Die ARD will DVB-T2 eineinhalb Jahre früher und hält auch beim digital-terrestrischen Fernsehen der nächsten Generation an 720p-Auflösung fest

Der ARD geht die Umstellung der digital-terrestrischen Programmausstrahlung auf DVB-T2 nicht schnell genug. Deshalb soll der DVB-T-Nachfolger nun bereits ab Mitte 2019 zur Verfügung stehen und nicht, wie ursprünglich anvisiert, erst Ende 2020. Eine Erhöhung der Bildauflösung ist für die ARD dagegen auch bei DVB-T2 weiterhin kein Thema.

Die Umstellung von DVB-T auf den effizienteren Standard DVB-T2 soll schneller vorangehen als geplant. Schon Mitte 2019, und damit eineinhalb Jahre früher, will die ARD den Wechsel über die Bühne bringen. Man sei zuversichtlich, so der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor, in diesem Zeitrahmen den Umstieg auf DVB-T2 zu ermöglichen und gleichzeitig einen zügigen Breitbandausbau des Internets zu fördern. Man wolle die bisherigen in MPEG2 komprimierten DVB-T-Ausstrahlungen im 700 MHz-Band schnellstmöglich einstellen und diese Frequenzen für den Mobilfunk frei machen, ebenso das bereits für LTE genutzte 800 MHz-Band. Mit dem neuen Zeitplan kommt die ARD den Plänen der Bundesregierung entgegen, die auf eine rasche Ausweitung der Breitbandversorgung drängt. Am beschlossenen Sendeformat 720p soll aber nicht gerüttelt werden. Zwar hat die ARD mitgeteilt, über DVB-T2 mit dem HEVC/H.265-Codec auch HDTV-Programme zu senden, doch zu einer konkreten Programmbelegung und Sendequalität wolle man sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern.

In der Tat hat die ARD dafür auch noch etwas Zeit. Die an der Umstellung Beteiligten wollen dabei auch die fast 5 Millionen TV-Haushalte in Deutschland nicht überfordern, die derzeit über DVB-T empfangen und künftig auf DVB-T2 umstellen sollen – und dafür neue Receiver anschaffen müssen. Bei einer Umstellungszeit bis 2019 ist sich die ARD aber sicher, einen nutzerfreundlichen Umstieg für die Verbraucher sicherstellen zu können. Hierbei habe der Sender, nach eigenen Aussagen, nicht nur die Ballungsräume, sondern auch die ländlichen Gebiete mit im Blick. Man setze zudem auf die Bereitschaft der Industrie, preiswertes Empfangsequipment für DVB-T2 in Kombination mit dem Codierverfahren HEVC anzubieten um die breite Masse ins neue digital-terrestrische Boot holen zu können.

Erste HEVC-Receiver für DVB-T2 werden wahrscheinlich frühestens 2016 zur Verfügung stehen. Ein Pilotversuch mit deutlich mehr Programmen in HDTV-Qualität über DVB-T2 soll dagegen bereits ab Herbst diesen Jahres starten und Aufschluss über die Leistungsfähigkeit der hierfür erforderlichen HEVC-Hardware geben.

Mehr Infos zur Umstellung auf DVB-T2 HD

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