Investoren machen Rückzieher: TV-Hersteller Loewe erneut vor dem Aus

Die Entspannung beim insolventen TV-Hersteller Loewe hat nicht lange gedauert: Nach dem überraschenden Rücktritt der deutschen Investorengruppe ist die Zukunft des Kronacher Unternehmens und der verbliebenen 400 Arbeitsplätze erneut mehr als ungewiss. Doch Loewe will das Aus der Investoren nicht kampflos hinnehmen und hat die Prüfung rechtlicher Schritte angekündigt…

Nach monatelangen Verhandlungen schien Mitte Januar alles noch mal gutgegangen zu sein: Die als Münchner Panthera GmbH firmierende Investorengruppe Sepmeier, Kalmund und Gesmar-Larsen hatte angekündigt, das insolvente Traditionsunternehmen Loewe retten zu wollen. Doch jetzt sind die Geldgeber vom Kaufvertrag zurückgetreten, und bei den Beschäftigten des fränkischen Herstellers beginnt erneut das Zittern vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze. Die Investoren haben ihren Rückzug über Vermögensgegenstände von Loewe und Loewe Opta erklärt. Indessen will Loewe rechtliche Optionen gegen die Investorenentscheidung prüfen, da der Schritt nach Auffassung des Fernsehbauers „ohne jeglichen Rechtsgrund“ erfolgt sei. Gleichzeitig suche Loewe nach weiteren Geldgebern. Auch ein nicht öffentlich genannter Interessent, mit dem es offenbar bereits vor den Abschlüssen mit Panthera Verhandlungen gegeben hatte, wurde wieder ins Gespräch gebracht.

Zuvor hatten die Investoren von Panthera, zu denen unter anderem auch der frühere Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen gehört, noch angekündigt, den TV-Hersteller mit einem tiefgreifenden Sanierungsprogramm und dem Abbau eines Viertels der Arbeitsplätze wieder in die schwarzen Zahlen bringen zu wollen. Bis zum Jahr 2016 sollten die Umsätze gar auf über eine Milliarde Euro vervierfacht werden. Panthera macht wiederum die kreditgebenden Banken für die Finanzierungsschwierigkeiten verantwortlich. Diese hätten entscheidende Sicherheiten, wie etwa die Markenrechte, nicht freigegeben und damit eine Rettung von Loewe verhindert. Der Rücktritt vom Kaufvertrag sei demnach, laut Auffassung von Panthera, rechtens.

Wer auch immer die Schuld an dem geplatzten Investitions-Deal trägt – wenn Loewe noch irgendwie gerettet werden soll, ist rasches Handeln gefragt, denn ohne frische Gelder aus einer schnell verfügbaren Finanzspritze schlittert Loewe nun definitiv binnen weniger Wochen in die endgültige Pleite. Aus Bankensicht scheint ein Verkauf der Insolvenzmasse inklusive der Namensrechte und Patente ohnehin lukrativer als ein risikobehafteter Verkauf an neue Investoren, die selbst bei günstigen Prognosen zunächst wohl noch einige Verlustjahre finanziell überbrücken müssten.

Die Zukunft des Fernsehherstellers Loewe ist aktuell also leider ungewisser denn je.

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