Hat es sich ausgecurved? 3D und Curved TV stehen vor dem Aus, macht aber nichts

Eine Woche des Abgesangs: Die meisten TV-Geräte-Hersteller zeigen der 3D-Technik in diesem Jahr die rote Karte, fanden Kollegen heraus. Und nicht nur das: Auch dem vermeintlichen Heilsbringer Curved TV könnte ein schnelles Ende drohen. Kein Problem, sagt aber unser Autor, denn die Geräte bleiben ja benutzbar und die nächsten Trends warten schon.

Es ist manchmal so eine Sache mit Hypes und Trends. Experten weltweit rufen etwas als das neue Ding aus, prognostizieren einen Milliardenmarkt. Und du giltst als fortschrittsfeindlich, wenn du die Stimme dagegen erhebst. Ein paar Jahre und viele hundert Millionen verbrannte Euro später geben die Hersteller die Technik dann auf, weil die Nachfrage eben doch nicht da ist. Und du fragst dich, warum man sie nicht trotzdem beibehält.

Zwei Beispiele dafür trudelten just in dieser Woche ein. 3D-Fernsehtechnik stehe vor dem Aus, titelten verschiedene Medien und bestätigten damit den 3D-Abgesang vor einem Jahr. Und wen das nicht mehr überraschen konnte, für den setzten Stern.de und „Der Standard“ noch einen drauf: Auch der deutlich jüngere Trend Curved TV würde in Rente geschickt. Ja, ist denn heut schon Totensonntag?

3D: Zu kompliziert für das heimische Wohnzimmer

Aber einmal der Reihe nach: 3D-Fernsehen. Die 3D-Technik ist in etwa so alt wie das Kino, kocht alle paar Jahrzehnte einmal hoch, kühlt merklich ab und kocht wieder hoch. Zuletzt wieder ein Trend seit dem Kino-Blockbuster „Avatar“ aus dem Jahre 2009. Viele Kinos rüsteten ihre Technik extra für diesen Film für teuer Geld um. Und die TV-Hersteller taten es ihnen gleich. Seit der CES 2010 ist 3D ein ständiger Begleiter für die Geräteindustrie und auch hier im Trendblog ein Dauerthema. Ausprobiert auf TV-Geräten, Smartphones, Monitoren, Kameras, Laptops, Tablets. Später nicht mehr ganz so eifrig beworben und zuletzt nur noch als Zusatzfunktion in TVs und Monitore eingebaut.

3DTV

3DTV

Ein Problem waren konkurrierende Techniken und Brillen. Eine Schwierigkeit lag darin, mehr als einen TV-Zuschauer gleichzeitig mit 3D zu versorgen. Anwender klagten über den geringen Mehrwert und die Anstrengung, 3D zu schauen. Kinos wollen ihre hohen Investitionen so schnell noch nicht abschreiben, zeigen weiterhin 3D-Blockbuster. Aber bis auf „Gravity“ und einige besonders aufbereitete Animationsfilme halten sich zumindest bei mir persönlich die beeindruckenden 3D-Kinoerlebnisse in Grenzen. Rückblickend muss man wohl festhalten, dass 3D zumindest für das Heimkino schlicht nicht geeignet war und die meisten Zuschauer mit einem tollen 2D-Bild viel mehr anfangen können.

Ich werde der 3D-Technik keine Träne hinterher weinen, fände es aber toll, wenn solche Zuschauer, die 3D schätzen gelernt haben, dies auch auf Neugeräten weiterhin als Zusatzfunktion nutzen könnten. Sony und LG, die beiden wohl letzten Verfechter der Technik, haben sie in diesem Jahr aufgegeben. Bei Euronics findet ihr zumindest noch Restbestände von 3D-Fernsehern.

Curved TV: Nie mehr als eine nette Zusatzfunktion

Zumindest beim Thema Curved TV war die Presse etwas gemäßigter als bei 3D. Curved erhob nie den Anspruch, anderen Technologien den Garaus zu machen oder unverzichtbar zu sein. Curved sollte eine Sonderstellung einnehmen und TV-Genießern ein besonderes Erlebnis bieten. Vor allem Samsung galt als Verfechter der Technik, nimmt nun aber leise wieder davon Abstand, ebenso wie die meisten anderen Hersteller.

Panasonic Curved-TV mit OLED. Bild: Panasonic

Panasonic Curved-TV mit OLED. Bild: Panasonic

Ein Problem von Curved war die fehlende Wohnzimmertauglichkeit. Man muss nah davor sitzen, um von der Technik überhaupt einen Vorteil zu haben. Schaut man mit anderen Leuten zusammen Fernsehen, ist die Ausrichtung des Bildes schon wieder schwierig. Ein Sprecher von LG bringt es wahrscheinlich auf den Punkt:

„Als Curved noch neu war, war die Technologie einzigartig und anders, aber als wir die allgemeine Nachfrage untersuchten, stellten wir fest, dass diese nicht sonderlich hoch war.“

Als Studie fanden die Nutzer Curved interessant, aber die meist höheren Preise dafür zahlen wollten sie dann doch nicht. Curved wird allerdings weiterleben, nicht nur in zumindest einigen Fernsehern, sondern vor allem in Monitoren. Denn sitzt man direkt davor, kann das Erlebnis noch unmittelbarer erscheinen. Und wo eignet sich das besser als beim Thema Gaming? Auch bei Euronics findet ihr deswegen Curved-Monitore und auch noch Curved TVs.

Also ab jetzt Vorsicht vor neuen Trends?

Wer das Marketing der TV-Gerätehersteller der vergangenen Jahre verfolgt hat, könnte jetzt ein wenig ernüchtert sein. Die haben einem sonstwas als die Zukunft versprochen und ein paar Jahre später ist der Traum schon wieder ausgeträumt. Kann ich denen überhaupt noch glauben, wenn sie mir jetzt HDR, OLED, 4K, 8K, Nanokristalle oder QLED als das neue Ding anpreisen?

Ich kann über solche Hypes seit ein paar Jahren nur lächeln und sehe das Ganze ein wenig pragmatischer. Den Herstellern würde ich zunächst einmal keinen Vorwurf machen – im Gegenteil. Sie befinden sich in einem beinharten Konkurrenzkampf und suchen vehement nach technischen Neuerungen, um ihre Klientel zu begeistern. Was ihr als Kunde bekommt, ist also: jedes Jahr etwas Neues, immer wieder etwas Besseres. Die Revolution vom Vorjahr bleibt in den Geräten eingebaut und die Preise kommen nach einer kurzen Zeit wieder dort an, wo sie für Otto-Normal-Zuschauer erschwinglich werden. Ihr müsst nicht umrüsten, könnt es aber. Sprich: Wenn ihr nicht jedem Trend sofort hinterher rennen müsst, habt ihr keinerlei Nachteil dadurch, dass TV-Geräte mit immer neuen Spielereien ausgestattet werden.

Und wenn sich dann einige Hype-Technologien als Sturm im Wasserglas entpuppt haben, dann macht das für euch auch nichts. Denn eure TV-Geräte bleiben ja so oder so benutzbar. Von daher mein Rat: Seht der TV-Zukunft optimistisch ins Auge und kauft dann, wenn ihr selbst in einer Technik einen Vorteil für euch seht. Viel davon zur Auswahl findet ihr bei Euronics.

Bilder: Hersteller

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