Medienbericht: TV-Streaming-Dienst Watchever soll verkauft werden

Das Fachmagazin Digitalfernsehen.de berichtet unter Berufung auf französische Medienberichte, dass der Medienkonzern Vivendi einen Verkauf seines deutschen Video-Streaming-Angebots Watchever plane. Als Grund werden zu hohe Kosten genannt. Einige Medien spekulieren allerdings auch über eine Art „Selbstmord aus Angst vor dem Tode“, weil der US-Platzhirsch Netflix kürzlich noch für Ende des Jahres einen Start in Deutschland angekündigt hatte.

Digitalfernsehen.de ist über die französische Nachrichtenseite „Les Echos“ an angeblich interne Zahlen von Vivendi gelangt, nach denen Watchever im vergangenen Jahr einen Verlust von 66 Millionen Euro eingefahren habe. Für das erste Quartal des laufenden Jahres bezifferten sich die Verluste demnach schon auf 21 Millionen Euro. Videostreaming in Deutschland wäre für die Franzosen damit ein Zuschussgeschäft. Erschwerend hinzu kommt noch potente Konkurrenz wie von Maxdome, Amazon und Sky, der geplante Start von Netflix und natürlich das ewige Rechte-Problem: Watchever war trotz deutlich spürbarer Bemühungen nur an die Rechte einiger der Top-US-Serien gelangt. Für viele potenzielle Kunden womöglich zu wenig Auswahl.

Beliebt weil innovativ

Vivendi wollte den Bericht nicht bestätigen. Ein mögliches Ende von Watchever wäre für Serienfans allerdings schade. Das Streaming-Angebot hat in seinem gut einjährigen Bestehen hoffnungsvolle Ansätze gezeigt, etwa das Senden von Inhalten im englischen Originalton als erster Streamingdienst in Deutschland forciert und sich um Exklusivrechte bemüht. Achtungserfolge landete Watchever bei der frühzeitigen Ausstrahlung der finalen Staffel der Erfolgsserie „Breaking Bad“ auf Englisch sowie mit der exklusiven Ausstrahlung der preisgekrönten französischen Mysteryserie „The Returned„. Selbst eine eigene deutsche Serienproduktion hatte Watchever angekündigt. Ob es nun dazu aber noch kommt, ist offen.

Diesen Mitspieler auf dem Markt zu verlieren wäre eigentlich ein Verlust, zumal selbst Netflix mit dem Rechteproblem in Deutschland noch zu kämpfen haben könnte: So wird der Streamingdienst seine eigene Erfolgsserie „House of Cards“ unter Umständen in Deutschland gar nicht zeigen dürfen, weil Sky sich die Rechte hierfür gesichert hat. Noch ist aber ohnehin unklar, ob die vermuteten Verkaufsabsichten von Watchever der Wahrheit entsprechen und ob dies bereits das Ende der Plattform bedeuten würden.

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