IFA-News: Mehrere Hersteller machen neue Anläufe für 3D ohne Brille

3D Without Glasses: Auf der IFA zeigt Philips in der Halle 22 eindrucksvoll den Stand der Technik in Sachen Autostereoskopie.

Im letzten Jahr präsentierte Toshiba als erster Anbieter einen 3D-Fernseher, der ganz ohne Brille auskommt. Allerdings konnten die Effekte des 55ZL2 noch nicht wirklich auf ganzer Linie überzeugen. Jetzt, nur ein Jahr später, zeigt bereits eine ganze Reihe von Herstellern autostereoskopische Fernseher auf der IFA. Wir haben die bereits im Vorfeld von der Industrie stolz angekündigten Geräte für Sie genauer unter die Lupe genommen.

Von Panasonic bis Philips, von Changhong bis Hisense: Brillenlose 3D-Fernseher sind für eine ganze Reihe von Anbietern mittlerweile (wieder) ein zentrales Thema geworden. Auf der diesjährigen Funkausstellung präsentieren die Anbieter ihre neuen Wundergeräte – mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das beste autostereoskopische 3D-Bild liefert unserer Meinung nach derzeit eindeutig Philips. Durch den Einsatz eines 4K-Panels mit 60 Zoll Diagonale realisiert der Hersteller als Weiterentwicklung seiner „Wow 3D“-Displays absolut scharfe und bewegungsstabile dreidimensionale Bilder ohne Einsatz von aktiven oder passiven Brillen. Beim Prototypen von Philips gelingt der brillenlose 3D-Effekt zudem ohne erkennbaren Crosstalk. Der Zuschauer muss sich zur Wahrnehmung der 3D-Bilder einen von zehn möglichen Standpunkten, so genannten Sweet Spots, aussuchen. Dafür ist am unteren Rand des Bildschirms ein waagrechter grauer Balken angebracht, der wiederum mehrere senkrechte blaue Balken enthält. Ist vom Standpunkt des Zuschauers aus nur noch einer der blauen Balken zu sehen, ist eine der exakten Positionen für nahezu perfekten 3D-Genuss gefunden.

Auch Panasonic begeistert mit seinem ersten autostereoskopischen Panel. Mit dem neu entwickelten 3D-System Interactive Multi View und einer beeindruckenden Bildschirmdiagonalen von 103 Zoll (2,62 Metern) zeigt Panasonic den weltweit größten 3D-Plasma-Bildschirm – ebenfalls mit 4K2K-Technik und einem durchaus auch schon beachtlichen Ergebnis. Wie beim Philips ist das 3D-Bild klar und zeigt kaum störende Geisterbilder.

Auch hierzulande noch weniger bekannte asiatische Anbieter, wie Changhong oder Hisense, stellen auf der IFA brillenlose 3D-Geräte vor – allerdings zum Teil nur Full-HD-Panels, die durch die zwangsläufige Auflösungshalbierung zur Erzielung des 3D-Effekts eher enttäuschen. Selbst Hisense’s Gerät mit 2160p-Auflösung zeigte kein überzeugendes 3D-Bild.

Fazit: Nur die jetzt immer mehr in den Fokus rückende 4K-Technik wird ein brauchbares autostereoskopisches Bild ermöglichen. Durch die für das linke und das rechte Auge getrennten Bildinformationen reicht die Full HD-Auflösung keineswegs aus, um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. 3D-4K-Panels mit acht Millionen Pixel, wie sie beispielsweise beim ersten brillenlosen 3D-Fernseher von Philips zum Einsatz kommen, liefern dagegen schon jetzt sehr gute räumliche Bilder. Und wenn auch die Bandbreite der möglichen 3D-Effekte, allem voran Pop-outs, bei brillenlosem TV noch deutlich eingeschränkt ist gegenüber Geräten mit Brillen-Technik, zeigen die autostereoskopischen Fernseher auf der IFA doch, welche deutlich sichtbaren Fortschritte die Technik seit einem Jahr auf diesem Gebiet gemacht hat und wohin die Reise geht.

Nach der IFA 2012 kann es jedenfalls keinen Zweifel mehr geben: Die Zukunft des 3D-Fernsehens ist brillenlos!

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*