Der deutsche Fernsehhersteller Metz gibt auf und hat bereits Insolvenz angemeldet

Es war ein Traditionsunternehmen, das bis zuletzt ganz bewusst für seine hochwertigen Fernseher mit dem „Made in Germany“-Slogan geworben hatte. Jetzt ist das in den Dreißigerjahren gegründete Unternehmen Metz pleite. Der Druck der asiatischen Konkurrenz wurde am Ende einfach zu stark.

Im fränkischen Zirndorf bangen bei dem Fernsehhersteller Metz 540 Mitarbeiter um ihren Job. Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Fürth Insolvenz angemeldet und die Firmenleitung damit dem Insolvenzverwalter Joachim Exner übertragen, der zuvor schon in die Sanierung des ebenfalls ins Straucheln geratenen deutschen TV-Bauers Loewe involviert war.

Zuletzt waren die Einnahmen bei der Metz Werke GmbH & Co KG drastisch eingebrochen und auf weniger als 100 Millionen Euro zurückgegangen. Der Anbieter hatte unter den in der Branche allgemein vorherrschenden Umsatzeinbußen, die ihre Ursache im immer härteren Preiskampf innerhalb des TV-Markts haben, besonders hart zu leiden. Vor allem dem Druck von Billigangeboten asiatischer Hersteller konnte Metz schließlich nicht mehr standhalten.

Firmenchef Norbert Kotzbauer hatte noch vor wenigen Monaten versucht, die drohende Pleite mit teils drastischen Preissenkungen seiner Fernseher abzuwenden. Auch die früher verpönten und noch bis vor kurzem penibel gemiedenen Vertriebswege über Großmärkte ließ Kotzbauer überraschend für Metz-Geräte öffnen, die als einzige im Markt noch immer optional mit Furnierholzrahmen angeboten wurden. Letztendlich aber half alles nichts, die Realitäten im harten TV-Markt haben das Zirndorfer Unternehmen endgültig eingeholt.

Den Mitarbeitern der vor 76 Jahren von Paul Metz gegründeten Firma bleibt nun nur noch die Hoffnung auf die Rettung durch einen risikofreudigen Investor – ganz nach dem Vorbild des Konkurrenten Loewe, der von Münchner Finanzinvestoren übernommen wurde und derzeit dank einer Kooperation mit dem asiatischen Großkonzern Hisense noch immer auf eine endgültige Kehrtwende hofft.

Update: Nach der Übernahme von Metz durch Skyworth wurde das Programm neu aufgelegt und später durch die günstigere Linie Metz Blue ergänzt.

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