Gruseliges Social-Media-Experiment: Jack Vale spricht wildfremde Menschen auf der Straße an und weiß alles über sie

Nutzer sozialer Netze gehen mitunter etwas sorglos mit ihren Daten um, mögliche Gefahren sind ihnen oft gar nicht bekannt. Um das nun aufzudecken, hat der US-Comedian Jack Vale ein interessantes Experiment gewagt: Er sprach wildfremde Menschen auf der Straße an und konfrontierte sie mit privaten Details, die sie zuvor selbst auf Twitter, Facebook oder Instagram veröffentlicht hatten.

Vale nutzte dafür ein einfaches Tool, das öffentliche Status-Updates in der unmittelbaren Umgebung anzeigt. Dass viele Social Networks Beiträge per se als öffentlich deklarieren, ist den meisten Nutzern gar nicht bewusst. Vale las sich ein wenig in ihre Profile und ihre letzten Postings ein und fragte sie dann etwa nach dem Befinden ihres Hunds, wie es auf der Arbeit in einem Handyshop laufe, oder er gratulierte einer Passantin zum Geburtstag.

Im Video dazu fallen ihm noch ein paar andere Details ein:

Die Reaktion der ertappten Passanten ist natürlich erwartbar: Von Belustigung bis zu fassungslosem Staunen ist alles dabei. Vale gibt die Hintergründe des Experiments und den Standort der versteckten Kamera erst hinterher bekannt. Eins seiner „Opfer“ allerdings ist so verärgert, dass er damit droht, die Polizei zu rufen, sollte er so etwas noch einmal tun. Dabei ist das Lesen öffentlicher Daten natürlich völlig legal.

Vales Experiment gibt dem laxen Umgang mit den eigenen Daten und dem Datenschutz an sich ein Gesicht. Die Gefahr der Überwachung durch staatliche Stellen oder durch Mitmenschen wirkt abstrakt und wird nicht ernst genommen – bis sie konkrete Formen annimmt. Wer plötzlich von einem Stalker verfolgt, bei der Einreise in ein Land auf private Details angesprochen oder eben auf der Straße von Wildfremden mit eigenen Status-Updates konfrontiert wird, der erhält plötzlich eine völlig andere Sicht auf die Dinge. Natürlich stehen auch die Social Networks in der Verantwortung eines Schutzes unserer persönlicher Daten. Dafür verantwortlich, was er postet und was er davon veröffentlicht, ist aber jeder selbst. Die mögliche Folgen einer Veröffentlichung sollte niemand unterschätzen.

Bild: Jack Vale

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