Die ARD will die bisherigen Versorgungslücken von DAB+ in den kommenden Jahren komplett schließen

Die ARD will die bisherigen Versorgungslücken von DAB+ in den kommenden Jahren komplett schließen

Noch kann von einer flächendeckenden Versorgung des Digitalradios DAB+ in Deutschland keine Rede sein. Das soll sich aber nach Willen der ARD in den nächsten Jahren ändern. Gleichzeitig plant die Sendeanstalt eine Komplettabschaltung der UKW-Sender bis 2021.

Bislang ist ein Empfang von DAB+ primär in den Ballungszentren möglich. Fernab der Metropolen bestehen noch immer überwiegend Versorgungslücken für das digitale Radio. Doch genau diese Versorgungslücken will die ARD mit Beginn der nächsten Gebührenperiode möglichst komplett schließen. Aktuell sind 125 Senderstandorte der einzelnen ARD-Landesrundfunkanstalten in Betrieb. Im nächsten Step ist eine Ausweitung auf 175 Senderstandorte für DAB+ bis Ende 2016 in Planung. Zwei Jahre später sollen es bereits 246 sein. Und bis Ende 2020 sieht die ARD eine Verdreifachung der Standorte auf 385 DAB+-Sender vor. Damit ließe sich dann eine Abdeckung von genau 97,88 Prozent der Fläche der Bundesrepublik beziehungsweise 90,13 Prozent der bundesweiten Bevölkerung erreichen.

Die hierfür erforderlich hohen Investitionen, die für den DAB+-Ausbau in den Jahren 2017 bis 2020 auf rund 127 Millionen Euro geschätzt werden, will die ARD mittels eines ausreichenden Nutzervolumens refinanzieren, nicht zuletzt aber auch langfristig durch eine Kostenreduzierung bei der UKW-Verbreitung. Die Abschaltung der Ultrakurzwelle ist durch das Thema DAB+-Ausbau jetzt wieder verstärkt im Gespräch – und soll seitens der ARD am liebsten schon 2021 vorgenommen werden. Gleichzeitig glaubt die Anstalt selber noch nicht so richtig daran. Zumindest einen DAB+/UKW-Simulcast, bei dem also noch immer beide Systeme nebeneinander senden, hält man bei der ARD bis zum Jahr 2025 wahrscheinlich. Eine endgültige Entscheidung, wann mit UKW endgültig Schluss sein wird, muss letztendlich aber wohl ohnehin die Politik treffen.

Das DAB+-Autoradio KDC-BT49DAB von Kenwood
Das DAB+-Autoradio KDC-BT49DAB von Kenwood

Indessen schläft die Konkurrenz, wie immer, nicht. Und so will auch der Sendernetzbetreiber Media Broadcast sein „Bundesmux“ benanntes Digitalradio, das am 1. August 2011 auf Sendung gegangen war, bis Ende 2016 mit Privatsendern massiv ausbauen. Dann sollen 82 Prozent der Fläche Deutschlands für den Indoor-Empfang abgedeckt sein. Mit einer Abdeckung von sogar 92 Prozent beim mobilen Empfang entlang der Verkehrsachsen will Media Broadcast zudem ein starkes Signal an die Automobilindustrie senden. Die wäre vermutlich aufgrund des hohen technischen Aufwands für einen mobilen UKW-Empfang in brauchbarer Qualität nicht sonderlich unglücklich über eine vollständige Digitalisierung des Radioempfangs – und die damit verbundene Einstellung der Programmverbreitung über Ultrakurzwelle.

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