Dolby Atmos erobert die Heimkinos – was steckt hinter dem revolutionären Surround-Format?

2012 feierte das neue Surround-Tonformat Dolby Atmos in den Kinos Premiere. Mittlerweile hat der Sound aus allen Richtungen, inklusive von oben, auch im Home Entertainment-Bereich Einzug gehalten. Wir erklären euch das System hinter der akustischen Revolution.

Immer mehr Dolby Atmos-fähige AV-Receiver drängen auf den Markt. Auch erste deutschsprachige Blu-rays mit dem Rundumklang sind bereits im Handel – mit stark steigender Tendenz. Über Dolby Atmos können bis zu elf Lautsprecher angesteuert werden – inklusive Up-Firing-Boxen, die erstmals auch Sound von oben Realität werden lassen. Mit diesem Audiokonzept wird der User Teil der Action. Geräusche von Menschen, Musik und anderen Objekten erwachen in bislang nicht gekannter Realität zum Leben und umgeben den Zuhörer mit einem raumfüllenden Sound. So erzeugt Dolby Atmos durch die Reproduktion vertikaler Akusitk ein echtes 3D-Klangbild aus präzise lokalisierten Einzelgeräuschen.

Up-Firing_5Up-Firing_7Wichtig zu wissen für potenzielle Atmos-Einsteiger: Die Inhalte des Formats sind kompatibel mit konventionellen Stereo-, 5.1- und 7.1-Kanal-Systemen. Denn das Format sieht beim Authoring von Dolby TrueHD-Tonspuren die Integration erweiterter Audio-Informationen vor. Um das maximale Atmos-Erlebnis zu erhalten, muss das bestehende Lautsprechersystem im Heimkino einfach um spezielle Atmos-Lautsprecher ergänzt werden. Wer den Einsatz von Deckenlautsprechern scheut, kann den für das Verfahren so wichtigen Overhead-Sound auch mit Atmos-kompatiblen Lautsprechern virtuell erzeugen. Selbst herkömmliche Boxen können teilweise über spezielle Module nachträglich für den Atmos-Einsatz nachgerüstet werden.

Ein vertikal erweitertes Atmos-Klangvolumen wird beispielsweise durch die R50-Lautsprechermodule von KEF (Abbildung unten) möglich. Das Gehäuse lässt sich einfach auf vorhandene freistehende oder hängende Satellitenlautsprecher eines Heimkinosystems montieren. Mit dem Wissen, wie das menschliche Gehirn subjektiv Klang empfängt, haben die Ingenieure damit einen Weg gefunden, den Sound so nach oben zu richten, dass er von der Decke reflektiert wird und präzise die vertikale Dimension von Dolby Atmos reproduziert. Da die Standfläche bei dieser Systemerweiterung gleich bleibt, wird übrigens auch nicht mehr Platz benötigt als vorher.

KEF_R50Zusätzlich wird natürlich ein Dolby Atmos-fähiger Verstärker benötigt, wie beispielsweise der AVR-X4100W von Denon (Abbildung unten). Atmos-Receiver werden mittlerweile von nahezu allen relevanten Herstellern angeboten. Sehr einfach ist der Einsatz von Dolby Atoms bei Blu-ray-Playern, denn Geräte, die den Blu-ray-Spezifikationen in vollem Umfang entsprechen, unterstützen auch Inhalte mit Dolby Atmos-Tonspuren. Dadurch und aufgrund der Möglichkeit der einfachen Erweiterung bestehender Lautsprecheranlagen kann Dolby Atmos als deutlich flexibler und anpassungsfähiger bezeichnet werden als Kanal-basiertes Heimkino. Trifft ein Dolby Atmos-Stream auf einen kompatiblen AV-Receiver, leitet der Verstärker das objektbasierte Audiosignal perfekt angepasst an den individuellen Lautsprecheraufbau weiter. Das Ergebnis ist eine kompromisslose und exakte Wiedergabe des von den Filmmachern beabsichtigten Klangbilds.

Denon_AVR-X4100Auch immer mehr Filme stehen in Dolby Atmos zur Verfügung. Zunehmend entscheiden sich Regisseure zur Abmischung ihres Werkes in Dolby Atmos – wodurch auch eine zunehmende Anzahl von Blu-ray-Discs und künftig Ultra Blu-ray Discs mit dem bahnbrechenden Tonformat ausgestattet werden kann. Auf dem deutschen Blu-ray-Markt sind bereits Titel wie „Mad Max: Fury Road“ oder „The Expendbales 3“ mit Dolby Atmos-Tonspuren erschienen, aber auch das audiovisuelle Gesamtkunstwerk „Ambra“ und die Borussia-Doku „Die Elf vom Niederrhein – Auf, auf, auf in die Champions League“ – der erste Fußballfilm auf Blu-ray in Dolby Atmos (Trailer ganz unten).

DolbyAtmos-BD-CollectionBD_Elf vom NiederrheinWer von euch also auf das derzeit akustisch am meisten beeindruckende und realistischste Heimkinoerlebnis nicht verzichten will, kommt an Dolby Atmos auf Dauer nicht mehr vorbei. Die Titelauswahl wird vor allem ab Ende des Jahres explodieren, die Nachrüstmöglichkeiten für bestehende Surround-Systeme sind vielfältig und relativ leicht zu installieren. Bei AV-Receivern wird das Format zum optionalen Standard werden. Und wer einmal in die faszinierende Audiowelt von Dolby Atmos eingetaucht ist, kann schnell süchtig werden nach den einhüllenden Klängen dieses Sound-Verfahrens, das einem wirklich das Gefühl vermittelt, zu einem Bestandteil des Films zu werden.

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