Meine Serie des Jahres: Mr. Robot

Starke Serien gab es in diesem Jahr eigentlich zuhauf, einige davon sogar aus Deutschland. Aber keine davon hat Trendblog-Redaktionsleiter Jürgen mehr fasziniert als die Geschichte eines menschenscheuen Hackers: Mr. Robot.

Wenn Augen sprechen könnten, dann würden sie Geschichten erzählen. Da sind diese großen Augen des soziophoben Hackers Elliot, der fast nie etwas sagt, der in seiner Gedankenwelt lebt und ironischerweise erschreckend gut Menschen lesen kann. Vielleicht auch, weil er sehr viel über sie weiß, nachdem er sich in ihre sozialen Accounts und Postfächer gehackt hat. Doch sein Ethos ist – wie schon das des Serienkillers Dexter aus der gleichnamigen Serie – nur den bösen Jungs wirklich weh zu tun. Eindrucksvoll gezeigt gleich in der ersten Szene der ersten Folge von „Mr. Robot“.

Die Welt von denen befreien, die ohne Erlaubnis Gott spielen

Überhaupt: Diese erste Folge hat gleich die Anmut eines Spielfilms. Sie ist so spannend inszeniert, dass ich sie mittlerweile viermal gesehen habe. Nach einem spektakulären Hack gerät dieser menschenscheue Elliot ins Visier des weltgrößten Konglomerats, für das die Gesetzte der westlichen Demokratien nicht zu gelten scheinen. Und dessen vermeintlichen Gegenspieler, eine Hackertruppe namens F-Society, die vom mysteriösen Mr. Robot angeführt wird. Ihr Ziel ist es, die Welt von diesen heimlichen Lenkern im Hintergrund zu befreien, die ohne Erlaubnis Gott spielen.

„Mr. Robot“ war die Sommerserie, des hierzulande wenig bekannten TV-Senders USA Network. Zehn Folgen, in denen es um Netze, IT-Sicherheit, Hacks, aber auch um Gerechtigkeit, Kapitalismus- und Gesellschaftskritik geht. Experten sollen bei den Dreharbeiten assistiert und dafür gesorgt haben, dass Szenen am Computer endlich einmal realistisch aussehen. Showrunner Sam Esmail war in seiner Jugend selbst ein Hacker.

1. Staffel bei Amazon Video

Für vier oder fünf weitere Staffeln hätte er noch Ideen, sagte Esmail in diesem Jahr auf der Cologne Conference. Weil er zunächst vorhatte, einen Spielfilm zu drehen, sei ihm auch das spektakuläre Ende der Serie schon bekannt. Anders als etwa in „Lost“ müssen Fans also nicht erwarten, dass ihnen hier am Ende etwas Enttäuschendes serviert wird. Die Dreharbeiten für die 2. Staffel beginnen Anfang 2016. Die Serie wurde in einschlägigen Foren so begeistert gefeiert, dass Amazon davon Wind bekam und „Mr. Robot“ recht schnell ins eigene Programm auf Prime Instant Video holte. Dort sind alle bisher 10 Folgen seit Ende November auch in Deutschland zu sehen – auf Deutsch oder Englisch.

Bekanntester Schauspieler neben Rami Malek (Elliot) ist Christian Slater als Mr. Robot. Den starken Charakteren und der spannenden Anfangsepisode verzeiht man, dass die Serie dieses hohe Tempo nicht halten kann und in Mitte der Staffel einen kleinen Durchhänger erleidet, auch wenn sie zum Ende hin wieder deutlich an Fahrt aufnimmt. Über kleine Detailfehler und Klischees (Du benutzt Linux, also musst du ein IT-Experte sein) sieht man denn auch gnädig hinweg.

Ich habe in diesem Jahr eine ganze Menge toller Serien gesehen, wie „UnReal“, „The Fall“, „Narcos“, „Bosch“ oder „The Affair“. Aber keine hat mich so sehr begeistert wie Mr. Robot. Sollte euch über die Feiertage langweilig werden, streamt mal rein!

Bild: USA Network

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Nichts mehr verpassen!

Bleib immer auf dem neuesten Stand mit unserem Newsletter! Täglich um 17:00 Uhr frisch in deinem Postfach.

Newsletter abonnierenRSS-Feed abonnieren
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*