Nvidia Shield: Ab sofort erhältlich: Was ihr über den 4K-Streamingplayer wissen müsst

Ohne große Ankündigungen veröffentlichte Nvidia jetzt die hauseigene Streaming-Konsole Shield in Europa. Ab 200 Euro geht’s preislich los, im Visier hat der Chiphersteller konkurrierende Mediaplayer und auch stationäre Spielkonsolen. Das bekommt ihr geboten.

Starke Technik

Nvidia verbaut in Shield alles, was man aktuell zu bieten hat. Das Herzstück ist der mächtige Tegra X1-Prozessor, dem eine 256 Kern-Maxwell-Grafikeinheit zur Seite gestellt wird. Bezogen auf die Performance dürfte man hier mindestens mit der Xbox 360 oder PlayStation 3 gleichziehen, im mobilen Sektor gehört der SoC zu den leistungsfähigsten der Gegenwart. Er wird beispielsweise auch im frisch angekündigten Tablet Nexus Pixel C verbaut. Zur Seite werden dem X1 3GB RAM und mindestens 16GB Flash-Speicher gestellt. Zudem besitzt das Gerät Gigabit Ethernet, vier USB-Ports (2x USB 3.0, 2x USB 2.0), einen HDMI 2.0-Ausgang, 802.11ac 2×2 MIMO WIFI, einen MicroSD-Kartenslot (maximal 128GB), einen Infrarotempfänger und 7.1 Surround-Sound (über HDMI).

Modernes Design. (Foto: Nvidia)

Modernes Design. (Foto: Nvidia)

Bezogen auf die Hardware klingt Shield also in der Tat sehr spannend. Doch was kann man mit der futuristisch anmutenden Konsole anstellen?

Highlight: 4K-Streaming

Nvidia sieht Shield keineswegs als reine Spielkonsole, sondern als vielseitigen Mediaplayer, der in der Lage ist, 4K-Inhalte in 60 Bildern pro Sekunde auf den entsprechenden Fernseher zu streamen. Eigenen Aussagen zufolge ist Shield „die einzige Smart-TV-Konsole“, die dazu in der Lage sei. In Anbetracht anderer Geräte wie Beelink i68 oder Die Xiaomi Mi TV-Box, die zumindest in China bereits für sehr viel weniger Geld erhältlich sind, mag das nicht ganz stimmen. Dennoch dürfte das Gerät zu den ersten dieser Art gehören. Geeignetes Material erhält man aus dem Internet, beispielsweise dank Netflix oder Youtube sowie eigene Filme von externen Datenträgern.

Viele Spiele. (Foto: Nvidia)

Viele Spiele. (Foto: Nvidia)

Zusätzlich bietet Nvidia mit GeForce Now einen Cloudgaming-Dienst an, der in den ersten drei Monaten gratis ist, danach knapp 10 Euro im Monat kostet. Über das Internet kann man sich über 50 PC-Spiele auf die Konsole holen, ohne diese downloaden zu müssen. Vorausgesetzt wird mindestens eine Breitband-Leitung mit 10Mbit (720p), besser 30Mbit (1080p). Wer dagegen bereits einen leistungsstarken Gamingrechner mit Nvidia-Grafikkarte besitzt, darf GameStream verwenden. Hier streamt man mittlerweile über 200 Windows-Games über das heimische WLAN zu Shield und damit zum Fernseher, sofern man die Spiele besitzt. Gesteuert werden die Titel stets mit dem mitgelieferten Controller.

Da Nvidia auf das Betriebssystem Android TV setzt, fehlen zahllose Apps nicht, die man sich bequem aus dem Store lädt. Mit dabei sind diverse „Exklusiv“-Entwicklungen, in erster Linie Spiele. „Doom BFG Edition“ oder „Borderlands 2“ zeigen, dass diese Android-Apps auch „nur“ Umsetzungen beliebter PC- und Konsolenspiele sind, die allerdings Gebrauch vom flotten X1-Prozessor machen.

Als Betriebssystem kommt Android TV zum Einsatz. (Foto: Nvidia)

Als Betriebssystem kommt Android TV zum Einsatz. (Foto: Nvidia)

Apps für Netflix, YouTube, Tatoo, BBC, Sky News, Zattoo und viele andere stehen für Shield bereit, was eben aufgrund der Android-Basis nicht verwundert. Chromecast-Unterstützung und Google-Voice-Sprachsuche liefert Google softwareseitig mit, Nvidia stellt die Hardware (Mikrofon im Controller) zur Verfügung.

Teurer Spaß

Nvidia möchte Shield als facettenreichen Mediaplayer etablieren. Letztlich reden wir über eine Mischung aus Streaming-Maschine und Android-basierter Spielkonsole mit Fokus auf (4K)-Streaming. Wer bisher noch nichts dergleichen besitzt, könnte also einen attraktiven Vertreter erhalten. Nur wirklich günstig ist Shield nicht. Das normale Modell mit 16GB liegt bei 199,99 Euro (UVP), die Pro-Variante mit 500GB großer Festplatte kostet sogar 299,99 Euro. Hinzu kommen optional eine reguläre Fernbedienung (54,99 Euro; UVP), ein Standfuß (34,99 Euro) oder ein zweiter Controller (59,99 Euro). Damit wäre Nvidias Alleskönner schon in Regionen angelangt, in denen man ohne weiteres eine technisch fast vergleichbare Xbox 360 oder PlayStation 3 erhält – abgesehen von der 4K-Tauglichkeit. Die können auch die fürs Spielen besser ausgestatteten Xbox One und PlayStation 4 nicht bieten. Ob trotz des hohen Preises genügend Interessenten zur Shield-Konsole greifen? Das werden wohl die kommenden Wochen und Monate zeigen. Weihnachten steht ja vor der Tür.

Die Konsole ist nicht gerade ein Schnäppchen. (Foto: Nvidia)

Die Konsole ist nicht gerade ein Schnäppchen. (Foto: Nvidia)

Ab 1. Oktober 2015 ist Shield verfügbar. Weitere Details gibt’s direkt auf der offiziellen Webseite.

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