Musikmarkt: Streaming und Vinyl fressen Umsätze von CDs und Downloads

Die Werbeoffensiven der Musikstreaming-Anbieter wie Spotify, Beats Music oder Rdio scheinen langsam zu fruchten: Die Umsätze mit Musikstreaming haben im ersten Halbjahr laut Nielsen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent zugelegt. Zumindest in den USA. Auch mit Musikvideos (+35 Prozent) und Vinyl-Schallplatten (+40 Prozent) nahmen die Künstler wieder deutlich mehr ein. Dafür sanken die Umsätze bei digitalen Downloads (-14 Prozent) und bei CD-Verkäufen (-20 Prozent).

Der einstige Hoffnungsträger der Musikindustrie, der legale Album- oder Einzeltrackdownload über Dienste wie iTunes oder Google Play, schwächelt also bereits wieder. Der Grund dürfte ganz einfach der Preis sein: Zwar findet ein Kunde bei Spotify und Co. nicht alle seiner Lieblingskünstler vor, aber geschätzte 90 Prozent davon. Dafür kann er so viele Songs so oft hören, wie er will, und zahlt dafür eine Monatspauschale von selten mehr als 10 Euro. Teilweise bieten derartige Dienste gar ein kostenloses, werbefinanziertes Angebot.

Für 10 Euro erhält der Käufer bei iTunes oder anderen Download-Diensten nur etwa ein bis zwei Alben. Da verwundert es nicht, dass Streaming-Dienste derart beliebt sind.

Schwere Zeiten für Künstler

Für die Nutzer ist das toll, für die Musikindustrie und die Künstler eher weniger. Bis auf die ganz großen Acts, die pro Monat Millionen von Abrufen ihrer Songs verzeichnen, verdient die große Masse via Streaming weniger als über CD- und Downloadverkäufe. Kein Wunder also, dass sich die Musikindustrie da, gerade in Deutschland, nach wie vor über einen starken Verkauf physischer Tonträger freut. Doch auch hier ist Streaming auf dem Vormarsch: Laut aktuellen Zahlen von Bitkom nutzt mittlerweile jeder dritte Deutsche ab 14 Jahren Dienste wie Spotify, Deezer, aber auch Soundcloud und Nokia Mix Radio. Die Zahl habe sich binnen eines Jahres von 6 auf 18 Millionen Nutzer verdreifacht.

Mittelfristig besteht allerdings kein Grund zur Sorge für die Produzenten: Laut aktuellen Zahlen des US-Musikindustrie-Dachverbandes IFPI sorgen CD-Verkäufe und Downloads zusammen für ein Volumen von 11,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Streaming bringt es mit 1,1 Milliarden Dollar nur auf ein Zehntel davon. Setzt sich der Trend allerdings fort, dann dürfte eine noch schwerere Zeit für Industrie und Künstler anbrechen.

Infographic: Streaming Boom Stifles Music Downloads | Statista

Grafik: Statista/Nielsen

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