Filme und Musik von Streamingportalen herunterladen – was ist dabei eigentlich erlaubt?

Streaming löst zunehmend das Downloaden audiovisueller Dateien aus dem Internet ab. Trotzdem speichern viele User diese Musik- und Video-Daten über Streamripping auch mal gerne ab – und begeben sich damit auf rechtlich sehr dünnes Eis.

In früheren Jahren war die Internetpiraterie weit verbreitet, heute streamt man in der Regel lieber als downzuloaden. Natürlich ganz legal über die entsprechenden Portale. Doch auch Streams können auf Rechnern abgespeichert, kopiert und geteilt werden. Weil das aber in aller Regel gegen den Willen und gegen die wirtschaftlichen Interessen der Rechtinhaber geschieht, sollte man dabei vorsichtig sein! Denn das Rippen von Streams ist bei den meisten Portalen nicht erlaubt und damit illegal – was viele vielleicht gar nicht wissen.

YouTube-Videos downloaden – erlaubt oder verboten?

Programme, um beispielsweise Musik und Videos von YouTube herunterzuladen oder die Tonspur als MP3-Datei auf dem Rechner zu speichern, gibt es inzwischen viele. Doch Vorsicht, denn auch bei YouTube gilt prinzipiell: Ansehen erlaubt, herunterladen verboten! Bislang ist YouTube jedoch noch gnädig mit den zweifellos zahllosen Downloadern und geht in erster Linie gegen Webseitenbetreiber vor, die das Herunterladen der Daten anbieten. Private User werden dagegen (noch) nicht verfolgt, was sicher auch mit der Tatsache zusammenhängt, dass YouTube seine Inhalte kostenfrei anbietet. Jedem, der von dem Portal aber auch mal Dateien herunterlädt, muss klar sein, dass er sich damit eigentlich strafbar macht.

Streamripping: Der neue Volkssport der jungen Generation

Vor allem aber kostenpflichtigen Portalen, wie etwa Netflix oder Spotify, sind die Möglichkeiten des bei Usern immer beliebteren Streamrippings zunehmend ein Dorn im Auge – verstoßen die Downloader doch damit eindeutig gegen die Richtlinien der Content-Anbieter. Inzwischen geht man laut Angaben der deutschen Plattenindustrie davon aus, dass bereits etwa 50 Prozent der User zwischen 16 und 24 Jahren Musikstreams gelegentlich oder sogar regelmäßig rippen. Dementsprechend sind die kommerziellen Anbieter alarmiert.

Die verschwommene Grenze der Legalität

Doch was genau ist nun eigentlich erlaubt und was ist schon illegal? Diese Grenze ist in der Tat gar nicht so eindeutig zu ziehen. Denn prinzipiell ist es gestattet, Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken zu rein privaten Zwecken zu speichern – mit der Einschränkung, dass dabei kein Kopierschutz umgangen werden darf. Experten streiten sich nun darüber, ob die Streaming-Technik insgesamt schon als eine Art von Kopierschutz angesehen werden soll – womit das Datenrippen generell illegal wäre.

Präzedenzurteile dazu gibt es bislang allerdings noch nicht. Doch die Gefahr von Abmahnungen, wenn man beim Streamripping erwischt wird, steht im Raum. Ersttäter müssen dann mit einer (wohl erst mal niedrigen) Geldstrafe rechnen. Stellen die User ihre heruntergeladenen Dateien jedoch etwa in Tauschbörsen einer größeren Menge von Nutzern zur Verfügung oder verkaufen die Daten gar im Netz oder gebrannt auf physischen Datenträgern, drohen deutlich höhere Geld- oder sogar Freiheitsstrafen.

Insgesamt ist das Herunterladen von Streaming-Dateien also juristisch gesehen noch ein kaum überschaubares Terrain. In jedem Fall aber ist es wichtig zu wissen: Wirklich legal ist das Abspeichern von Streaming-Daten keineswegs – noch nicht einmal bei YouTube.

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