Neuer Hollywood-Trend: Wenn Kinofilme zu Serien werden

Dwayne Johnson mag die Idee. Der Wrestler und Schauspieler zeigte sich deswegen begeistert davon, dass er im Kinofilm „Ein Colt für alle Fälle“ die Hauptrolle spielen darf. Regisseur McG wird die beliebte 80er-Jahre-Serie mit Lee Majors in die Kinos bringen. Konsequent, nachdem es vor drei Jahren schon „Das A-Team“ auf die Leinwand geschafft hatte. Die Produzenten von „Sex and the City“, „Drei Engel für Charlie“ oder „Die Simpsons“ entschieden sich nach vielen Jahren erfolgreichen Seriendaseins ebenso zu Kinofilmen, die allesamt sehr erfolgreich liefen.

In jüngster Zeit aber ist eher der Gegentrend zu beobachten: Aus Filmen werden Serien. Kultregisseur Terry Gilliam zeigte sich allerdings gar nicht erfreut darüber, dass man seinen etwas hektischen, aber ansonsten clever inszenierten Zeitreise-Science-Fiction-Film „12 Monkeys“ aus dem Jahr 1995 zu einer Serie umfunktionieren will. Das sei „dumm und lächerlich“ und mache außerdem ohne ein Script der Original-Drehbuchautoren keinen Sinn. Der Pay-TV-Sender Syfy hat dennoch einen Pilotfilm für die Serie bestellt – und ist damit nicht alleine.

Denn auch Ben Stiller, Komiker und Regisseur, plant eine Serie seiner 90er-Jahre-Komödie „Reality Bites“. Winona Ryder spielte damals die entscheidungsunfreudige Lelaina, die wie viele ihrer Altersgenossen Mitte 20 lieber das Leben genießen statt eine Karriere anzustreben. Mit den vielen Möglichkeiten, die das Leben ihr bietet, ist sie überfordert. Das klingt auch fast 20 Jahre später noch immer nach einer Geschichte, die bei jungen Menschen gut ankommen könnte. Die Serie „Hannibal“, die ab Oktober auch im deutschen Fernsehen zu sehen ist, erzählt die Anfänge des Kannibalen „Hannibal Lecter“, der in mehreren Kinofilmen zu sehen war, darunter dem Kultfilm „Das Schweigen der Lämmer“.

Und als wäre das nicht genug, soll auch eine Serienadaption der berühmt-berüchtigten „Rambo“-Filmreihe auf dem Weg sein. Sylvester Stallone gab in den 80ern in der selten zuvor gesehenen Mischung aus Sozialkritik und übertrieben brutaler Gewalt den verstörten Vietnamveteran „Rambo“, der zurück in der Heimat von einem brutalen Sheriff schikaniert wird. Rambo setzt sich zur Wehr und startet als Ein-Mann-Armee einen Kleinkrieg gegen die Polizeigewalt. Das Kultkonzept wiederholte Stallone in zwei weniger erfolgreichen Nachfolge-Filmen, bevor er eine Auszeit nahm und sich 2008 in „John Rambo“ noch einmal das Maschinengewehr umschnallte.

Die Frage, ob er denn bei einer Serie wieder mit dabei sei, beantwortete Stallone mit einem entschiedenen „sicherlich nicht„. Kein Wunder, denn er soll im Spin-Off „Creed“ noch einmal als „Rocky“ vor der Kamera stehen. Dann allerdings nicht als Boxer, sondern nur noch als Mentor. Außerdem hat Sly (67) alle Hände voll damit zu tun, seine Action-Rentner-Truppe für den dritten Teil von „The Expendables“ zusammen zu halten. Bruce Willis wollte zwar auch hier wieder dabei sein, soll aber stolze vier Millionen US-Dollar Gage für vier Tage Dreharbeiten in Bulgarien gefordert haben. Gemessen an den dort gezahlten Durchschnittslöhnen zu viel für Sly: Er ersetzte Willis mit dem günstigeren (und älteren) Harrison Ford (71).

Noch etwas vage sind die Gerüchte um einen „Knight Rider“-Kinofilm. Laut vermeintlichen Insidern, die angeblich in die Planungen involviert sind aber nicht darüber sprechen dürfen, soll Brad Copeland mit dem Drehbuch betraut worden sein. Das könnte ein heitererer Film werden: Copeland schrieb unter anderem die Drehbücher für die Comedyserien „Arrested Development“ und „My Name is Earl“. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dürfte allerdings jemand anders das 80er-Jahre-Traumauto K.I.T.T. fahren als seinerzeit David Hasselhoff. „The Hoff“ ist nach zahlreichen Wendungen in seiner Karriere nun wohl am Tiefpunkt angelangt. Er hat sich von Sat.1 beim „Promi Big Brother“ in den Container sperren lassen.

Bild: Milleniumfilms

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