„Die Mannschaft“: Weltmeister-Doku ab heute im Kino und am 2. Januar bereits in der ARD

Dem breit informierten Leser wird es nur schwerlich entgangen sein: Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist in diesem Jahr in Brasilien Weltmeister geworden. Dramatischen Partien wie gegen Ghana oder Algerien standen auf dem Weg dorthin legendäre Fußballabende wie mit dem 7:1 gegen Brasilien gegenüber. Filmemacher Ulrich Voigt hat das Team zusammen mit seinen beiden Kollegen Martin Christ und Jens Gronheid dabei begleitet. Dabei herausgekommen ist die 90-minütige Dokumentation „Die Mannschaft“, die heute in den Kinos anläuft – und bereits am 2. Januar in der ARD ausgestrahlt wird.

Der Film soll am Tag nach Neujahr – einem Freitag – zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr laufen. Dass die ARD das gestern mitteilte, dürfte Kinobetreibern wenig gut schmecken. Denn der Film läuft heute in Deutschland an. Echte Fußballfans werden ihn sich bestimmt auf der großen Leinwand anschauen. Die große Masse dürfte mit dieser Information nun allerdings die knapp zwei Monate abwarten, bis der Film zu ihnen in die Wohnzimmer kommt. Das Geschäft an den Kinokassen könnte dadurch deutlich schlechter ausfallen.

Durchwachsene Kritiken

Zumal „Die Mannschaft“ in den Kritiken nicht gerade in den Himmel gelobt wird: Das Fußballkultur-Magazin „11 Freunde“ nennt ihn „ein viel zu lang geratenes PR-Video, dem man an allen Ecken und Ende[n] anmerkt, dass es offenbar niemals geplant war, eine abendfüllende Dokumentation zu produzieren“. „Zeit Online“ betitelt ihn mit „90 Minuten Sichtollfinden“ und kritisiert ihn als „seicht, banal und ohne große Erkenntnisgewinne“. Hübsch anzuschauen sei er teilweise aber schon.

Offizielles Filmplakat. Bild: Constantin/FIFA

Offizielles Filmplakat. Bild: Constantin/FIFA

Kicker.de kritisiert, dass sowohl der DFB als auch die FIFA ein zu genaues Auge darauf hatten, was am Schluss gezeigt werden durfte und was nicht, stellt dem Film aber trotzdem noch ein gemischtes Zeugnis aus: „Übriggeblieben ist ein rasanter und rundum heiterer, aber über weite Strecken auch ziemlich banaler Film.“ Und Spiegel Online schließlich nimmt „Die Mannschaft“ bei all seiner Seichtheit ein wenig in Schutz: Angesichts der medialen Überpräsenz bei einer WM, in der jeder Millimeter von irgendeinem Kamerateam gefilmt und später ins Fernsehen gestellt würde, könne gar nicht mehr viel Überraschendes herauskommen.

Und da ist dann noch dieses vermeintliche Zitat des englischen Fußballstars Steven Gerrard am Anfang des Trailers zum Film, das sich als falsch entpuppt hat. „Brasilien hat Neymar, Argentinien hat Messi, Portugal hat Ronaldo. Deutschland hat eine Mannschaft“, stammt von einem Twitter-Account, der nicht Steven Gerrard selbst, sondern einer Fanseite über ihn gehört. Das Zitat stammt ebenfalls nicht von ihm.

Tolle Momente und Schnitte zumindest – da sind sich fast alle Kritiker einig – habe „Die Mannschaft“ durchaus. Und der Tipp von Kicker.de, nicht auf die TV-Ausstrahlung zu warten, könnte sogar den Kinobetreibern das Geschäft ein wenig retten:

„Wer sich einfach nur zurückerinnern will an das Sommermärchen 2014, wer noch einmal die Emotionen spüren will, für den ist der Film ein Geschenk. Und der sollte nicht zögern bis zur TV-Premiere, sondern sich ab Donnerstag den Film im Kino anschauen, weil viele Bilder und Szenen nur dort ihre volle Wirkung entfalten können.“

Sich noch einmal verzaubern lassen – denn wer weiß, wie lange es noch bis zum nächsten Weltmeistertitel dauern wird…

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