Flatscreen, Flatscreen an der Wand: Wer hat die besten Shows im ganzen Land?

TV-Serien sind das neue Kino, hört man Serienjunkies mittlerweile oft sagen. War es früher das Größte für einen Schauspieler oder Regisseur, die eigenen Ideen auf der Leinwand wiederzufinden, gilt das heute eher für die Serie. Es sind Oscar-Preisträger wie die Regisseure Steven Spielberg oder Alfonso Cuarón oder die Schauspieler Matthew McConaughey und Kevin Spacey, die ihre Inhalte mittlerweile sehr gerne in Serienform direkt auf die Bildschirme bringen. Nur das Wort „TV“ in der TV-Serie trifft es eigentlich nicht mehr so ganz. Denn immer mehr Serien kommen direkt über das Netz und sind gar nicht auf TV-Sendern zu sehen.

Dass der US-Streaming-Anbieter Netflix mit den Serien „House of Cards“, „Orange is the New Black“, aber auch „Lilyhammer“ und „Hemlock Grove“ Erfolge feierte, rief die Konkurrenten auf den Plan, das doch auch einmal zu versuchen. Amazon etwa sicherte sich den gewichtigen Hollywood-Schauspieler John Goodman für die Politkomödie „Alpha House„, von der im vergangenen Jahr elf Folgen erschienen sind. Die zweite Staffel und sechs weitere Serien sind bei Amazon in Planung.

Dem Zuschauer ist es egal von wem, er will nur alles an einer Stelle

Erfolge finden schnell Nachahmer und so sprach sich auch bis zu den IT-Urgesteinen Yahoo und Microsoft herum, dass man mit Serien vielleicht sogar ganz gut Geld verdienen kann. Dem eigenen Ruf zumindest tut das sicherlich keinen Abbruch. Und so gab auch Yahoo jüngst die beiden Comedyserien „Other Space“ und Sin City Saints“ in Auftrag. Microsoft hielt etwa zeitgleich mit den Schwergewichten Steven Spielberg und Ridley Scott dagegen, die zumindest als Produzenten zweier Formate um das Spiel „Halo“ mitwirken sollen. Ein halbes Dutzend weiterer Formate hat Microsoft bereits in Planung.

Auch Hulu, das von vier US-Fernsehanstalten als Jointventure geförderte Videostreaming-Portal für das Netz, produziert seit geraumer Zeit eigene Shows. Nicht alle davon verlassen den Low-Budget-Sektor, doch unter anderem die schwarzhumorige Miniserie „The Wrong Mans“, die Hulu zusammen mit der britischen BBC produzierte, erhielt von Kritikern und Zuschauern viel Zuspruch.

TheWrongMans

Noch sind starke Netzformate eher die Ausnahme. Das US-Kabelnetzwerk HBO bleibt mit Formaten wie „Game of Thrones“, „Girls“ und „True Detective“ weit oben. HBO selbst hatte Mitte der 1990er Jahre mit starken Formaten für das Kabelfernsehen eine ähnliche Revolution ausgelöst, wie wir sie jetzt zu Gunsten des Internets erleben. In der Folge sahen sich terrestrische Senderketten wie AMC („Breaking Bad“, „The Walking Dead“, „Mad Men“) erst dazu veranlasst, dem mit starken Formaten entgegen zu treten.

Der Kunde will entscheiden wann und wo

Viele solcher Erfolgsformate sind heute kurze Zeit nach der Erstausstrahlung auf Netflix oder Hulu wiederzufinden. Aber auch der umgekehrte Weg wird natürlich gegangen. Netflix verkaufte „House of Cards“ an dutzende Fernsehsender aber auch Streamingportale weltweit. In Australien etwa war „House of Cards“ frühzeitig auf der Xbox One empfangbar. HBO entschied sich kürzlich dafür, viele der eigenen Shows zuerst Amazon und dessen Dienst Prime Instant Video zukommen zu lassen. Dem Sender fehlten bei Netflix einfach die Hinweise, wer Urheber der Sendung ist. Und das ist für viele Serienkonsumenten schlicht egal geworden: Für ihn macht irgendwie jeder inzwischen gute Sendungen. Er will sie nur alle am liebsten an einer Stelle wiederfinden.

Teenager-Serie "Arrow" auf Hulu. Ist es dem Zuschauer wirklich wichtig, wer sie produziert hat?

Teenager-Serie „Arrow“ auf Hulu. Ist es dem Zuschauer wirklich wichtig, wer sie produziert hat?

Und das dürfte der Weg in die Zukunft sein: Ob über TV-Signale oder direkt über das Internet: Die Formate sollen möglichst auf dem gewünschten Endgerät zur gewünschten Zeit verfügbar sein. Das kann ein Fernsehbildschirm ebenso sein wie ein Tablet. Die Produzenten der Shows werden sich darum bemühen, dass auch ja niemand vergisst, wer ihnen diese tolle Serie ermöglicht hat. Und vielleicht wird dem Zuschauer irgendwann der Unterschied zwischen TV und Internet gar nicht mehr auffallen: Er wählt sich einfach die gewünschte Sendung auf seinem Smart TV aus.

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