Keine Konkurrenz für Apple: Microsoft stellt seinen Online-Musikdienst Zune ein

Der Versuch von Microsoft, mit einer modernen Windows-Software und dem Online-Musikdienst Zune eine Konkurrenz zu Apples iTunes aufzubauen, muss als gescheitert angesehen werden. Ab Mitte November 2015 sind die Zune-Dienste Geschichte.

Nutzer können ab November endgültig keine Musik mehr über Zune herunterladen, auch die Lizenzverwaltung wird beendet. Das bedeutet: Wie bei der Einstellung von Musikdiensten üblich, verliert der Anwender alle Rechte an seiner Musik. Back-ups sind wirkungslos, da die erworbenen Rechte für die Musik nicht mehr neu aktiviert werden können. Damit endet ein Projekt von Microsoft, das zwar vielversprechend klang, aber den Durchbruch nie wirklich schaffte. Im Gegenteil: Falsche Entscheidungen machten aus dem groß angekündigten Zune-Projekt letztendlich einen kommerziellen Flop. Die Abspielgeräte kamen nie nach Deutschland, Microsoft konzentrierte sich überwiegend auf den US-Markt. Dort klangen zwar Meldungen von ausverkauften Geräten und Lieferschwierigkeiten nach kleinen Erfolgen. Doch schon 2011, und damit nur zwei Jahre nach der Marktoffensive, wurde die Produktion des Zune-Hardware-Players wieder eingestellt.

Dabei waren die Geräte eigentlich nicht schlecht. Rasante Bedienung und eine überraschend angenehme, aufgeräumte Oberfläche in einem aufs Nötigste reduzierten Kachel-Look, ließen den Zune HD-Player als Prototyp des zukünftigen Windows Phones erscheinen. Doch Microsoft machte schwerwiegende Fehler: Die Software wurde kaum beworben, die Hardware war nur regional verfügbar. Der Windows Media Player ist noch heute Teil von Windows 10, die Zune-Software hingegen musste getrennt installiert werden. Spiele-Apps bot Microsoft zwar an, aber die Games-Entwickler durften kaum auf die Hardware-Ressourcen zugreifen. Die Plattform wurde nie richtig geöffnet und auch nicht mit anderen Diensten verknüpft.

Die Rechnung, eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu iTunes zu schaffen, ging somit nicht auf. Ein Trost bleibt Microsoft immerhin: Vieles aus dem kommerziellen Zune-Experiment wurde weiterverwendet und diente als Vorbild für andere Entwicklungen des Konzerns.

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