Die Ultra HD Blu-ray-Ära startet endlich in Deutschland – ein erster Test des neuen Formats

Die Zukunft hat begonnen! Die ersten Ultra HD Blu-rays von Warner und Fox sind jetzt auch in Deutschland auf dem Markt. Wir haben das brandneue Format mit der UHD-BD von „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ für euch getestet.

Ein neues Zeitalter in den Heimkinos: Nach langem Warten und immer wieder neuen Verschiebungen sind nun endlich auch hierzulande die ersten Ultra HD Blu-ray Discs zu haben! Bilder in 4k-Auflösung, erweiterte Farbräume und ein lebendigeres, kontrastreiches Bild dank High Dynamic Range – die Erwartungen an das zukunftsweisende Format waren und sind hoch. Ob die Next-Gen-Discs diese Erwartungen auch tatsächlich erfüllen können und ob sich der Kauf der teureren, ultrahochaufgelösten Filme lohnt, wollten wir anhand des 4k-Releases von Ridley Scotts Sci-Fi-Abenteuer „Der Marsianer“ wissen. Deshalb haben wir uns die Ultra HD Blu-ray von 20th Century Fox Home Entertainment ganz genau für euch angeschaut.

Auch auf das Ursprungsmaterial kommt es an

Eigentlich ist „The Martian“ ein Top-Kandidat um zu demonstrieren, was das neue 4k-Format kann, denn der Film wurde gar in 5k aufgenommen. Allerdings erfuhr das Material im anschließenden Digitalisierungsprozess der Postproduktion wieder einen Downscale auf 2k. Für die Veröffentlichung auf der Ultra HD-Disc wurden die Bilddaten demnach wieder auf 4k hochgerechnet. Dennoch: Das Ergebnis ist ziemlich spektakulär, ein Unterschied zur 1080p-Blu-ray in jedem Fall zu erkennen. So werden mehr Bilddetails deutlicher sichtbar und auch die Farben haben gegenüber der Standard-Blu-ray an Intensität zugelegt. Das fast allgegenwärtige Mars-Rot ist auf der UHD-BD von „Der Marsianer“ einfach noch einen Tick röter, das Orange noch oranger. Die Schärfe ist so hoch, dass das Bild schon als 2D-Version fast dreidimensional wirkt – zumindest ein kleiner Trost also angesichts der Tatsache, dass 3D im Ultra HD-BD-Format nicht vorgesehen ist. Grandios auch die Darstellung der Hautstrukturen. HDR setzt zudem in der Tat neue Maßstäbe bei der Weiß- und Schwarz-Darstellung sowie beim Reichtum an Farbnuancen. Als einziges kleines Manko wirkt das Bild stellenweise etwas grobkörniger als auf der herkömmlichen Blu-ray-Version. Negative Kompressionsstörungen lassen sich dagegen in praktisch keiner einzigen Szene ausmachen.

Auch kritische Rottöne werden auf der Ultra HD Blu-ray von „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ satt und rauschfrei dargestellt.

Der Unterschied zur hochgerechneten 1080p-Blu-ray

Alles gut also beim neuen Ultra HD Blu-ray-Format? Im Prinzip ja, denn im direkten Vergleich zur 1080p-Blu-ray sind die Unterschiede unübersehbar. Aber: So gewaltig wie einst beim Übergang von der DVD zur Blu-ray ist der sichtbare Qualitätszugewinn wiederum nicht. Das liegt im aktuellen Beispiel nicht zuletzt auch an der hervorragend gemasterten Standard-Blu-ray vom „Marsianer“, die zum Vergleich herangezogen wurde. Die Disc erreicht für 1080p-Verhältnisse visuelle Referenzwerte, die von der Ultra HD Blu-ray nur noch marginal getoppt werden konnten. Beim Ton und bei den Extras hat sich gegenüber der Standard-Blu-ray rein gar nichts getan: Der englische Original-Track liegt bei beiden Blu-ray-Versionen in DTS-HD Master Audio 7.1 vor, die deutsche Snychro in DTS 5.1. Von einem 3D-Sound, etwa Dolby Atmos, findet sich leider auch auf der Ultra-Disc keine Spur. Und die Specials sind allesamt schon von der Standard-BD-Veröffentlichung bekannt.

Zur Wiedergabe des neuen physischen Mediums braucht ihr einen Ultra HD Blu-ray Player, wie den hier abgebildeten DMP-UB900 von Panasonic.

Zur Wiedergabe des neuen physischen Mediums braucht ihr einen Ultra HD Blu-ray Player, wie den hier abgebildeten DMP-UB900 von Panasonic.

Ein neues Format mit Potenzial

Fazit: Das Potenzial der Ultra HD Blu-ray ist unübersehbar, der Start des Formats insgesamt sehr gelungen. Wer aber bereits gut remasterte 1080p-Blu-rays, hochgerechnet auf non-natives 4k, auf seinem UHD-Fernseher gewohnt ist, wird den Unterschied nicht so immens wahrnehmen können. Das neue System ist ein Gewinn – ohne Zweifel. Aber es gibt für künftige Ultra HD Blu-ray-Veröffentlichungen in allen Bereichen sicher noch Luft nach oben. Bislang werden noch keine 100-GB-Discs eingesetzt, doch spätestens wenn diese 3-Layer-Scheiben in hoffentlich naher Zukunft zum Einsatz kommen, ist zweifellos noch mal eine weitere Steigerung der ohnehin schon jetzt beeindruckenden Bildqualität drin. Außerdem eine erhöhte Quantität an Bonusmaterial, das sich dann von der Standard-Blu-ray unterscheiden könnte – und sollte. Und auch beim Sound sind die Anbieter und Rechteinhaber gut beraten, bei der Ultra HD Blu-ray (soweit beim Ursprungsmaterial vorhanden) die neuen Formate Dolby Atmos, dts:X oder auch Auro-3D einzusetzen.

Bis auf Weiteres kostet die Ultra HD Blu-ray Disc noch deutlich mehr als das 1080p-Pendant. Und dieser Mehrpreis muss sich über kurz oder lang auch in anderen Parametern als einem erhöhten Bildschärfepegel und einer beigelegten Standard-Blu-ray niederschlagen. Dann hat das neue Packaged-Media-Format mit Sicherheit auch im Massenmarkt nicht nur eine Existenzberechtigung, sondern eine goldene Zukunft.

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Ein Kommentar zu “Die Ultra HD Blu-ray-Ära startet endlich in Deutschland – ein erster Test des neuen Formats
  1. Gutentag!

    Sie haben dem Panasonic DMP-UB900 getested. Ich bin in besitz einer LG 55EG9609. Ein HDR und auch Oled Fernsehen. Was sind die beste einstellungen für dem Panasonic blu-ray wenn Sie ansehen:

    Farbmodus
    Audioausgabe ( ein / aus ? )
    Deep Color ( automatisch ? )
    HDR ( Automatisch ? )
    Markierung für Inhaltstp ( Automatisch ? )
    Videoformat ( Automatisch ? )
    4K ( 4:4:4 ? )
    24p ( Automatisch )

    Sollten diese Einstellungen sondern eingestellt werden:

    Anpassung scharfe
    Rauschreduzierung
    Anpassung Farbe
    Dynamisch bereich Einstellung

    Vielen dank für Ihre Hilfe und hoffe balt etwas von Ihnen zu vernehmen.

    Mit Freundlichen Grüßen,

    Marcel Hansen
    Niederlande
    marcel.hansen@vkg.com

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