DVB-T2: Über HEVC wird die Ausstrahlung von bis zu sieben HD-Sendern auf einem Kanal möglich

Erste Testsendungen via DVB-T2 starten demnächst in Berlin und München. 2016 beginnt der Regelbetrieb des DVB-T-Nachfolgers. Bis dahin werden die letzten Parameter festgelegt. Bereits jetzt steht fest, dass sich über DVB-T2 auf einem einzigen UHF-Kanal bis zu sieben HDTV-Programme übertragen lassen. Somit könnten etwa ARD und ZDF ihr gesamtes derzeitiges Sender-Angebot digitalterrestrisch auf den vorhandenen Frequenzen in HD ausstrahlen.

Das in MPEG2 komprimierte Ausstrahlungsverfahren DVB-T ist wenig effizient und allein schon deshalb nicht mehr zeitgemäß. Daher wird in den nächsten Jahren die digitalterrestrische Programmverbreitung auf das mit dem neuen Video-Codec HEVC/H.265 arbeitende Nachfolgesystem DVB-T2 umgestellt. Auf der Broadcasting-Messe IBC in Amsterdam hat die Industrieorganisation DVB jetzt eindrucksvoll die praktischen Einsatzmöglichkeiten von DVB-T2 demonstriert. Unter praxisgerechten Bedingungen wird die Übertragung von maximal sieben TV-Programmen in HD-Auflösung mit 8 MHz Bandbreite sowie 64 QAM-Modulation auf einem einzigen Kanal möglich. Dabei wird eine Datenrate von 26.56 Mbit/s erreicht. Für den Empfang der Programme reichen somit auch kleine Indoor-Antennen und portable Geräte aus.

Damit erhöht sich die Bandbreite eines derzeitigen DVB-T-Kanals in Deutschland durch den Einsatz von DVB-T2 um mehr als 12 Mbit/s. Eine Reduzierung der Redunanz zur Fehlerkorrektur oder Modulationsveränderungen würden sogar noch höhere Datenraten ermöglichen. Die britische Sendergruppe BBC beispielsweise setzt für die DVB-T2-Ausstrahlung auf 256 QAM Modulation und erreicht damit eine Nutzung von 40 Mbit/s auf einem Kanal. Dass in England dennoch nur fünf HDTV-Sender auf einem UHF-Channel via DVB-T2 übertragen werden können, liegt an der dort verwendeten H.264-Kompression.

Noch sind auf dem deutschen Markt keine finalen TV-Geräte für den Empfang des 2016 startenden DVB-T2-Angebots in Sicht, vereinzelt sind lediglich Fernseher mit integriertem DVB-T2-Tuner für HDTV-Programme mit H.264-Datenreduzierung verfügbar. Aufgrund der fehlenden HEVC-Komprimierungsmöglichkeit sind diese aber letztendlich für den kommenden DVB-T2-Empfang ungeeignet. Der H.265/HEVC-Codec wird aber bereits von den meisten aktuellen Ultra HD-TVs unterstützt.

Mehr Infos zur Umstellung auf DVB-T2 HD

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