Madonnas Videopremiere von „Ghosttown“ scheitert auf Meerkat, wird heute wiederholt, scheitert dann wahrscheinlich noch einmal

Das Popgeschäft ist hart, selbst für einen Weltstar wie Madonna. Böse Zungen behaupten, ohne ihre sexuelle Freizügigkeit und das Brechen beinahe sämtlich möglicher Tabus hätte sie es in den 1980er und 90er Jahren nie zu diesem Weltruhm gebracht. Wohlwollendere Stimmen loben ihre Welthits wie „Like a Prayer“, „Frozen“ oder „Hung up“. Heute ist sexuelle Freizügigkeit Standard im Popbusiness, Tabus sind nur noch schwer zu brechen. Madonna aber geht weiterhin mit der Zeit. Nach ihrer Teilhabe am umstrittenen neuen Streaming-Dienst Tidal wollte sie gestern ihr neues Musikvideo „Ghosttown“ auf der Live-Video-Plattform Meerkat vorstellen.

Fehlermeldung auf Meerkat: Seite der gestrigen Aktion ist nicht mehr gültig.

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Die Show allerdings misslang. Die Meerkat-Server meldeten, überlastet zu sein. Kaum ein Nutzer kam überhaupt in den Genuss, das Video zu sehen, wohl, weil es Tausende gleichzeitig versuchten. Aber wen kümmert schon, was gestern war, wenn wir doch im Heute leben! Als hätte es die misslungene Premiere gestern nie gegeben, tun Meerkat und Madonna in ihrem Twitter-Account so, als wäre die Premiere von „Ghosttown“ von vorne herein für heute vorgesehen. So oder so gibt es heute Abend einen neuen Versuch auf Meerkat um 19 Uhr unserer Zeit. Gut möglich allerdings, dass die Seite dann doch wieder unter der Last der Nutzer zusammenkracht, auch wenn CEO Ben Rubin TheNextWeb mitteilte, Skalierungsprobleme habe es gestern keine gegeben. Heute dann bestimmt auch nicht… Wir werden sehen.

Zu viel Hype um nichts

Dass Madonna seit vergangener Woche drei Prozent der Anteile am neuen Streaming-Dienst Tidal hält und ihr Video trotzdem zunächst auf Meerkat zeigen will, muss sich übrigens nicht widersprechen. Meerkat ist eine flüchtige Plattform, in der Videos nur in dem Moment zu sehen sind, in der sie live ausgestrahlt werden. Anders als bei Twitters sehr ähnlichem Dienst Periscope werden die Videos nicht für später aufgezeichnet. Madonna kann also problemlos die Premiere auf Meerkat feiern und das Video gleich anschließend auf Tidal anbieten – für alle, die es auf Meerkat verpasst haben oder noch einmal sehen wollen.

Tidal ist ein neuer Streaming-Dienst, der bestehenden Diensten wie Spotify, Deezer oder Napster sehr ähnlich ist, aber nach Aussage der Betreiber Musikern zu Gute kommt. Dass das Augenwischerei ist, haben wir vergangene Woche an dieser Stelle analysiert. Meerkat ist eine Live-Video-App für das iPhone, bei der sich die Nutzer am Anfang bei Twitter regstrieren mussten, bis Twitter die Kapazitäten des parasitären Dienstes begrenzte – sicher auch, um das eigene Konkurrenzprodukt Periscope zu forcieren. Anders als es bei Journalisten und vermeintlichen Experten der Szene der Fall ist, soll der Hype um die beiden Live-Video-Apps, mit denen man Videos nur im Hochformat aufnehmen kann, aber deutlich kleiner sein, als es den Anschein hat.

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