Netflix-Boss sieht das Ende der klassischen TV-Sender in Deutschland

Netflix-Boss sieht das Ende der klassischen TV-Sender in Deutschland

Das Fernsehen, wie wir es kennen, stirbt aus. Davon ist auch Reed Hastings, Gründer des Streaming-Portals Netflix, fest überzeugt. Vor allem in Deutschland sieht er einen sich gravierend ändernden Markt, was natürlich auch an dem eigenen Angebot liegt.

Es ist schon interessant, was Reed Hastings der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu erzählen hatte. Letztlich aber spricht er das aus, was viele bereits befürchten, erleben oder zumindest ahnen: Die guten, alten Fernsehsender sind ein Auslaufmodell, das künftig von keiner Relevanz mehr sein werde. Ähnlich ergeht es beispielsweise dem Festnetz-Telefon, das man kaum noch verwende, da man schließlich ein Smartphone besitzt. Im TV-Bereich seien hiesige Fernsehgewohnheiten ein Relikt der Vergangenheit.

20:15 Uhr?

Überrascht gab sich Hastings gerade über den Sonntagabend. 20.15 Uhr wäre in Deutschland eine feste Zeit vor dem TV. Hier schätzt er, dass das die Deutschen in zehn Jahren nicht mehr tun werden. Denn schon jetzt schaue sich die junge Generation dann Filme an, wenn sie Zeit und Lust dazu hat. Den Luxus, etwas gucken zu können, wann, wo und wie lange man möchte, werden die Menschen zunehmend erkennen. Und hier hätten dann TV-Sender kaum noch eine Chance – nicht im klassischen Sinne.

Dennoch: Auch die Öffentlich-Rechtlichen bauen ihr Mediatheken-Angebot kontinuierlich aus, die Privaten expandieren zunehmend ins Internet. Es ist also nicht so, als würden die Firmen nicht auf einen sich ändernden Markt reagieren. Bei Netflix scheint man sich darum gar nicht weiter zu kümmern oder sich zumindest keine Gedanken um die nächsten Jahre zu machen. So befinde sich der US-Konzern „voll im Zeitplan“ bei der Expansion in Deutschland. In fünf bis sieben Jahren möchte man schließlich in jedem dritten Haushalt zu finden sein. In den Staaten hat man genau dies bereits jetzt erreicht: ein Drittel des Internet-Traffics verursacht Netflix. Bis Ende 2015 möchte Netflix in jedem Land der Welt vertreten sein. Das heißt dann auch: Filmfirmen werden kaum noch um den Streaming-Service herumkommen.

Deutsche Serien

Konkrete Pläne für explizit deutsche Serien oder Filme wurden bisher noch nicht genannt. Immerhin soll die ab Sommer laufende Serie „Sense8“ unter anderem in Berlin spielen – mit dem deutschen Schauspieler Max Riemelt in der Hauptrolle.Tom Tykwer führte teils auch Regie.

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Ob das der Auftakt für entsprechende Formate für das deutsche Publikum wird? Denn bereits im August des letzten Jahres hieß es, man möchte für unseren „speziellen“ Geschmack Inhalte produzieren. Seit der Ankündigung passierte bisher allerdings nicht viel. Andererseits ist es für Filmfreunde schon ein großer Fortschritt, dass beispielsweise Netflix-eigene Serien wie „Daredevil“ oder „Better Call Saul“ in den USA und Deutschland gleichzeitig starten….

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