Netflix wird teurer: Wo ist das Problem?

Netflix wird hierzulande teurer. Skandalös? Unfassbar? Ach, was! Denn einen Euro mehr pro Monat sollten sich all diejenigen leisten können, die den Streaming-Dienst bereits nutzen. Dabei haben sie ohnehin noch ein Jahr Zeit, sich an die Preiserhöhung zu gewöhnen.

Das ändert sich

Netflix erhöht in einigen Ländern Europas wie Deutschland den Preis für das Standard-Streaming-Abo. Das heißt: Aus den bisher 8,99 Euro pro Monat für HD-Auflösung und maximal zwei Endgeräte, die gleichzeitig verwendet werden können, werden nun 9,99 Euro im Monat. Die offizielle Webseite wurde bereits angepasst, die neue Summe gilt also ab sofort und für Neukunden. In den Schweiz geht’s von 12,90 Euro auf 14,90 Franken nach oben.

Geblieben sind die Preise für das Basis-Abo (SD-Auflösung, ein Gerät, 7,99 Euro) bzw. für das Premium-Angebot (UHD, vier Geräte, 11,99 Euro). Wir reden hier also über tatsächlich einen Euro mehr, den vermutlich die meisten Abonnenten zahlen müssen. Das sind 12 Euro im Jahr und damit immer noch weniger, als man für eine neue DVD oder Blu-ray zahlen würde.

Grund zum Aufregen?

In den sozialen Netzwerken wird schon an einigen Stellen über die Preiserhöhung diskutiert. Aber mal ehrlich: Von einer Unverschämtheit kann beim besten Willen nicht die Rede sein. Sicherlich ist Netflix weit entfernt von einem Vollanbieter für Filme und Serien, doch alleine das auch hierzulande nicht gerade kleine Angebot rechtfertigt den Preis von 10 Euro im Monat. Man denke nur an das mittlerweile üppige sowie Netflix-exklusive Serien-Angebot dank eigener Produktionen.

Netflix wird vieeeeel teurer.

Netflix wird vieeeeel teurer.

Hätte man es sich nicht eh denken können, dass Netflix zum Start in hiesigen Gefilden Neukunden mit ansprechenden Preisen anlocken wollte? Dass man jetzt – sofern HD gewünscht ist – die Mitbewerber von Maxdome (ab 7,99 Euro) und Watchever (ab 8,99 Euro) preislich überbietet, zeugt sicherlich von einem gewonnenen Selbstbewusstsein sowie Marktanteil. Davon abgesehen ist das Sortiment an Filmen und Serien mittlerweile größer als bei genannten Mitbewerbern.

Ich für meinen Teil sehe keinen Grund, sich über einen Euro mehr zu echauffieren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unverändert hervorragend. Und: Bestandskunden wird versprochen, dass sie garantiert ein Jahr den bisherigen Preis von 8,99 Euro pro Monat zahlen werden. Erst danach müssen sie mit einer Erhöhung rechnen. Das halte ich für fair. Die Verantwortlichen bei Netflix sollten nur aufpassen, nicht zu gierig zu werden – auch in den USA denkt man wohl schon laut darüber nach, die Profite durch Preissteigerungen zu steigern. Dort kostet der Standard-Account nach wie vor 8,99 US-Dollar/Monat. Kurios hierbei: Erst vor etwas über einem Jahr stiegen dort die Gebühren.

Immer mit der Ruhe

Noch muss niemand in Panik verfallen oder Netflix die Pest an den Hals wünschen. Wer jetzt schon 9 Euro für Netflix ausgibt, wird vermutlich schon einen ordentlichen HDTV und eine Breitband-Internetleitung besitzen. Schmerzen da ernsthaft 1 Euro pro Monat, obwohl man diesen Service tagtäglich verwendet? Ich denke nicht. Und so lange nicht 2016 die nächste Erhöhung ansteht, ist alles im grünen Bereich, oder? Beiläufig erwähnt: Sparfüchse können immer noch auf den 7,99 Euro-Tarif umsteigen. Den nutze ich zum Beispiel sogar an meinem 37-Zoller…

Einen Punkt gibt Golem zu bedenken: Was geschieht mit den nach wie vor erhältlichen Netflix-Guthabenkarten? Diese dürften nicht mehr ausreichen, möchte man ein Standard-Abo neu abschließen.

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