Mein Produkt des Jahres: Sony Ultra HD-Fernseher X9405C – faszinierend wie die Wirklichkeit

Die Redakteure vom EURONICS Trendblog wählen in diesem Jahr ihre Produkte des Jahres. Für Joe Ambs musste dieses Highlight-Gerät fast zwangsläufig ein neuer 4k-Fernseher sein. Der vielleicht beste UHD TV, den der Markt derzeit bietet, war dafür gerade gut genug…

Das Angebot an Ultra HD-Fernsehern ist inzwischen riesig. Die ultrascharfen TV-Geräte sind mittlerweile erschwinglich geworden und erobern zunehmend den Massenmarkt. Möchte man aber bei der riesigen Auswahl doch möglichst das aktuell beste Gerät am Markt haben, muss man doch etwas genauer hinschauen und viel Equipment mit unterschiedlichen Zuspielquellen testen und vergleichen bevor man zu einem endgültigen Ergebnis kommt. Bei mir war dieses Ergebnis am Ende eindeutig, denn es konnte nur der X9405C von Sony werden.

Wahrlich kein Schäppchen, aber fast ein Muss

Dass ein 75-Zoll-Panel in UHD-Auflösung auch heute noch kein wirkliches Schnäppchen ist, war abzusehen. Wenn man aber die Vorzüge des Fernsehers einmal gesehen hat, fällt es schwer, wieder davon zu lassen. Es hätte zwar auch eine Nummer kleiner sein dürfen, doch Sony hat in der Reihe eben nur dem 75-Zöller eine partiell ansteuerbare Full LED-Hintergrundbeleuchtung spendiert. Bei den Modellausgaben mit 65 oder 55 Zoll kommt lediglich die Edge LED-Technik zum Einsatz. Was Sony aber eben mit der vollflächigen Hintergrundbeleuchtung an Schwarz- und Kontrastwerten erzielt, dürfte bei einem Fernseher-Display derzeit am Markt so ziemlich einzigartig sein, abgesehen natürlich von den ersten OLED-Geräten von LG oder Panasonic.

Warum noch kein OLED?

OLED ist in Sachen Schwarzwert und Kontrastmöglichkeiten natürlich die Referenz, auch heute schon. Die Zukunft wird mit ziemlicher Sicherheit den organischen Dioden gehören. Derzeit aber dümpelt das OLED-System immer noch ein wenig vor sich hin, das Problem der begrenzten Haltbarkeit ist nach wie vor nicht final gelöst. Trotz der Preisbrecher-Serie EG9609 von LG kann von einem Durchbruch der Organic Light Emitting Diodes bislang nicht gesprochen werden. Und wenn man es cineastisch groß mag, also ab 75 Zoll aufwärts, sucht man derzeit ohnehin noch vergeblich nach einem OLED-Modell.

So ist im Moment bei Fernsehern nach wie vor LED die erste Wahl, dann aber bitteschön so nah an den Möglichkeiten der organischen Dioden wie nur möglich. Und genau hier setzt Sony mit dem X9405C an, denn die Kontrastwerte, ebenso wie Schwarz- und Weißdarstellung sowie die Farbgebung erreichen eine bislang für LED-Verhältnisse nicht gekannte Perfektion. Da das Gerät zudem bereits HDR-fähig ist (bei Sony nennt sich das X-tended Dynamic Range PRO), erstrahlen die Bilder in einer Helligkeit, die das Filmerlebnis absolut realistisch werden lässt. Das eingesetzte TRILUMINOS-Display stellt zudem satte und leuchtende Farben dar wie ich sie zuvor auf einem LED-Fernseher noch nicht gesehen hatte.

Der Prozessor X1 macht aus allem 4k

Das Herz des X9405C ist der leistungsstarke 4K Prozessor X1, der nicht nur für die unschlagbare Bildqualität verantwortlich ist, sondern auch zugespieltes Material in HD- oder SD-Auflösung für das 4k-Panel hochrechnet. Und das gelingt mit Ergebnissen, die ich nicht für möglich gehalten hatte. Im Prinzip möchte man seine gesamte Blu-ray-Sammlung noch einmal von vorne anschauen, denn so hat man seine filmische Bestandsbibliothek ganz einfach noch nicht gesehen. Vor allem nämlich Blu-ray-Material stellt der TV über die X Reality Pro-Technik selbst auf 75 Zoll Diagonale mit einer Schärfe dar, dass man fast annehmen möchte, man schaut sich bereits eine Ultra HD Blu-ray an – wenn man es nicht besser wüsste. Auch Full HD-Programme bildet der Bolide klar und scharf ab, immer abhängig natürlich von der Qualität und Komprimierungshöhe des Sendersignals.

Und wenn man auf einen der aktuell sieben verfügbaren 4k-Sender umschaltet (oder sich ein 4k-Demo-Video via YouTube anschaut), eröffnet sich einem wirklich das Fernsehen der Zukunft mit Bildern, die so noch vor kurzem undenkbar gewesen wären. Dass TV-Bilder nun praktisch wirklich nicht mehr vom realen Leben zu unterscheiden sind – eine Werbefloskel die wir oft schon gehört haben – der X9405C macht das endlich zur faszinierenden Wirklichkeit.

Quellenunabhängig bereitet der X1 Hochleistungs-Prozessor zugespielten Video-Content für das riesige 4k-Panel auf.

Fließende Bewegungen mit kleinen Abstrichen

Natürlich ist auch die nun schon seit Jahren bewährte Motionflow-Technologie von Sony fester Bestandteil des TV-Flaggschiffs. Aus verschiedenen Modi kann der User unterschiedliche Formen der Zwischenbildberechnung auswählen. Am besten funktioniert das in der Einstellung „Weich“. Allerdings hat diese extremste Variante den Nachteil, dass der Prozessor bei extrem schnellen Bildbewegungen mit dem Errechnen der Zwischenbilder nicht mehr ganz hinterherkommt und das Bild an den Motivkanten zerfällt. Einen guten Kompromiss erreicht man daher mit der „Standard“-Einstellung, die Bewegungen immer noch sehr fließend darstellt, gleichzeitig aber die Rechenleistung des X1-Chips nicht komplett überfordert.

Ein Flachbildschirm mit dickem Sound

Auch Audio-seitig gibt sich der X94 keine Blößen. Die links und rechts neben dem Panel eingebauten Lautsprecher sind optisch vielleicht nicht jedermanns Sache, und wer primären Wert auf einen möglichst flachen Fernseher legt, wird sich mit dem X94 ohnehin nur schwer anfreunden können, doch die bewusst von Sony gewählte Wedge-Form des Fernsehers ist natürlich primär dem guten Sound geschuldet. Denn ohne eine gewisse Bautiefe lässt sich physikalisch ganz einfach kein wirklich brauchbarer Klang erzeugen. Sony setzt hier ganz auf seine nach vorne gerichteten Magnetic Fluid Speaker, die einen klaren und vollen Ton liefern, den man so von einem Flachbildfernseher bislang noch nicht gehört hat.

Externe Boxen, ein Receiver oder eine Soundbar werden damit überflüssig: Wer sich für den X94 entscheidet, bekommt die Soundbar praktisch gleich integriert mitgeliefert, denn auch die virtuellen Surround-Eigenschaften versetzen in echtes Staunen. Lediglich einen zusätzlichen Wireless-Subwoofer bietet Sony optional an – für X94-Besitzer, die es noch mehr krachen lassen wollen. Last but not least liefert Sony mit dem Gerät den ersten Fernseher der Welt mit High-Resolution Audio – und treibt damit den Sound noch weiter auf ungeahnte Höhen. DSEE HX skaliert zudem auch den Ton von minderwertigeren Audioquellen auf nahezu Hi-Res Audio-Qualität hoch. Der Klang wird dadurch so realistisch wiedergegeben wie die sensationellen Bilder des High-End-Fernsehers.

Die Wedge-Form ermöglicht bei dem Fernseher von Sony die direkte Integration hochwertiger Lautsprecher für einen Sound, wie es ihn sonst bei Flat TVs nicht gibt.

Die Wedge-Form ermöglicht bei dem Fernseher von Sony die direkte Integration hochwertiger Lautsprecher für einen Sound, wie es ihn sonst bei Flat TVs nicht gibt.

Die Kinderkrankheiten von Android TV

Bleiben mit dem X94C also gar keine Wünsche offen? Nun ja, sagen wir fast keine. Denn das integrierte Android TV-Betriebssystem ist sicher in einigen Bereichen noch verbesserungsfähig und lässt für kommende Software-Updates durchaus Luft nach oben. Dass der Fernseher bei Online-Anwendungen schon auch mal aussteigt und Android neu starten muss, kommt leider immer mal wieder vor. Außerdem ist Sony bis jetzt beispielsweise noch das versprochene Update schuldig geblieben, das USB Recording über den Fernseher möglich machen soll – ein Feature, welches in einem Zeitalter, das sich immer mehr vom linearen Fernsehen verabschiedet, nicht ganz unwichtig wäre. Doch beim X94 ist alles Jammern auf einem wirklich hohen Niveau. Und kommende Firmware-Aktualisierungen werden die Gesamt-Performance zweifellos noch weiter perfektionieren.

Das Betriebssystem Android TV ermöglicht beim X94C unter anderem den direkten Zugriff auf 4k-Inhalte von Netflix.

Das Betriebssystem Android TV ermöglicht beim X94C unter anderem den direkten Zugriff auf 4k-Inhalte von Netflix.

Insgesamt ist der KD75X9405C uneingeschränkt zu empfehlen – wenn man den derzeit besten LED-Fernseher am Markt haben will, den Platz im Wohnzimmer für einen knapp zwei Meter breiten TV-Boliden zur Verfügung hat und zudem bereit ist, zwischen 8000 und 9000 Euro für einen Ultra HD-Fernseher hinzublättern. Jeder angelegte Euro ist allerdings in der makellosen Bilddarstellung und überragenden Performance auf dem Panel zu sehen. Und so bleibt mir und anderen Besitzern des X94 eigentlich nur die Gefahr der Sucht nach TV-Bildern, die (Fern)-Sehen endgültig zum Erlebnis machen.

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