Erst waren es nur Leuchtmittel, dann Smartphone- und Tablet-Displays, schließlich die ersten Fernseher mit OLED-Technik. 2014 kamen mehr TV-Geräte mit organischen Dioden auf den Markt als je zuvor, endlich auch Fernseher mit größeren Bilddiagonalen. Ein Durchbruch lässt trotz aller offensichtlicher Vorteile der Technologie aber weiter auf sich warten. Warum eigentlich?

Tatsächlich liegt die Entdeckung der Grundlumineszenz organischer Leuchtdioden durch André Bernanose bereits unglaubliche sechs Jahrzehnte zurück, doch erst jetzt ist die Technik auch für den Einsatz in großflächigen Fernsehgeräten genügend ausgereift. Die Industrie verspricht sich viel vom kommenden Business mit OLED-Panels, schließlich sind die Vorteile der Displays gegenüber LC- oder Plasma-Bildschirmen unschlagbar. So bieten OLEDs im Vergleich zu herkömmlichen Flüssigkristallbildschirmen einen bahnbrechend hohen Kontrast. Weiß erscheint auf einem organischen Bildschirm hell und strahlend, während auf der anderen Seite auch ein absolutes Schwarz möglich wird, da die rein schwarzen Pixel keinerlei Licht emittieren. Außerdem sind die farblich brillanten OLED-Screens äußerst energieeffizient, denn dunkle Bilder benötigen weniger bis fast gar keinen Strom. Dadurch heizen sich die Geräte auch viel weniger auf als LC-Displays. Schließlich können OLED-Panels aufgrund der Entbehrlichkeit einer Hintergrundbeleuchtung äußerst dünn hergestellt werden. Und auch eine Blickwinkelabhängigkeit gibt es bei OLEDs nicht. Ein wichtiger Faktor ist daneben noch die Reaktionszeit von OLED-Bildschirmen, die gerade einmal eine Mikrosekunde beträgt – damit sind die organischen Displays mehr als 1000 Mal schneller als LCDs. Vom Massenmarkt sind OLED-Fernseher derzeit trotzdem noch meilenweit entfernt, obwohl vor allem Samsung und LG die Technik mit mehreren TV-Modellen, darunter auch Curved-Geräten (Samsung Curved TV siehe Abbildung oben), unermüdlich pushen. Warum aber war auch 2014 dennoch wieder nicht das Durchbruchsjahr für OLED-TVs?

Die wenigen verfügbaren OLED-Fernseher waren bislang noch überdurchschnittlich teuer. Das lag in erster Linie gar nicht mal daran, dass neue Techniken von Haus aus zunächst immer alles andere als preiswert sind weil die Hersteller anfangs noch einen Teil der Entwicklungskosten an die Early Adopters weitergeben, sondern es lag (und liegt bei größeren Diagonalen) vielmehr an dem immer noch relativ hohen Ausschuss bei der komplexen Produktion der organischen Displays. Wenn die Industrie das aber noch besser in den Griff bekommen hat, können OLEDs sogar kosteneffizienter produziert werden als etwa LC-Displays. Denn während LCD-Fernseher unter Reinraum- und Vakuum-Bedingungen hergestellt werden müssen, lassen sich OLEDs auch auf drucktechnischem Weg fertigen. Unübersehbar aber fallen die Preise für OLED-Fernseher auch heute schon merklich. Aber auch die nach wie vor eher geringe zu erwartende Betriebsspanne der OLED-Screens schreckt Verbraucher noch ab. Dabei beträgt die Lebensdauer eines organischen Bildschirms immerhin rund 12.000 Betriebsstunden. Damit würde ein Gerät bei einem angenommenen Einsatz von vier Stunden täglich gut acht Jahre laufen bevor es langsam an Helligkeit verliert.

Wir blicken also für die Technik der organischen Displays mit Zuversicht ins Jahr 2015, denn dass OLEDs über kurz oder lang die LCD- und Plasma-Technik ersetzen werden, daran kann kaum ein Zweifel bestehen. Die Vorzüge sind einfach zu groß. Der organischen Diode gehört die Zukunft – vielleicht schon ab diesem Jahr.

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