Der BR testet 1080p-Ausstrahlung via DVB-T2 – ein Zeichen für künftige Full HD-Bandbreiten bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern?

Der BR testet 1080p-Ausstrahlung via DVB-T2 – ein Zeichen für künftige Full HD-Bandbreiten bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern?

Noch immer senden die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ihre HD-Programme nicht in 1080p. Nicht einmal eine durchgängige Ausstrahlung in nativem 720p wird bislang umgesetzt. Echtes Full HD-Fernsehen ist damit eigentlich nur Theorie. Umso mehr Aufmerksamkeit erhält ein DVB-T2-Feldversuch des Bayerischen Rundfunks, bei dem jetzt Ausstrahlungen unter anderem in 1080p/50 und 1080i/25 getestet wurden. Ein Anzeichen für eine höherauflösende TV-Zukunft bei ARD und ZDF?

Im Rahmen eines DVB-T2-Feldversuchs hatte der Bayerische Rundfunk vor kurzem zusammen mit dem Institut für Rundfunktechnik mehrere Hersteller von HEVC-Enkodern und Fernsehgeräten eingeladen, ihre Produkte in der praktischen Anwendung zu testen. Hierbei konnten Live-Kodierungen verschiedener Videoformate ausprobiert werden, wie etwa 720p/50, 1080i/25 und … 1080p/50. Auch verschiedene HEVC-Bitraten von 2,5 bis 4 MBit/s standen dabei zur Auswahl. Das Zusammenspiel von Enkodern und Dekodern mit Audiodatenströmen wie etwa Dolby Digital Plus war ebenfalls Bestandteil der Interoperabilitätstests. Letztendlich sind sechs Erzeuger von Dekodern und sieben Enkoder-Hersteller der Einladung gefolgt und haben an dem Versuch teilgenommen.

Bei den Tests sollten im Hinblick auf die für 2017 geplante Einführung des DVB-T2-Systems Erkenntnisse zum Entwicklungsstandard von Empfangsgeräten mit integriertem HEVC-Dekoder gewonnen werden. Ob der dabei zur Anwendung gekommene 1080p-Standard Rückschlüsse auf eine künftige Erhöhung der Datenrate bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, zumindest im DVB-T2-Transfermodus, gegebenenfalls aber auch bei anderen Übertragungswegen, zulässt – darüber kann momentan nur spekuliert werden.

Tatsache ist, dass die Verwendung des 720p-Standards bei den HD-Programmen von ARD und ZDF umstritten ist und immer wieder zu Kritik führt. Und diese Kritik dürfte künftig wohl noch lauter werden, denn TV-Geräte mit 65 Zoll und mehr Bildschirmdiagonale erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, gerade im kommenden UHD-Zeitalter. Doch je größer das Panel, desto wichtiger die Bildauflösung. Dementsprechend wäre es an der Zeit, dass auch die Fernsehsender die Auflösung ihrer Übertragungsstandards nach oben korrigieren. Etwas besser macht es beispielsweise RTL, dessen Programm in der HD-Variante immerhin in 1080i-Auflösung übertragen wird. Mit 1920 x 1080 Pixeln bietet RTL HD somit die höhere Bildauflösung gegenüber den öffentlich-rechtlichen HD-Sendern in Deutschland mit nur 1280 x 720 Bildpunkten. Allerdings erreicht die 720p-Wiedergabe eine flüssigere Darstellung bei Bildbewegungen als die Interlaced-Übertragung bei 1080i.

Letztendlich stellen beide Formate einen Kompromiss dar. Und nur eine Übertragung in 1080p würde eine Kombination aller Vorteile bieten. Vielleicht sind die DVB-T2-Feldversuche des BR also wirklich ein Zeichen in die richtige Richtung. Der effektivere HEVC-Standard in H.265 würde in Zukunft jedenfalls auch eine 1080p-Ausstrahlung bei geringerer Bandbreite als heute noch erforderlich möglich machen.

Mehr Infos zur Umstellung auf DVB-T2 HD

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Ein Kommentar zu “Der BR testet 1080p-Ausstrahlung via DVB-T2 – ein Zeichen für künftige Full HD-Bandbreiten bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern?

  1. Es ist unglaublich, dass die öffentlich rechtlichen bis heute nichteinmal in 1080i Senden. Vor allem das „720p“ vom ZDF ist grauenvoll.

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